Eine Welt
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Artikel 155 von 369
:: Lernen aus der Olympiade 1936
1936 hatte die Welt auf den von den Nazis organisierten Olympischen Spielen in Berlin Hitler zugejubelt. Der Diktator und spätere Massenmörder fühlte sich in seiner menschenverachtenden Politik bestärkt. 2008 finden die Spiele in Peking statt. Will die Welt auch in diesem Jahr kritiklos einer Diktatur zujubeln und die Opfer vergessen?
Viele sagen, die beiden Diktaturen seien nicht vergleichbar. Das ist nur bedingt richtig, denn aus der Sicht der Opfer von Diktaturen spielen die ideologischen Unterschiede, die es natürlich gibt, keine große Rolle. Menschenrechtsverletzungen sind Menschenrechtsverletzungen.
Der chinesische Bürgerkrieg und die sich anschließende kommunistische Diktatur hat im 20. Jahrhundert in China nach Meinung von Historikern mehr als 50 Millionen Menschen das Leben gekostet. Allein in Tibet, sagt der Dalai Lama, haben mehr als eine Million Menschen ihr Leben verloren und die brutalen Menschrechtsverletzungen dauern auf dem Dach der Welt bis heute an, wie die Meldungen dieser Woche erneut belegen.
Im Himalaya-Staat werden Menschen wegen ihrer religiösen Haltung und wegen ihres Freiheitswillens bis heute geschlagen, gefoltert und manchmal auch getötet. Tibeter dürfen mit Ausländern nicht frei sprechen und wenn sie es tun werden sie eingesperrt. Freunde und Gesprächspartner von mir haben dieses Schicksal selbst erlebt. Soll die freie Welt also die Olympischen Spiele in Peking boykottieren so wie es einige Länder 1980 in Moskau wegen des damaligen sowjetischen Afghanistan-Kriegs gemacht haben? Was sagen die Tibeter selbst dazu?
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Viele junge Tibeter in und außerhalb Tibetes sind für einen Olympiaboykott. Sie können und wollen es nicht erleben, dass die Welt ihren Peinigern in Peking auch noch zujubelt.
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Das ist verständlich, aber ist es auch politisch klug? Der Dalai Lama, als politischer und weltlicher Führer von der großen Mehrheit der Tibeter anerkannt, ruft nicht, vielleicht noch nicht, zum Boykott der Spiele auf. Er schlägt aber zu Recht vor, nicht die Augen zu verschließen vor den Greueltaten der Machthaber in Peking, sondern Klartext zu reden und die Menschenrechtsverletzungen wenigstens beim Namen zu nennen.
Nutzt die Chance dieses Sommers, mit möglichst vielen Chinesen auch über die Lage in Tibet ins Gespräch zu kommen – ist sein Vorschlag. Der gilt sicher auch für Politiker.
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Vielleicht sehen jetzt auch manche Kritiker in Deutschland, wie wichtig und richtig es war, dass die Bundeskanzlerin 2007 den Dalai Lama getroffen hat. Die Lehre aus den olympischen Spielen von 1936 für uns heute heißt: Nie wieder feige schweigen!
Gerade wir Deutsche sollten diese Lektion aufgrund unserer eigenen Vergangenheit gelernt haben. Die Stummen und Gefolterten auf der ganzen Welkt brauchen unsere Stimme.
Der chinesische Bürgerkrieg und die sich anschließende kommunistische Diktatur hat im 20. Jahrhundert in China nach Meinung von Historikern mehr als 50 Millionen Menschen das Leben gekostet. Allein in Tibet, sagt der Dalai Lama, haben mehr als eine Million Menschen ihr Leben verloren und die brutalen Menschrechtsverletzungen dauern auf dem Dach der Welt bis heute an, wie die Meldungen dieser Woche erneut belegen.
Im Himalaya-Staat werden Menschen wegen ihrer religiösen Haltung und wegen ihres Freiheitswillens bis heute geschlagen, gefoltert und manchmal auch getötet. Tibeter dürfen mit Ausländern nicht frei sprechen und wenn sie es tun werden sie eingesperrt. Freunde und Gesprächspartner von mir haben dieses Schicksal selbst erlebt. Soll die freie Welt also die Olympischen Spiele in Peking boykottieren so wie es einige Länder 1980 in Moskau wegen des damaligen sowjetischen Afghanistan-Kriegs gemacht haben? Was sagen die Tibeter selbst dazu?
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Viele junge Tibeter in und außerhalb Tibetes sind für einen Olympiaboykott. Sie können und wollen es nicht erleben, dass die Welt ihren Peinigern in Peking auch noch zujubelt.
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Das ist verständlich, aber ist es auch politisch klug? Der Dalai Lama, als politischer und weltlicher Führer von der großen Mehrheit der Tibeter anerkannt, ruft nicht, vielleicht noch nicht, zum Boykott der Spiele auf. Er schlägt aber zu Recht vor, nicht die Augen zu verschließen vor den Greueltaten der Machthaber in Peking, sondern Klartext zu reden und die Menschenrechtsverletzungen wenigstens beim Namen zu nennen.
Nutzt die Chance dieses Sommers, mit möglichst vielen Chinesen auch über die Lage in Tibet ins Gespräch zu kommen – ist sein Vorschlag. Der gilt sicher auch für Politiker.
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Vielleicht sehen jetzt auch manche Kritiker in Deutschland, wie wichtig und richtig es war, dass die Bundeskanzlerin 2007 den Dalai Lama getroffen hat. Die Lehre aus den olympischen Spielen von 1936 für uns heute heißt: Nie wieder feige schweigen!
Gerade wir Deutsche sollten diese Lektion aufgrund unserer eigenen Vergangenheit gelernt haben. Die Stummen und Gefolterten auf der ganzen Welkt brauchen unsere Stimme.
Quelle:
Franz Alt 2008
Franz Alt 2008
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