Eine Welt
Rosi Gollmann mit ihrer indischen Tochter Maryann © carenalt@sonnenseite.com
Franz Alt | Rosi Gollmann | Bigi Alt beim 80. Geburtstag © Bernhard Krause
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Eine bessere Welt ist möglich - Ein Marshallplan für Arbeit, Entwicklung und Freiheit
Franz Alt, Rosi Gollmann, Rupert Neudeck
"Ich war in der Hölle!"
Ein Augenzeugenbericht der Gründungs- und Ehrenvorsitzenden Rosi Gollmann von der Andheri-Hilfe Bonn.
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Artikel 187 von 369
:: Rosi Gollmann ist 80 – Ein Leben für mehr Menschlichkeit
3.000 Entwicklungsprojekte in Indien, Nepal und Bangladesch hat die Andheri-Hilfe Bonn e.V. in den letzten 40 Jahren realisiert und damit etwa 10 Millionen Menschen geholfen.
Die Gründerin der Andheri-Hilfe, Rosi Gollmann, wird an diesem Samstag 80 Jahre alt. Christiane Florin hat aus diesem Anlass für den „Rheinischen Merkur“ ein Interview geführt. Hier einige Ausschnitte:
Rheinischer Merkur: Frau Gollmann, was treibt Sie an?
Rosi Gollmann: Ich bin im christlichen Glauben aufgewachsen. Als 18-Jährige habe ich meinen Eltern erklärt: Ich will nicht heiraten, ich will frei sein für eine Aufgabe. Ich wusste damals nicht, was die Aufgabe war.
Rheinischer Merkur: Im Haus hier hängen Kreuze mit einem Christus ohne Arme .
Rosi Gollmann: Die Idee, seine Hände zu sein, leitet mich. Ich will meinen Glauben nicht auf dem Präsentierteller zeigen, sondern ihn bezeugen. Religion ist eine Bindung, die mich freimacht. Nur wer einen festen Standpunkt hat, kann tolerant sein. Wir würden keine rein katholischen Projekte unterstützen. Diese Selektion verbietet das christliche Menschenbild. Ich habe Achtung vor anderen Religionen, zumal die Menschen ihren Glauben meistens ernster nehmen als wir unseren. Ich habe noch nicht erlebt, dass hier zum Beispiel eine Besprechung wegen eines Gebets unÂterbrochen wurde.
Rheinischer Merkur: Sie haben mit der Hilfe für Waisenhäuser angefangen - heute unterstützen Sie keine mehr Warum?
Rosi Gollmann: Die meisten Waisen waren Sozialwaisen, also von ihren Eltern abgegeben oder als Arbeitssklaven verkauft worden, weil sie sie nicht mehr ernähren konnten. Wir haben den ElÂtern zu einem. Einkommen verholfen und sie haben tatsächlich ihre Kinder zurückgekauft. Da ist mir klar geworÂden: Der gottgewollte Platz ist die eigeÂne Familie. Wir müssen Familien förÂdern, damit sie ihre Kindern gar nicht erst weggeben. Wir haben in den Folgejahren 40.000 Kinder aus Waisenhäusern in ihre Familien zurückgeführt.
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Rheinischer Merkur:Wie wählen Sie Projekte aus?
Rosi Gollmann: Wir bekommen jährlich etwa 300 Anträge, davon können wir zirka 100 annehmen. Das Wichtigste ist: Wir wollen den Menschen nichts überstülpen. Die Betroffenen müssen einbezogen werden, sie müssen selbst die MaßÂnahmen planen und durchführen, die für sie eine bessere Zukunft bedeuten.
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Rheinischer Merkur: Indien ist ein wirtschaftlich starÂkes Land geworden. Nehmen Sie die Regierung aus der Verantwortung?Â
Rosi Gollmann: Die indische Regierung tut viel, aber die 300 Millionen Menschen, die in Armut leben, wissen gar nicht, welche Ansprüche sie haben. Nehmen Sie das Problem Kinderarbeit: Die ist in Indien zwar verboten, aber es hat niemand darauf geachtet, dass das Verbot eingehalten wird. Wir haben Straßenkinderzentren gegründet, um ÜberÂhaupt, ein Bewusstsein dafür zu schafÂfen, dass Kinder ein Recht auf Kindheit haben.
Ein anderes Beispiel: die TöÂtung von, neugeborenen Mädchen. Die ist auch gesetzlich verboten, aber in vielen Dörfern wird noch immer die Hälfte der Mädchen sofort nach der Geburt getötet. Das Thema war ein Tabu. Wir und unsere Partner haben es immerhin geschafft, dass 80 Dörfer frei sind von Mädchentötungen. Heute wird dort sogar ein Fest gefeiert, wenn ein Mädchen geboren wird.
Das ganze Interview finden Sie hier
Rheinischer Merkur: Frau Gollmann, was treibt Sie an?
Rosi Gollmann: Ich bin im christlichen Glauben aufgewachsen. Als 18-Jährige habe ich meinen Eltern erklärt: Ich will nicht heiraten, ich will frei sein für eine Aufgabe. Ich wusste damals nicht, was die Aufgabe war.
Rheinischer Merkur: Im Haus hier hängen Kreuze mit einem Christus ohne Arme .
Rosi Gollmann: Die Idee, seine Hände zu sein, leitet mich. Ich will meinen Glauben nicht auf dem Präsentierteller zeigen, sondern ihn bezeugen. Religion ist eine Bindung, die mich freimacht. Nur wer einen festen Standpunkt hat, kann tolerant sein. Wir würden keine rein katholischen Projekte unterstützen. Diese Selektion verbietet das christliche Menschenbild. Ich habe Achtung vor anderen Religionen, zumal die Menschen ihren Glauben meistens ernster nehmen als wir unseren. Ich habe noch nicht erlebt, dass hier zum Beispiel eine Besprechung wegen eines Gebets unÂterbrochen wurde.
Rheinischer Merkur: Sie haben mit der Hilfe für Waisenhäuser angefangen - heute unterstützen Sie keine mehr Warum?
Rosi Gollmann: Die meisten Waisen waren Sozialwaisen, also von ihren Eltern abgegeben oder als Arbeitssklaven verkauft worden, weil sie sie nicht mehr ernähren konnten. Wir haben den ElÂtern zu einem. Einkommen verholfen und sie haben tatsächlich ihre Kinder zurückgekauft. Da ist mir klar geworÂden: Der gottgewollte Platz ist die eigeÂne Familie. Wir müssen Familien förÂdern, damit sie ihre Kindern gar nicht erst weggeben. Wir haben in den Folgejahren 40.000 Kinder aus Waisenhäusern in ihre Familien zurückgeführt.
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Rheinischer Merkur:Wie wählen Sie Projekte aus?
Rosi Gollmann: Wir bekommen jährlich etwa 300 Anträge, davon können wir zirka 100 annehmen. Das Wichtigste ist: Wir wollen den Menschen nichts überstülpen. Die Betroffenen müssen einbezogen werden, sie müssen selbst die MaßÂnahmen planen und durchführen, die für sie eine bessere Zukunft bedeuten.
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Rheinischer Merkur: Indien ist ein wirtschaftlich starÂkes Land geworden. Nehmen Sie die Regierung aus der Verantwortung?Â
Rosi Gollmann: Die indische Regierung tut viel, aber die 300 Millionen Menschen, die in Armut leben, wissen gar nicht, welche Ansprüche sie haben. Nehmen Sie das Problem Kinderarbeit: Die ist in Indien zwar verboten, aber es hat niemand darauf geachtet, dass das Verbot eingehalten wird. Wir haben Straßenkinderzentren gegründet, um ÜberÂhaupt, ein Bewusstsein dafür zu schafÂfen, dass Kinder ein Recht auf Kindheit haben.
Ein anderes Beispiel: die TöÂtung von, neugeborenen Mädchen. Die ist auch gesetzlich verboten, aber in vielen Dörfern wird noch immer die Hälfte der Mädchen sofort nach der Geburt getötet. Das Thema war ein Tabu. Wir und unsere Partner haben es immerhin geschafft, dass 80 Dörfer frei sind von Mädchentötungen. Heute wird dort sogar ein Fest gefeiert, wenn ein Mädchen geboren wird.
Das ganze Interview finden Sie hier
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FILM-TIPP:
Rosi Gollmann – engagiert für mehr Menschlichkeit
Ein Film von Franz Alt
Südwest 3 | 19. Juni 2007 | 23:00 Uhr
Quelle:
Rheinischer Merkur | 9.06.2007
Rheinischer Merkur | 9.06.2007
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