Eine Welt
Rupert Neudeck mit ruandischen Kindern. © gruenhelme.de
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Artikel 223 von 369
:: Ruanda: Das Land ist ehrgeizig, aber lebt extrem über seine Verhältnisse
Ruanda kann sich nicht aus eigener Kraft auf den Weltmarkt hieven. Nach einem Besuch von Rupert Neudeck in Ruanda.
Das Land leistet sich einen Energieminister, der seine Studien in Flensburg gemacht hat. Er weiß die deutsche Solarenergie und ihre Produktion zu schätzen. Seine Politik würde sich haarscharf mit der ergänzen, die in dem (deutschen) „Gesetz über erneuerbare Energien“ sich seit 200 weltweit hervorragend bewährt hat. Das Gesetz hatte ich in einer englischen Version mitgebracht, um es dem Präsidenten Paul Kagame zu übergeben. Es kam zu einem Gespräch am 27. Oktober und Paul Kagame ist an allen Entwicklungen, die sein kleines geschundenes überbevölkertes Land profilieren könnten auf dem Weltmarkt, höchstsensibel interessiert. So haben schon jetzt sich viele Firmen in Ruanda die Klinke aus der Hand gegeben. Der Präsident ist ungeduldig und will schnell die Anwendung von Wind- und Sonnenenergie für sein Land erreichen. Im Kivu See haben deutsche Experten Methangas Vorkommen exploriert. Allerdings wäre der Mix in Ruanda mit Energie aus Wasserkraftwerken und Sonne und Wind zu planen.
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Es ist das Land geworden, das keine Demokratie bisher kennt, sondern sich an die Vorstellung des Uganda Präsidenten Yoweri Museveni hält: Erst müssen die Menschen über den Wohlstand verfügen, dass sie gesichert in die Zukunft sehen können, dann können sie auch Parteien gründen, die über den tribalen Tellerrand hinwegsehen. Dann wird der Moment kommen, dass man wieder Parteien wird zulassen können. Jetzt in Ruanda Parteien zuzulassen, würde bedeuten, dass es zwei Tutsi und zwei Hutu Parteien geben würde. Wie damals im Uganda unter Milton Apollo Obote (1980 bis 1986) es nur tribale Parteien gab, die sich gegenseitig besiegen und vernichten wollten.
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Aber der Präsident denkt in langsamen Perioden. Er weiß sein eigenes Ruanda noch zu stark von dem Versuch des Völkermordes an den Tutsi und den kooperationswilligen Hutus traumatisiert, um schon zu Formen der parlamentarischen Repräsentanz zu kommen.
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Erreicht hat das Land eine Form von Sicherheit, für die man sich im Kongo und in den meisten Ländern der afrikanischen Nachbarschaft die Finger ablecken würde. In der Hauptstadt Kigali kann man auch als Fremder, Weißer, reicher Europäer nachts abends - wann immer man will auf den Straßen spazieren gehen, es passiert einem nichts. Das gilt grosso modo für das gesamte Land. Im vergleich: Wo käme jemand, der nicht lebensmüde ist, auf so eine wirre Idee kommen in einer Hauptstadt wie Kinshasa, Kampala oder Nairobi?
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Viel würde an einer Besserung des Verhältnisses zu dem Nachbarland DRC, der Demokratischen Republik Kongo abhängen. Im Vergleich, Ruanda hat eine Fläche von 26.300 qkm, ist also so groß wie das Bundesland Hessen. Auf dieser Fläche müssen 8,2 Mio Menschen untergebracht und ernährt werden. Der benachbarte Kongo hat eine Fläche von 2.345.000 qkm hat auf dieser Fläche nur eine Bevölkerung von 38,5 Millionen. Denn auf Dauer liegt die wirtschaftliche Zukunft Afrikas in zollvereinigten Räumen, die nicht mehr so vertrackte Grenzen haben.
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Der Kivu, die riesengroßen beiden Nachbarprovinzen würde sich mit Ruanda auf eine Ideale Weise ergänzen. Nur kann das kaum jemand vorschlagen, weil die Vorurteile gegen die Banyamulenge und die Tutsis als die reichen Invasoren und Marktbeherrscher und Rohstoffaussauger heftigst im Kongo toben.
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Jean Claude Kibala der junge Kongolese aus seiner zweiten, deutschen Heimatstadt Troisdorf, hat jetzt vor, sich für die Gouverneurswahlen aufstellen zu lassen. Er ließ zum ersten Mal aufhorchen, weil er aus einer ganz sicher professionellen(Bauingenieur) und familiären Position in Deutschland sich als Kandidat in dem Wahlkreis Mwenga aufstellen ließ. Auf Grund eines komplizierten und die korrupten Parteien bevorzugenden Wahlgesetzes der UNO kam Kibala nicht ins kongolesische Parlament.
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Wenn er zum Gouverneur gewählt würde, wäre eine Brücke zu Ruanda möglich. Jean-Claude Kibala hat keine Vorurteile gegenüber den Ruandern, er steht dem Aufbau und der wertvollen Infrastruktur mit dem allergrößten Wohlwollen gegenüber, ja mit Bewunderung.
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Ruanda lebt über seine Verhältnisse. Es hat mehr als 60 % seines Budgets das es nicht selbst verdient, sondern das ihm geschenkt oder als Kredit gegeben wird. Der Präsident, so sagt man, nimmt, wo er es bekommen kann. Die englischsprachige Kigali Tageszeitung New Times zeigt einen strahlenden Präsidenten Paul Kagame, der mit dem belgischen Minister für Entwicklungspolitik, Armand de Decker, den Vertrag über die neue Marge von 100 Milliarden Ruanda Francs unterschreibt. Das sind etwa 140 Mio Euro. Die Deutschen geben jetzt zum ersten Mal Budgethilfe, das als das gefährlichste Mittel der Entwicklungspolitik in Afrika angesehen wurde.
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Die Briten, so berichtet die Ruanda Tageszeitung New Times am 25. Oktober, haben jährlich jetzt 46 Mio Pfund ausgeworfen, davon gehen 31 Mio als direkte Hilfe in das Staatsbudget von Ruanda. Die Zeitung berichtet so schön, dass der zuständige Staatssekretär für wirtschaftliche Zusammenarbeit in London, Sir Suma Chakrabarti, das Kabinett belehrte, wie es etwas ironisch heißt, über die Ausführung einer effektiven Politik und Strategie, wobei er mit dem Konzept nicht übereinstimmte, dass „die Intervention in die Operation eines Ministeriums durch ausländische Experten die Usurpation der nationalen Souveränität von Ruanda“ sei.
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Die US Amerikaner haben für die Resozialisierung der Opfer des Genozids 500 Mio US Dollar gegeben; das aber soll eher in den Aufbau der Armee gehen, wenn man die Völkermörder in den benachbarten Kongo hinein jagt und verfolgt.
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Das Land ist nicht nur wegen der schwierigen Lage nach dem Völkermord in einer vertrackt schwierigen Lage. Es hat auch einen solchen Bevölkerungszuwachs erlebt (5,6 im Schnitt der letzten Jahre), dass jeder Fortschritt wieder aufgegessen wird.Â
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Doch hat das Land ehrgeizige Programme  So gibt es den Plan des neuen nationalen Flughafens von Bugesera, der schon mit US-Kapital, 15 km von Nyamata gebaut werden soll und entsprechend größer ausfallen soll, als der alte in Kigalis Vorort  Kanombe. In Kanombe liegt der Flughafen in der Tat zu weit an dem Stadtgebiet von Kigali, gehört fast zu Kigali dazu.
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Man will den neuen Flughafen als Drehscheibe auf dem afrikanischen Kontinent. Bisher gibt es ja drei solcher Drehscheiben, Kairo ganz im Norden, Nairobi in Ostafrika und Johannesburg im Südlichen Afrika. Abidjan, das früher eine Drehschreibe war, fällt aus.
Weiter hat das Land mit der Hinterlassenschaft des Völkermordes zu tun, knapp 80.000 Menschen sitzen noch in den Gefängnissen. Und haben bis heute keinen Prozess gehabt, geschweige denn dass irgendeine qualifizierte Anklage erhoben worden ist.
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Die Armuts/Reichtumsschere zwischen der Hauptstadt in der sich die Schicht derer, die aus Uganda, Kenya und Burundi zurückgekommen sind, einen oft demonstrativen Reichtum zur Schau stellt, steht in krassem Gegensatz zu der ländlichen Bevölkerung, die ihren Lebensstandard geradeso am Existenzminimum hat halten können. Deshalb sind auch vernünftige Minister der Meinung, dass die Förderung des ländlichen Raumes die wichtigste Aufgabe der Zukunft sein wird.
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Dr. Alfred Jahn ist ein Helfer aus Leidenschaft, der mit dem Problem von Armut und Hunger selbst konfrontiert ist, weil er sich als Kinderchirurg nach der Pensionierung aus Deutschland/ Landshut ganz abgemeldet und Kigalis armen Stadtteil  Nyambirambo zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hat. Er hat ohne das groß zu wollen, die ersten 10, dann 20, dann 35 jetzt 53 Kinder, denen er das Schulgeld bezahlt und denen er Unterkunft und Verpflegung bis zum Ende der Schulzeit gibt. Er hat es geschafft mit privater Unterstützung, diese 53 Kinder zu ernähren. Kleine Förderkreis sind in Fürth und in Rheinland-Pfalz dabei, seine Sache zu stützen. Er will dieses Jugendlichen Förderung in vier gemieteten Häusern auf der kleinen privaten Schiene lassen, weil ihm das die Gewissheit gibt, dass er nicht abhebt. Am Tage über arbeitet Dr. Jahn am Krankenhaus in Rundi in der Nähe von Kigali als Kinderchirurg. Danach ist er an den Wochenenden nur für seine Kinder da, denen gegenüber er so etwas wie ein Vater ist. Er hat seine kleinen Rituale: Jeden Abend versammeln sich die Kinder, die von der Schule oder von woanders kommen, zum Abendessen, das er gerecht auf 53 Teller verteilt.
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Diese Kinder sind entweder ganz Völkermordwaisen, oder sie sind de facto Waisen, weil ihre Eltern im Gefängnis sitzen, der Sohn aber nicht weiß, warum, es sind auch Söhne von Müttern, die es mit einem winzigen Verkauf am Straßenrand nicht schaffen, ihren Sohn zu ernähren. Diese Kinder nimmt er auf.
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Die Polizei ist in Ruanda sehr viel besser und korrekter denn in allen umliegenden Ländern. Die Gerichtsbarkeit fängt an, sich als eine unabhängige zu entwickeln. Dennoch möchte der Freund Ruandas sich wünschen, dass es mehr und mehr Elemente der Partizipation geben möge. Denn Präsidenten, die sich auf Lebenszeit einrichten, hatte Afrika genug. Es wäre notwendig, dass sich Kagame mit einem Kabinett fähiger Leute umgibt, die ihn nicht nur beraten, sondern auch beerben.
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Es ist das Land geworden, das keine Demokratie bisher kennt, sondern sich an die Vorstellung des Uganda Präsidenten Yoweri Museveni hält: Erst müssen die Menschen über den Wohlstand verfügen, dass sie gesichert in die Zukunft sehen können, dann können sie auch Parteien gründen, die über den tribalen Tellerrand hinwegsehen. Dann wird der Moment kommen, dass man wieder Parteien wird zulassen können. Jetzt in Ruanda Parteien zuzulassen, würde bedeuten, dass es zwei Tutsi und zwei Hutu Parteien geben würde. Wie damals im Uganda unter Milton Apollo Obote (1980 bis 1986) es nur tribale Parteien gab, die sich gegenseitig besiegen und vernichten wollten.
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Aber der Präsident denkt in langsamen Perioden. Er weiß sein eigenes Ruanda noch zu stark von dem Versuch des Völkermordes an den Tutsi und den kooperationswilligen Hutus traumatisiert, um schon zu Formen der parlamentarischen Repräsentanz zu kommen.
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Erreicht hat das Land eine Form von Sicherheit, für die man sich im Kongo und in den meisten Ländern der afrikanischen Nachbarschaft die Finger ablecken würde. In der Hauptstadt Kigali kann man auch als Fremder, Weißer, reicher Europäer nachts abends - wann immer man will auf den Straßen spazieren gehen, es passiert einem nichts. Das gilt grosso modo für das gesamte Land. Im vergleich: Wo käme jemand, der nicht lebensmüde ist, auf so eine wirre Idee kommen in einer Hauptstadt wie Kinshasa, Kampala oder Nairobi?
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Viel würde an einer Besserung des Verhältnisses zu dem Nachbarland DRC, der Demokratischen Republik Kongo abhängen. Im Vergleich, Ruanda hat eine Fläche von 26.300 qkm, ist also so groß wie das Bundesland Hessen. Auf dieser Fläche müssen 8,2 Mio Menschen untergebracht und ernährt werden. Der benachbarte Kongo hat eine Fläche von 2.345.000 qkm hat auf dieser Fläche nur eine Bevölkerung von 38,5 Millionen. Denn auf Dauer liegt die wirtschaftliche Zukunft Afrikas in zollvereinigten Räumen, die nicht mehr so vertrackte Grenzen haben.
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Der Kivu, die riesengroßen beiden Nachbarprovinzen würde sich mit Ruanda auf eine Ideale Weise ergänzen. Nur kann das kaum jemand vorschlagen, weil die Vorurteile gegen die Banyamulenge und die Tutsis als die reichen Invasoren und Marktbeherrscher und Rohstoffaussauger heftigst im Kongo toben.
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Jean Claude Kibala der junge Kongolese aus seiner zweiten, deutschen Heimatstadt Troisdorf, hat jetzt vor, sich für die Gouverneurswahlen aufstellen zu lassen. Er ließ zum ersten Mal aufhorchen, weil er aus einer ganz sicher professionellen(Bauingenieur) und familiären Position in Deutschland sich als Kandidat in dem Wahlkreis Mwenga aufstellen ließ. Auf Grund eines komplizierten und die korrupten Parteien bevorzugenden Wahlgesetzes der UNO kam Kibala nicht ins kongolesische Parlament.
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Wenn er zum Gouverneur gewählt würde, wäre eine Brücke zu Ruanda möglich. Jean-Claude Kibala hat keine Vorurteile gegenüber den Ruandern, er steht dem Aufbau und der wertvollen Infrastruktur mit dem allergrößten Wohlwollen gegenüber, ja mit Bewunderung.
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Ruanda lebt über seine Verhältnisse. Es hat mehr als 60 % seines Budgets das es nicht selbst verdient, sondern das ihm geschenkt oder als Kredit gegeben wird. Der Präsident, so sagt man, nimmt, wo er es bekommen kann. Die englischsprachige Kigali Tageszeitung New Times zeigt einen strahlenden Präsidenten Paul Kagame, der mit dem belgischen Minister für Entwicklungspolitik, Armand de Decker, den Vertrag über die neue Marge von 100 Milliarden Ruanda Francs unterschreibt. Das sind etwa 140 Mio Euro. Die Deutschen geben jetzt zum ersten Mal Budgethilfe, das als das gefährlichste Mittel der Entwicklungspolitik in Afrika angesehen wurde.
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Die Briten, so berichtet die Ruanda Tageszeitung New Times am 25. Oktober, haben jährlich jetzt 46 Mio Pfund ausgeworfen, davon gehen 31 Mio als direkte Hilfe in das Staatsbudget von Ruanda. Die Zeitung berichtet so schön, dass der zuständige Staatssekretär für wirtschaftliche Zusammenarbeit in London, Sir Suma Chakrabarti, das Kabinett belehrte, wie es etwas ironisch heißt, über die Ausführung einer effektiven Politik und Strategie, wobei er mit dem Konzept nicht übereinstimmte, dass „die Intervention in die Operation eines Ministeriums durch ausländische Experten die Usurpation der nationalen Souveränität von Ruanda“ sei.
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Die US Amerikaner haben für die Resozialisierung der Opfer des Genozids 500 Mio US Dollar gegeben; das aber soll eher in den Aufbau der Armee gehen, wenn man die Völkermörder in den benachbarten Kongo hinein jagt und verfolgt.
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Das Land ist nicht nur wegen der schwierigen Lage nach dem Völkermord in einer vertrackt schwierigen Lage. Es hat auch einen solchen Bevölkerungszuwachs erlebt (5,6 im Schnitt der letzten Jahre), dass jeder Fortschritt wieder aufgegessen wird.Â
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Doch hat das Land ehrgeizige Programme  So gibt es den Plan des neuen nationalen Flughafens von Bugesera, der schon mit US-Kapital, 15 km von Nyamata gebaut werden soll und entsprechend größer ausfallen soll, als der alte in Kigalis Vorort  Kanombe. In Kanombe liegt der Flughafen in der Tat zu weit an dem Stadtgebiet von Kigali, gehört fast zu Kigali dazu.
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Man will den neuen Flughafen als Drehscheibe auf dem afrikanischen Kontinent. Bisher gibt es ja drei solcher Drehscheiben, Kairo ganz im Norden, Nairobi in Ostafrika und Johannesburg im Südlichen Afrika. Abidjan, das früher eine Drehschreibe war, fällt aus.
Weiter hat das Land mit der Hinterlassenschaft des Völkermordes zu tun, knapp 80.000 Menschen sitzen noch in den Gefängnissen. Und haben bis heute keinen Prozess gehabt, geschweige denn dass irgendeine qualifizierte Anklage erhoben worden ist.
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Die Armuts/Reichtumsschere zwischen der Hauptstadt in der sich die Schicht derer, die aus Uganda, Kenya und Burundi zurückgekommen sind, einen oft demonstrativen Reichtum zur Schau stellt, steht in krassem Gegensatz zu der ländlichen Bevölkerung, die ihren Lebensstandard geradeso am Existenzminimum hat halten können. Deshalb sind auch vernünftige Minister der Meinung, dass die Förderung des ländlichen Raumes die wichtigste Aufgabe der Zukunft sein wird.
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Dr. Alfred Jahn ist ein Helfer aus Leidenschaft, der mit dem Problem von Armut und Hunger selbst konfrontiert ist, weil er sich als Kinderchirurg nach der Pensionierung aus Deutschland/ Landshut ganz abgemeldet und Kigalis armen Stadtteil  Nyambirambo zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hat. Er hat ohne das groß zu wollen, die ersten 10, dann 20, dann 35 jetzt 53 Kinder, denen er das Schulgeld bezahlt und denen er Unterkunft und Verpflegung bis zum Ende der Schulzeit gibt. Er hat es geschafft mit privater Unterstützung, diese 53 Kinder zu ernähren. Kleine Förderkreis sind in Fürth und in Rheinland-Pfalz dabei, seine Sache zu stützen. Er will dieses Jugendlichen Förderung in vier gemieteten Häusern auf der kleinen privaten Schiene lassen, weil ihm das die Gewissheit gibt, dass er nicht abhebt. Am Tage über arbeitet Dr. Jahn am Krankenhaus in Rundi in der Nähe von Kigali als Kinderchirurg. Danach ist er an den Wochenenden nur für seine Kinder da, denen gegenüber er so etwas wie ein Vater ist. Er hat seine kleinen Rituale: Jeden Abend versammeln sich die Kinder, die von der Schule oder von woanders kommen, zum Abendessen, das er gerecht auf 53 Teller verteilt.
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Diese Kinder sind entweder ganz Völkermordwaisen, oder sie sind de facto Waisen, weil ihre Eltern im Gefängnis sitzen, der Sohn aber nicht weiß, warum, es sind auch Söhne von Müttern, die es mit einem winzigen Verkauf am Straßenrand nicht schaffen, ihren Sohn zu ernähren. Diese Kinder nimmt er auf.
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Die Polizei ist in Ruanda sehr viel besser und korrekter denn in allen umliegenden Ländern. Die Gerichtsbarkeit fängt an, sich als eine unabhängige zu entwickeln. Dennoch möchte der Freund Ruandas sich wünschen, dass es mehr und mehr Elemente der Partizipation geben möge. Denn Präsidenten, die sich auf Lebenszeit einrichten, hatte Afrika genug. Es wäre notwendig, dass sich Kagame mit einem Kabinett fähiger Leute umgibt, die ihn nicht nur beraten, sondern auch beerben.
Quelle:
Rupert Neudeck 2006
Grünhelme 2006
Rupert Neudeck 2006
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