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:: Rückzug von Eis auf dem Dach der Welt
Gefährdet Gletscherschmelze im Himalaja Wasserversorgung für 500 Millionen Menschen?
Mit einer neuen Bohrkernuntersuchung liegen weitere Fakten zum Rückgang der Himalajagletscher vor. Die von einem internatioalen Team um Natalie Kehrwald von der Ohio State Universität durchgeführten Untersuchungen reihen sich damit in aktuelle Studien zur Situation der Hochgebirgsgletscher ein. Die Ergebnisse der Eisbohrkernuntersuchungen stammen von einem der mächtigsten Himalajagletscher, und vieles spricht dafür, dass sich unter vergleichbaren klimatischen Bedingungen die anderen Gletscher ähnlich verhalten.
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Germanwatch übersetzt Auszüge:
"Eisbohrkerne aus Gletschern zeigen weltweit zwei Schichten erhöhter Beta- Radioaktivität, resultierend aus den Atombombentests der 1950er und 1960er Jahre. Eisbohrkernen des Naimona’nyi Gletschers im Himalaja in Tibet von 2006 fehlen diese besonderen horizontalen Merkmale. Möglicher Grund ist ein Massenverlust an Eis seit den späten 1950er Jahren. Der Naimona’nyi ist einer der höchsten Gletscher (6050mNN), bei dem jährlicher Massenverlust dokumentiert wurde. Dies legt einen Massenverlust auch bei anderen hochgelegenen Gletschern der niedrigen und mittleren Breiten bei den gegebenen Erd-Erwärmungsszenarien nahe. Wenn die Klimabedingungen, welche die Massenentwicklung des Naimona’nyi-Gletschers bestimmen, ähnliche Auswirkungen auf die anderen nahegelegenen Gletscher haben, können die Auswirkungen auf die Wasserversorgung ernst sein, da diese Gletscher den Oberlauf des Indus, Ganges und Brahmaputra speisen, eine der am dichtesten bevölkerten Regionen der Welt. (…)
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Der gegenwärtige Rückzug der Gletscher des Tibetanischen Hochplateaus betrifft etwa eine halbe Milliarde Menschen. (…) Für Regionen, deren Wasserversorgung von Schmelzwässern (Schnee/Eis) dominiert wird, können Unterbrechungen der Wasserversorgung aufgrund der gegenwärtigen Erwärmung vorhergesagt werden. Die Entwicklung der Massenbilanz von Gletschern im Himalaja ist hinsichtlich der umfangreichen gesellschaftlichen Auswirkungen besorgniserregend. (…)
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Geographische Regionen, in denen die Wasserversorgung durch Schmelzwasser erfolgt, werden unter der globalen Erwärmung besonders leiden. Negative Auswirkungen wie saisonale Schwankungen der Wasserversorgung, Flutrisiken und höhere Niederschlagsvariabilität werden eventuelle Vorteile durch kurzfristig höhere Abflussmengen überkompensieren. Eisfelder des tibetanischen Hochplateaus sind eine kritische Wasserressource für ein Sechstel der Menschheit, da sie während der Trockenzeit Schmelzwasser in bedeutende Flüsse speisen. (…)
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Indus und Ganges haben wenig Wasser in der Trockenzeit und drohen bei fortschreitendem Klimawandel und steigendem Wasserbedarf zu saisonalen Flüssen zu werden. Prognosen der Oberfläche der tibetanischen Hochlandgletscher sehen einen Rückgang von 500.000 km2 im Jahr 1995 auf 100.000 km2 bis 2030. (…)"
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Quelle:
Kehrwald et al. 2008: Mass loss on Himalayanglacier endangers water resources, Geophys. Res.Lett., 35, L22503, doi:10.1029/2008GL035556
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www.agu.org/pubs/crossref/2008/2008GL035556.shtml
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Volltext (kostenpflichtig):
www.agu.org/journals/gl/gl0822/2008GL035556/
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Kommentare:
http://gristmill.grist.org/story/2008/11/26/123048/46
www.abc.net.au/science/articles/2008/11/25/2428885.htm?site=science&topic=latest
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