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:: SOLARKIOSK – die Zukunft beginnt in Ruandas Dörfern
Um die ländlichen Bevölkerung Ruandas mit Energie für bestimmte Basisdienste zu versorgen, ist das Projekt eines Solarkioskes an der Berufsschule der GRÜNHELME in Ntarama in Ruanda entstanden. Von Rupert Neudeck
In Ruanda leben ca. 85 % der Bevölkerung in Dörfern auf dem Land. Wer zuerst nach Kigali kommt, meint er sei in einer Stadt, die Singapur nachstrebt. Diese Dörfer haben nur einen begrenzten Zugang zum öffentlichen Stromnetz, da der Energieversorger das lokale Netzt nicht stabil und schnell genug ausbauen kann. Außerdem muss ein Haushalt einen hohen Preis der Anschlussgebühren selbst bezahlen. Auch kommt es aufgrund der schwachen Versorgung zum häufigen Ausfall des gesamten Netzes.
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Um gerade diese ländlichen Bevölkerung Ruandas mit Energie für bestimmte Basisdienste zu versorgen, ist das Projekt eines Solarkioskes an der Berufsschule der GRÜNHELME in Ntarama in Ruanda entstanden: an der „Nelson Mandela Educational Centre“ Schule (abgekürzt: NMEC). Diese Schule bildet seit 2007 Bautechniker, Elektro-Ingenieure und Solarteure aus.
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Dabei geht es konkret um die Versorgung der Haushalte mit elektrischem Licht, das Betreiben eines Radios und die Möglichkeit Mobiltelefone aufzuladen. Gerade diese Mobiltelefone oder handies haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und haben für die Menschen hier einen besonders hohen Stellenwert.
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Die Energie, welche die 30kW Photovoltaikanlage der NMEC Schule produziert, wird in sogenannten Energieboxen gespeichert. Dazu dient eine 18 Ah Bleigel-Batterie. Ein Laderegler gibt Auskunft über den Ladezustand der Batterie und schützt vor Über- und Tiefenentladung.
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Nach Aufladen dieser Box kann nun eine Lampe, ein Radio oder Ladegerät für Mobiltelefone angeschlossen werden. Die gespeicherte Energie reicht aus, um einen Haushalt eine ganze Woche zu versorgen. Für die Dorfbevölkerung heißt dies: Sie können demnächst auf die teuren Petroliumlampen und Kerzen verzichten. Und sie werden Mobiltelefone kostengünstig aufladen und Radio hören können - ohne die Kosten für Batterien.
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Da die eigentlichen Solarmodule den teuersten Teil eines Solarsystems bilden, werden die Boxen am NMEC wieder aufgeladen. In der Zukunft besteht jedoch die Möglichkeit für den Kunden ein eigenes Solarmodul zu erwerben und in der Kombination mit der Box ein vollständiges Solarsystem zu besitzen. Beim Bau der Energiebox wurde darauf geachtet, größtenteils Materialien zu verwenden, welche direkt in Ruanda zu beziehen sind, um die lokale Wirtschaft zu stärken und die horrenden Transportkosten zu sparen.
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Das Schicksal der afrikanischen Länder liegt in ihrer Wirtschaft. Nur wenn sie den Sprung aus der reinen Subsistenz-Agrarwirtschaft in eine Volkswirtschaft schaffen, die auch die Verarbeitung der Agrarprodukte und Mineralien vornimmt, werden diese Länder den Anschluss an den globalisierten Weltmarkt schaffen.
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Für eine Industrie gibt es zwei Grundpfeiler, ohne die man sie sich nicht vorstellen kann – so war das auch in Europa: Eine Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Eisenbahnen) und eine Energie-Infrastruktur. Wir wollen mit unserem Solarkiosk einen kleinen Schritt gehen, um die Dörfer in den Markt einzubeziehen.
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Zahlen, Daten, Fakten
Elektronische Bauteile Energiebox:
- 18 Ah geschlossene Blei-Gel-Batterie
- 3 W Lampe (12V)
- 5A Laderegler
- 2x KFZ Zigarettenanzünder Anschluss (für Stecker)
Verwendete Materialien Box:
- Stahl L-Profil (Rahmen),
- Mehrschichtholz
- Alu-Blech
Das System ist komplett verschlossen, dadurch „wartungsfrei“ und für Kunden nicht zugänglich
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Materialkosten einer Energiebox:
- 68000 RWF (ca. 85€ inkl. Lampe & Handyladegerät)
Energie reicht für Lampe, Radio und Mobiltelefonladegerät 1 Woche Daten vom Energieversorger:
- Kosten für Hausanschluss einmalig 56000 RWF (ca. 70€)
- Pro Lampe ca. 1000 RWF (1,30€) monatliche Stromrechnung
Business-Idee:
- Einmalige Kosten für Kunden 45000 RWF (ca. 57 €)
- Monatliche Kosten 2000 RWF (ca 2,50 €) für Laden und Verleih der Box
- Nach 10 Monaten monatlich 1500 RWF (ca. 1,90 €)
- Möglichkeit für 10 000 RWF (ca 13€) zusätzlich eine komplette Elektroinstallation vor Ort(Hausinstallation mit Schalter, Leitung & Lampenhalterung)
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