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:: Solarlicht für ein ganzes Dorf in Äthiopien

Zwischen Oktober 2006 und März 2007 wurden im Rahmen des Projekts "Licht für Bildung II" der Stiftung Solarenergie mehr als 1.000 Hütten sowie Schulen, Kirchen und öffentliche Gebäude mit Solarsystemen für Licht und Radio versorgt. Es ist das bisher größte Solarprojekt in Äthiopien.
Für die rund 4.500 Einwohner von Rema bedeutet das Solarlicht einen grossen Entwicklungsschritt. Es ist zugleich ein Zeichen der Hoffnung, dass auch in den ländlichen Regionen Weiterentwicklung geschieht. 

Das Dorf Rema liegt in der Region Mida, rund 250 km nördlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abbeba in einer gebirgigen und abgelegenen Gegend. Mehr als 4.000 Menschen leben hier in rund 1.100 Tukuls (Hüt­ten). Sie verdienen ihren Lebensunterhalt überwiegend als Bauern, teilweise als Handwerker. Tagsüber holen die Frauen das Wasser, die Männer und viele Kinder arbeiten auf dem Feld. Ab ca. 18.30 Uhr ist es dunkel. Die einzige Lichtquelle der Bewohner Remas sind russende und gesundheitsschädliche Kerosinlampen, die ein sehr schwaches Licht erzeugen. Sowohl die Haus­arbeit als auch das abendliche Lernen der Kinder ist sehr mühsam. Auch Abendunterricht und Weiterbil­dungskurse für Erwachsene sind in Rema ohne elektri­sches Licht nicht möglich.
 
Im Herbst 2005 sollte Rema einen Dieselgenerator er­halten, um damit Strom für Tukuls, Schulen, Hand­werksbetriebe und die Gesundheitsstation zu erzeugen. Diese Art der Stromversorgung ist in den ländlichen Regionen Afrikas "technischer Standard", da eine zent­rale Stromversorgung auf die größeren Städte be­grenzt ist. Meist wird die Installation eines Dieselgene­rators von den Bewohnern mit Freude begrüßt. Denn Energie ist ein Schlüssel zu Bildung und wirtschaftli­cher Entwicklung - und damit für bessere Überlebens­chancen in einer der ärmsten Regionen der Welt.
 
Die Einwohner von Rema weigerten sich jedoch, einen Dieselgenerator aufzustellen. Der Grund: In vielen Dör­fern Äthiopiens läuft der Dieselgenerator nur kurze Zeit, weil die Menschen die ständig steigenden Kosten für den Dieselkraftstoff nicht mehr aufbringen können.

Nach der Besichtigung des Weilers Kechemober, dessen Hütten 2005 von der Stiftung So­larenergie mit Solaranlagen ausgestattet wurden, wünschte sich die Bevölkerung von Rema die Installation von Solaranlagen. Die Unabhängigkeit von permanenten Dieseleinkäufen und die dezentrale Stromversorgung überzeugten die Bewohner von Rema.
 
Innerhalb des letzten halben Jahres hat die Stiftung Solarenergie in Freiburg mit ihrem Vorsitzenden, Dr. Harald Schützeichel, in Zusammenarbeit mit allen 4.000 Einwohnern des gesamten Dorfes mit Solarstromanlagen versorgt. Dabei wurden ein 1.100 Solaranlagen installiert.
 
Rechtzeitig vor Ostern 2007 konnte das bisher größte Solarprojekt in Äthiopien vollendet werden. Jetzt steht jedem Dorfbewohner für mindestens 4 Stunden am Tag elektrisches Licht zur Verfügung: Mit Solarstrom versorgt werde neben ein 1100 Tüten auch die Schule, Kirchen und die öffentlichen Gebäude des Dorfes Rema.


Projektgrundsätze
Die Versorgung eines grossen Dorfes mit Solarstrom bietet besondere technische, logistische und organisatorische Herausforderungen. Die Stiftung Solarenergie konnte dabei auf die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt von 2005 in der gleichen Region zurückgreifen.

Die guten Erfahrungen aus dem Jahr 2005 führten zu folgenden Projektgrundsätzen:


  • Das Projekt muss sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Einwohner orientieren und mit ihrer aktiven Mitwirkung geplant und verwirklicht werden.
  • Es kommt ausschliesslich ausgereifte und erprobte Technik zum Einsatz. Dabei ist die Systemgrösse an der Sonnenscheindauer in der Regenzeit zu orientieren.
  • Die Stiftung Solarenergie stellt die Solarsysteme zur Nutzung zur Verfügung. Im Sinne einer nach­haltigen Entwicklung muss die Bevölkerung den Betrieb der Solaranlagen selbst finanzieren.
  • Besonderer Wert wird auf das Betriebsmanage­ment gelegt:
    Technisch: Bereitstellung von Ersatzteilen; Mög­lichkeit von Service und Unterhalt durch geschultes, lokal ansässiges Personal. Sozio-kulturell: Integration der Solarenergie in den Lebensalltag der Nutzer.
Finanziell: Etablierung eines zuverlässigen Payment-Systems, das die Kosten für Service/Wartung sowie allfällige Ersatzbeschaffungen durch die Nutzer sicherstellt.
 
Technische Lösung

Anforderunq
Den Menschen soll Licht für mindestens 4 Stunden pro Tag zur Verfügung stehen. Zudem muss der Anschluss eines Radios 1 Cassettenrecorders möglich sein.

Lösung
"SunTransfer 10": Solarmodul mit 10 Wp Leistung, 4 LED-Lampen, Laderegler mit Fernsteuerfunktion für das Pre-Paymentsystem, wartungsfreie Gel-Batterie (18 Ah), UV-beständiges Kabel, stabiles Gehäuse zur Aufnahme der Komponenten.

Ein Teil der Materialien wird aus Afrika bezogen: Die Solarbox wird in Äthiopien hergestellt, der Laderegler stammt aus marokkanischer Produktion.
 
 
 
Nachhaltigkeit des Projektes:
Die Stiftung Solarenergie stellt die Solarsysteme zur Nutzung zur Verfügung. Die Menschen nutzen das System und zahlen statt für das Kerosin nun für den Solarstrom. Dieses Geld wird genutzt für Wartung und Betrieb der Solaranlagen. Die Wartung übernehmen lokale Fachkräfte, die von uns während der Installationsphase ausgebildet wurden.
Quelle:
Stiftung Solarenergie - Solar Energy Foundation 2007
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