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Eine Welt

Sie heißen Devi, Manish, Nagavalli und Arjun. Sie leben in den Slums und auf den Straßen von Chennai, der Millionenmetropole in Südindien. Sie arbeiten als Müllsammler, als Schuhputzer, als Bettler. Sie gehen nicht nur Schule und machen keine Ausbildung. Sie kennen keine Sicherheit, werden geschlagen, vertrieben, sexuell missbraucht. Sie leben von Abfällen und sind in Lumpen gekleidet: aber sie sind keine „Slumdogs“. Jeder von ihnen ist ein Mensch mit Würde! © andheri-hilfe.org

Devi, 8 Jahre - Ihre Mutter hat die Familie verlassen. Ihr Vater ist Alkoholiker. Er schlug Devi, schickte sie zum Betteln statt zur Schule. Mitarbeiter der Organisation „Karunalaya“ fanden sie halbverhungert am Bahnhof in Chennai. Im Straßenkinderzentrum fand sie Sicherheit und Zuwendung. Hier konnte sie über ihre Zukunft nachdenken. Heute lebt sie bei ihrem erwachsenen Bruder und geht mit Freude zur Schule. © andheri-hilfe.org
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:: Straßenkinder sind keine „Slumdogs“

Der Film „Slumdog Millionaire“ ist in aller Munde. Das war er in Indien schon vor sechs Wochen, als ich dort unterwegs war zu den Projekten der Andheri-Hilfe. Gastkommentar von Elvira Greiner

Sehr kontrovers wurde der Film dort diskutiert – auch nach der Verleihung der 8 Oscars

„Wie kann man nur ein so hässliches Bild unseres Landes zeichnen?!“, empören sich viele, gerade aus der Mittel- und Oberschicht. Eines stimmt: Der Film zeigt ein einseitiges Bild von Indien. Aber wahr ist auch: Er zeigt eine Facette der Wirklichkeit. Und wer in den Slums unterwegs ist wie ich, ob in Mumbai, in Delhi, oder in Chennai, der weiß: Was der Film zeigt, das ist noch lange nicht das schlimmste Elend...

 

Straßenkinder verdienen eine Chance

Die Andheri-Hilfe fördert Projekte zur Förderung von Straßen- und Slumkindern, z.B. in Chennai/Südindien: Die Kinder finden Zuflucht im Straßenkinderzentrum Karunalaya. Psychologische Betreuung, schulische Förderung und Berufsausbildung sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern (wo immer möglich) spielen eine große Rolle.

 

Gleichzeitig geht es um die Arbeit in den Slums

Die Eltern werden motiviert, ihre Kinder zur Schule statt zur Arbeit zu schicken. Am Abend habe ich die Kinder oft an einer Straßenecke unter einer Laterne versammelt getroffen: Gemeinsam lernen sie, machen Hausaufgaben. Eine Mitarbeiterin hilft bei den Prüfungsvorbereitungen.

 

Gleichzeitig arbeitet unser Partner mit den Müttern zusammen: Sie organisieren sich in Gruppen, beantragen bei der Regierung Trinkwasserversorgung und Abwasserkanäle. Sie sparen kleine Beträge und starten gemeinsam Einkommensprojekte, um so viel zu verdienen, dass sie zum Überleben nicht mehr auf die Arbeit ihrer Kinder angewiesen sind. Die Schwächsten unter ihnen unterstützen sie gemeinsam. Ein Beispiel hat mich bei meinem letzten Besuch in Chennai besonders berührt:

 

Während ich mich mit den Kindern unterhielt, stand ein Mädchen, etwa 10-12 Jahre schätze ich, ein wenig abseits, suchte dann aber doch meine Nähe: Nagavalli. Ob sie auch zur Schule gehe, fragte ich. „Nein“, sagte sie und ihr eben noch so strahlendes Lächeln erlosch. Ihre Eltern sind tot, ihre Großeltern haben sich ihrer mehr schlecht als recht angenommen, erfuhr ich. Wir gingen zu ihrer Hütte. Ich redete mit den alten Leuten, deren Körper von Hunger und harter Arbeit ausgemergelt sind, deren Augen nicht einen Funken Hoffnung zeigten. Sie haben nicht mehr die Kraft, sich um ihre Enkelin zu kümmern. Aber alle waren bereit zu helfen, dass Nagavalli zur Schule gehen kann: die Nachbarinnen, die Projektmitarbeiterinnen.

 

Wenige Wochen nach meiner Rückkehr nach Deutschland dann die gute Nachricht von unserem Partner: „Ich freue mich Ihnen mitteilen zu können, dass Nagavalli endlich zur Schule geht!“ Für mich gibt es keinen besseren Beweis: Unser Einsatz lohnt sich für jedes einzelne Kind, dem wir eine Chance eröffnen können!

 

 

 

Sie können ganz konkret helfen!

  • 16 Euro für die Rückführung eines Straßenkindes zu seiner Familie
  • 75 Euro für das Monatsgehalt eines „Street Workers“
  • Wir danken für jeden Euro, denn er hilft, Straßenkindern eine Chance zu geben!

Bankverbindung: Sparkasse KölnBonn

BLZ 370 501 98 | Konto Nummer 40 006

 

 

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