Erneuerbare Energien
Josef Jenni © jenni.ch
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:: „Zur Nachahmung wärmstens empfohlen“
Josef Jenni ist Solarpionier der ersten Stunde, Umweltaktivist, Tüftler und Unternehmer. Zu den zahlreichen Auszeichnungen des 54-Jährigen kommt nun noch der Spezialpreis der Jury Watt d’Or hinzu – eine Anerkennung für sein Lebenswerk.
„Ein Süchtiger braucht immer mehr Stoff, verkennt die Probleme, lebt nur für das Heute und nimmt auch die eigene Zerstörung in Kauf. Sind wir nicht alle energiesüchtig?“ Mit diesen Worten beginnt Josef Jenni seine Vorträge vor Fachleuten und Laien. Und schiebt nach: „Ein Süchtiger kann durch einen Kraftakt von seiner Sucht loskommen.“    Â
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Begonnen hat alles im Keller des Elternhauses, wo Jenni mit elterlicher Unterstützung an Steuerungen für Sonnenenergieanlagen experimentierte und einen ersten Sonnenkollektor aufs Hausdach stellte. Schon damals wusste er: „Ich will etwas Sinnvolles machen und dieser Welt nützen“. Dieser Grundsatz steht in seinem Leben vor Karriereplanung und Businessplan. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – sind seine Erfolge als Unternehmer beachtlich: Aus dem Bastler ist der Chef der Jenni Energietechnik AG im bernischen Oberburg mit rund 50 Angestellten geworden.    Â
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Fehlt eine Maschine, entwickelt Jenni selber eine
Dass er bis heute ein Macher – oder wie er es ausdrückt „ein einfacher Handwerker“ – geblieben ist, sieht, wer ihn in seinem Unternehmen besucht. Sein Arbeitsplatz ist mitten unter seinen Leuten im Großraumbüro. Im Treppenhaus grüßt  man sich herzlich und ist „per Du“.  Â
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Jenni kennt seinen Laden, weiß wo der Schuh drückt. Fehlt eine Maschine, dann setzt er sich hin und beginnt zu zeichnen und zu rechnen. Gebaut werden die Maschinen von seinen eigenen Leuten: an der Decke montierte Laufkräne, einen Drehteller für einen effizienteren Schweißvorgang, der „Jenni-Rollfuss“ oder der „Jenni-Speichereinbringwagen „. Und sie funktionieren, seine Maschinen: Die Jenni Energietechnik AG hat bereits mehr als 10 000 Solarspeicher gebaut. Â
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Wirkungsvolle PR-Aktionen
Es lief nicht immer so gut: Mitte der 80-er Jahre entstand aus Not die Idee für die Tour de Sol, eine Durchquerung der Schweiz mit Solarfahrzeugen. „Die Sonnenenergie war damals tot. Es herrschte Niedergeschlagenheit in der Szene.“ Die Medienkonferenz und die anschließende Berichterstattung waren ein voller Erfolg und kurbelten das Interesse für die Energie aus der Sonne wieder an. „Dort habe ich gemerkt, was Ideen auslösen können.“     Â
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1981 pries Jenni in einer Fachzeitschrift eine Ganzjahres-Sonnenenergieanlage in einem Neubau für 200 000 Franken an. „Fachleute meinten nur, wir spinnen. Das sei nicht realistisch. „ Jenni ließ sich nicht beirren und baute 1989 für und mit seinem Bruder das „Sonnenhaus“, das ganzjährig vollständig mit Sonnenenergie versorgt wird. In Erinnerung bleibt die Einweihung: Die Familie Jenni, die mitten im Januar im solarbeheizten Swimmingpool vor dem neu errichteten Haus badet.Â
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Das erste 100%-solarbeheizte Mehrfamilienhaus
Jenni wollte noch einen Schritt weiter gehen und zeigen, dass man auch ein Mehrfamilienhaus ganz mit Sonnenenergie heizen kann – ein Haus mit sehr guter Wärmedämmung, passiver Sonnenenergienutzung über Fenster, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und 276 Quadratmeter Sonnenkollektoren. Dominant, aber von außen nicht sichtbar, ist der gewaltige 205 000 Liter Solarspeicher mit seinen vier Metern Durchmesser und 17 Metern Höhe. Die ersten Mieter sind bereits eingezogen – „zu marktüblichen Preisen“, wie Jenni betont. „Auf unserem Haus steht übrigens kein Copyright, Nachahmung wird wärmstens empfohlen.“      Â
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Jenni sucht auch auf politischem Weg nach Lösungen. Auch wenn er, wie er sagt, mehr per Zufall in die Politik reingerutscht sei. „Ich bin eigentlich ein Einthemen-Politiker“, meint Jenni, der für die EVP im Bernischen Großen Rat sitzt. „Die Menschen werden in naher Zukunft Energie zusammenkratzen müssen. Die 2000-Watt-Gesellschaft ist nicht nur ein Ziel, sondern die unausweichliche Folge unserer Verschwendung, wenn wir nicht sofort zu handeln beginnen.“ Und er hängt gleich den Satz an, mit dem er seine Vorträge abschließt: „Wer verstanden hat und nicht handelt, hat nicht verstanden“.
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Begonnen hat alles im Keller des Elternhauses, wo Jenni mit elterlicher Unterstützung an Steuerungen für Sonnenenergieanlagen experimentierte und einen ersten Sonnenkollektor aufs Hausdach stellte. Schon damals wusste er: „Ich will etwas Sinnvolles machen und dieser Welt nützen“. Dieser Grundsatz steht in seinem Leben vor Karriereplanung und Businessplan. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – sind seine Erfolge als Unternehmer beachtlich: Aus dem Bastler ist der Chef der Jenni Energietechnik AG im bernischen Oberburg mit rund 50 Angestellten geworden.    Â
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Fehlt eine Maschine, entwickelt Jenni selber eine
Dass er bis heute ein Macher – oder wie er es ausdrückt „ein einfacher Handwerker“ – geblieben ist, sieht, wer ihn in seinem Unternehmen besucht. Sein Arbeitsplatz ist mitten unter seinen Leuten im Großraumbüro. Im Treppenhaus grüßt  man sich herzlich und ist „per Du“.  Â
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Jenni kennt seinen Laden, weiß wo der Schuh drückt. Fehlt eine Maschine, dann setzt er sich hin und beginnt zu zeichnen und zu rechnen. Gebaut werden die Maschinen von seinen eigenen Leuten: an der Decke montierte Laufkräne, einen Drehteller für einen effizienteren Schweißvorgang, der „Jenni-Rollfuss“ oder der „Jenni-Speichereinbringwagen „. Und sie funktionieren, seine Maschinen: Die Jenni Energietechnik AG hat bereits mehr als 10 000 Solarspeicher gebaut. Â
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Wirkungsvolle PR-Aktionen
Es lief nicht immer so gut: Mitte der 80-er Jahre entstand aus Not die Idee für die Tour de Sol, eine Durchquerung der Schweiz mit Solarfahrzeugen. „Die Sonnenenergie war damals tot. Es herrschte Niedergeschlagenheit in der Szene.“ Die Medienkonferenz und die anschließende Berichterstattung waren ein voller Erfolg und kurbelten das Interesse für die Energie aus der Sonne wieder an. „Dort habe ich gemerkt, was Ideen auslösen können.“     Â
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1981 pries Jenni in einer Fachzeitschrift eine Ganzjahres-Sonnenenergieanlage in einem Neubau für 200 000 Franken an. „Fachleute meinten nur, wir spinnen. Das sei nicht realistisch. „ Jenni ließ sich nicht beirren und baute 1989 für und mit seinem Bruder das „Sonnenhaus“, das ganzjährig vollständig mit Sonnenenergie versorgt wird. In Erinnerung bleibt die Einweihung: Die Familie Jenni, die mitten im Januar im solarbeheizten Swimmingpool vor dem neu errichteten Haus badet.Â
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Das erste 100%-solarbeheizte Mehrfamilienhaus
Jenni wollte noch einen Schritt weiter gehen und zeigen, dass man auch ein Mehrfamilienhaus ganz mit Sonnenenergie heizen kann – ein Haus mit sehr guter Wärmedämmung, passiver Sonnenenergienutzung über Fenster, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und 276 Quadratmeter Sonnenkollektoren. Dominant, aber von außen nicht sichtbar, ist der gewaltige 205 000 Liter Solarspeicher mit seinen vier Metern Durchmesser und 17 Metern Höhe. Die ersten Mieter sind bereits eingezogen – „zu marktüblichen Preisen“, wie Jenni betont. „Auf unserem Haus steht übrigens kein Copyright, Nachahmung wird wärmstens empfohlen.“      Â
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Jenni sucht auch auf politischem Weg nach Lösungen. Auch wenn er, wie er sagt, mehr per Zufall in die Politik reingerutscht sei. „Ich bin eigentlich ein Einthemen-Politiker“, meint Jenni, der für die EVP im Bernischen Großen Rat sitzt. „Die Menschen werden in naher Zukunft Energie zusammenkratzen müssen. Die 2000-Watt-Gesellschaft ist nicht nur ein Ziel, sondern die unausweichliche Folge unserer Verschwendung, wenn wir nicht sofort zu handeln beginnen.“ Und er hängt gleich den Satz an, mit dem er seine Vorträge abschließt: „Wer verstanden hat und nicht handelt, hat nicht verstanden“.
Quelle:
energeia - Sondernummer zum Watt d’Or 2008 - (sam)    Â
Newsletter des Bundesamts für Energie BFE
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