Erneuerbare Energien
Andreas Henze © solah-freising.de
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Artikel 191 von 358
:: 100 Prozent Ökostrom bis 2016?
Was zunächst wie ein Scherz klingt, ist tatsächlich wahr: Schon in acht Jahren könnten wir bei der Stromerzeugung völlig auf alle Atom-, Kohle- und auch Gaskraftwerke verzichten und sämtlichen Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Wenn nur das Wachstumstempo der vergangenen Jahre anhält. Wir berichten über Szenarien von Andreas Henze.
Bereits im Jahr 2016 könnte nämlicher Strom aus erneuerbaren Energien komÂmen, wenn man nur das WachstumstemÂpo der vergangenen Jahre beibehält. Das bezeichnen Solarkritiker als Schwindel und selbst Solarfanatiker können fast nicht glauben, was bereits heute Tatsache ist: Die Erneuerbaren wachsen bereits über Jahre mit atemberaubendem Tempo.
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Rechenmethode
Ein Beispiel verdeutlicht die Rechnung: Wenn eine Größe von zehn auf 15 EinÂheiten wächst, hat sie um 50 Prozent zuÂgenommen. Wächst sie noch einmal um 50 Prozent, dann ist man bei 22,5 EinheiÂten. Um das mittlere Wachstum zu erÂrechnen, bestimmt man das GesamtÂwachstum: 10/22,5 = 2,25. Daraus die Quadratwurzel sind 1,5: ein Wachstum von 50 Prozent. Denn 10 x 1,5 = 15 und
10 x 1,5 x 1,5 = 10 x (1,5) ** 2 = 22,5.
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Rasante Zuwächse
Die Stromerzeugung aus Biomasse ist in den vergangenen 16 Jahren (1990 bis 2006) um jährlich durchschnittlich 15 Prozent gewachsen (1990 = 1,42, 2006 = 12,9, 12,9/1,42 = 9,1, daraus die sechÂzehnte Wurzel ergibt 1,15 oder 15 ProÂzent). Allein in den Jahren zwischen 2000 und 2006 jährlich um 21 Prozent auf jährlich 13 TWh.
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Ähnlich stürmisch ist die Windkraft geÂwachsen: zwischen 1990 und 2007 um jährlich 50 Prozent, selbst in den Jahren zwischen 2000 und 2007 noch um 23 Prozent jährlich auf 40 TWh jährlich.
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Nicht zuletzt gab es auch bei der PhotoÂvoltaik dramatische Zuwächse: Zwischen 1990 und 2006 um jährlich 63 Prozent, zwischen 2000 und 2006 um jährlich 88 Prozent auf zwei TWh. Diese Zahl sieht klein aus im Vergleich zum jährlichen Stromverbrauch in Deutschland von etwa 600 TWh. Ein weiteres Wachstum in dieÂsem Tempo würde aber bereits im Jahr 2016 zu einer Stromerzeugung aus PV in Höhe von 1.100 TWh führen.
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Alle Erneuerbaren zusammen haben zwischen 1990 und 2006 pro Jahr im Schnitt um 24 Prozent zugelegt, WasserÂkraft nicht mitgerechnet. Es gab in dieser Zeit auch einen enormen technischen Fortschritt. Windräder der heutigen Größen galten 1990 als nicht beherrschbar, Geothermie war nicht erschließbar und die Wirkungsgrade bei PV haben sich geÂgenüber damals deutlich erhöht.
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Die Szenarien
Andreas Henze von der Solarwerkstatt Freising hat nun spitz in die Zukunft geÂrechnet. Dabei hat er einerseits die Wachstumsraten der Vergangenheit beÂrücksichtigt, andererseits aber auch die verfügbaren Potenziale. Bis 2016 könnte, so Henze, Wind etwa 200 TWh jährlich erbringen, PV 200 TWh (das ist bei derÂzeitigem Wachstumstempo in sieben JahÂren erreicht) und Biomasse etwa 50 TWh (bei derzeitigem Tempo in sieben Jahren erreichbar).
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Selbst wenn Wind „nur" mit 22 ProÂzent jährlich wächst - das ist das Wachstumstempo zwischen 2000 und 2006 - wird die Vollversorgung aus Erneuerbaren lediglich ein Jahr später erreicht. FlächenÂprobleme sieht Henze nicht, weil selbst die zwei Millionen Hektar derzeitiger landwirtschaftlicher Stilllegungsfläche ausÂreichen würden, um den gesamten StromÂbedarf der Republik zweifach zu decken. In einer weiteren Rechnung wird das PVÂWachstum auf 40 Prozent jährlich beÂgrenzt (jährliche Wachstumsrate 2000 bis 2006: 88 Prozent), das Windwachstum von 50 Prozent auf 22 Prozent gebremst und auch das Biomassepotenzial auf 66 Prozent begrenzt. Selbst dann erreicht man das Ziel bis 2020 bei Ausbau der GeÂothermie auf fast 100 TWh.
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Die Kostenfrage
Die Mehrkosten für Erneuerbare schätzt Henze mit 20 Milliarden Euro jährlich zwischen 2014 und 2027 ab. Ab 2027 sind die Erneuerbaren dann günstiÂger, als es Kraftwerke auf der Basis nukleaÂrer oder fossiler Brennstoffe wären. Die Kosten der Erneuerbaren sinken dann Jahr für Jahr, weil es keine BrennstoffverÂknappung gibt. Im Gegensatz dazu würÂden die Kosten atom-fossiler Kraftwerke Jahr für Jahr ansteigen. Dabei wurden den Erneuerbaren die vermiedenen externen Kosten in Höhe von vier Cent je KiloÂwattstunde gutgeschrieben.
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Bereits heute wird mehr Geld in erneuÂerbare Erzeugungsanlagen investiert, als in fossile Kraftwerke: Jährlich 12 Milliarden Euro 2007 mit steigender Tendenz. Die gesamte Stromwirtschaft investiert jährÂlich etwa fünf Milliarden Euro in Netze und Kraftwerke. Derzeit reduziert die Stromwirtschaft ihr Investitionsprogramm: Von den neuen bis 2016 geplanten Kraftwerken mit einer Kapazität von 27 GW sind bislang firmenintern erst 7,7 GW inÂtern genehmigt. Die geplanten EmissiÂonsbesteuerung verteuern die fossilen Kraftwerke und verschaffen den ErneuerÂbaren einen zusätzlichen Vorsprung.
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Die Angst, ohne Atom und Kohle würÂden in Deutschland die Lichter ausgehen, ist verständlich, aber unbegründet. Das neue Ziel wird jedoch nicht von allein erÂreicht und erfordert ein Umdenken und auch ein Umstrukturieren erheblichen Ausmasses. Jeder Euro für neue Atom- Âoder Kohlekraftwerke ist vergeudet.                               Â
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Dies ist ein Auszug aus einem Vortrag von Andreas Henze "100% Erneuerbare Energien – Wann? 2010, 2020 oder 2050? Was wollen wir eigentlich?" Den kompletten Vortrag finden Sie hierÂ
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Rechenmethode
Ein Beispiel verdeutlicht die Rechnung: Wenn eine Größe von zehn auf 15 EinÂheiten wächst, hat sie um 50 Prozent zuÂgenommen. Wächst sie noch einmal um 50 Prozent, dann ist man bei 22,5 EinheiÂten. Um das mittlere Wachstum zu erÂrechnen, bestimmt man das GesamtÂwachstum: 10/22,5 = 2,25. Daraus die Quadratwurzel sind 1,5: ein Wachstum von 50 Prozent. Denn 10 x 1,5 = 15 und
10 x 1,5 x 1,5 = 10 x (1,5) ** 2 = 22,5.
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Rasante Zuwächse
Die Stromerzeugung aus Biomasse ist in den vergangenen 16 Jahren (1990 bis 2006) um jährlich durchschnittlich 15 Prozent gewachsen (1990 = 1,42, 2006 = 12,9, 12,9/1,42 = 9,1, daraus die sechÂzehnte Wurzel ergibt 1,15 oder 15 ProÂzent). Allein in den Jahren zwischen 2000 und 2006 jährlich um 21 Prozent auf jährlich 13 TWh.
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Ähnlich stürmisch ist die Windkraft geÂwachsen: zwischen 1990 und 2007 um jährlich 50 Prozent, selbst in den Jahren zwischen 2000 und 2007 noch um 23 Prozent jährlich auf 40 TWh jährlich.
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Nicht zuletzt gab es auch bei der PhotoÂvoltaik dramatische Zuwächse: Zwischen 1990 und 2006 um jährlich 63 Prozent, zwischen 2000 und 2006 um jährlich 88 Prozent auf zwei TWh. Diese Zahl sieht klein aus im Vergleich zum jährlichen Stromverbrauch in Deutschland von etwa 600 TWh. Ein weiteres Wachstum in dieÂsem Tempo würde aber bereits im Jahr 2016 zu einer Stromerzeugung aus PV in Höhe von 1.100 TWh führen.
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Alle Erneuerbaren zusammen haben zwischen 1990 und 2006 pro Jahr im Schnitt um 24 Prozent zugelegt, WasserÂkraft nicht mitgerechnet. Es gab in dieser Zeit auch einen enormen technischen Fortschritt. Windräder der heutigen Größen galten 1990 als nicht beherrschbar, Geothermie war nicht erschließbar und die Wirkungsgrade bei PV haben sich geÂgenüber damals deutlich erhöht.
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Die Szenarien
Andreas Henze von der Solarwerkstatt Freising hat nun spitz in die Zukunft geÂrechnet. Dabei hat er einerseits die Wachstumsraten der Vergangenheit beÂrücksichtigt, andererseits aber auch die verfügbaren Potenziale. Bis 2016 könnte, so Henze, Wind etwa 200 TWh jährlich erbringen, PV 200 TWh (das ist bei derÂzeitigem Wachstumstempo in sieben JahÂren erreicht) und Biomasse etwa 50 TWh (bei derzeitigem Tempo in sieben Jahren erreichbar).
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Selbst wenn Wind „nur" mit 22 ProÂzent jährlich wächst - das ist das Wachstumstempo zwischen 2000 und 2006 - wird die Vollversorgung aus Erneuerbaren lediglich ein Jahr später erreicht. FlächenÂprobleme sieht Henze nicht, weil selbst die zwei Millionen Hektar derzeitiger landwirtschaftlicher Stilllegungsfläche ausÂreichen würden, um den gesamten StromÂbedarf der Republik zweifach zu decken. In einer weiteren Rechnung wird das PVÂWachstum auf 40 Prozent jährlich beÂgrenzt (jährliche Wachstumsrate 2000 bis 2006: 88 Prozent), das Windwachstum von 50 Prozent auf 22 Prozent gebremst und auch das Biomassepotenzial auf 66 Prozent begrenzt. Selbst dann erreicht man das Ziel bis 2020 bei Ausbau der GeÂothermie auf fast 100 TWh.
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Die Kostenfrage
Die Mehrkosten für Erneuerbare schätzt Henze mit 20 Milliarden Euro jährlich zwischen 2014 und 2027 ab. Ab 2027 sind die Erneuerbaren dann günstiÂger, als es Kraftwerke auf der Basis nukleaÂrer oder fossiler Brennstoffe wären. Die Kosten der Erneuerbaren sinken dann Jahr für Jahr, weil es keine BrennstoffverÂknappung gibt. Im Gegensatz dazu würÂden die Kosten atom-fossiler Kraftwerke Jahr für Jahr ansteigen. Dabei wurden den Erneuerbaren die vermiedenen externen Kosten in Höhe von vier Cent je KiloÂwattstunde gutgeschrieben.
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Bereits heute wird mehr Geld in erneuÂerbare Erzeugungsanlagen investiert, als in fossile Kraftwerke: Jährlich 12 Milliarden Euro 2007 mit steigender Tendenz. Die gesamte Stromwirtschaft investiert jährÂlich etwa fünf Milliarden Euro in Netze und Kraftwerke. Derzeit reduziert die Stromwirtschaft ihr Investitionsprogramm: Von den neuen bis 2016 geplanten Kraftwerken mit einer Kapazität von 27 GW sind bislang firmenintern erst 7,7 GW inÂtern genehmigt. Die geplanten EmissiÂonsbesteuerung verteuern die fossilen Kraftwerke und verschaffen den ErneuerÂbaren einen zusätzlichen Vorsprung.
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Die Angst, ohne Atom und Kohle würÂden in Deutschland die Lichter ausgehen, ist verständlich, aber unbegründet. Das neue Ziel wird jedoch nicht von allein erÂreicht und erfordert ein Umdenken und auch ein Umstrukturieren erheblichen Ausmasses. Jeder Euro für neue Atom- Âoder Kohlekraftwerke ist vergeudet.                               Â
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Dies ist ein Auszug aus einem Vortrag von Andreas Henze "100% Erneuerbare Energien – Wann? 2010, 2020 oder 2050? Was wollen wir eigentlich?" Den kompletten Vortrag finden Sie hierÂ
Quelle:
Andreas Henze 2008
hält diesen Vortrag auch gern bei Ihnen!
Solarwerkstatt Freising 2008
Erstveröffentlichung
Bund der Energieverbraucher e.V.
Andreas Henze 2008
hält diesen Vortrag auch gern bei Ihnen!
Solarwerkstatt Freising 2008
Erstveröffentlichung
Bund der Energieverbraucher e.V.
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