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:: Abschwächung des Spanischen Solarmarktes und zukünftige Szenarien für die iberische Solarunternehmen
Nach einem erstaunlichen Wachstum, das den spanischen Solarmarkt 2008 zum größten der Welt machte, strebt er jetzt nach einer notwendigen Normalisierung. Und nun müssen spanische Solarunternehmen ihren Kompass in Richtung Ausland ausrichten... Von Giordano Simoncini
"Wahlen mit den Füßen"
Im Jahr 2008 verfünffachte sich der spanische Markt für Photovoltaikanlagen gegenüber dem Vorjahr von 560 Megawatt (MW) auf 2.511 MW neu installierter Leistung. Laut dem aktuellen „Global Market Outlook for PV until 2013“ des Europäischen Photovoltaik-Industrieverbands EPIA erreicht Spanien damit einen Anteil von 45 Prozent am weltweiten PV-Markt. Angefacht wurde dieser Boom durch große private Investitonen und den Bau riesiger (und mitunter fragwürdiger) Solarparks. Die Veränderung des wirtschaftlichen Umfelds und der Wegfall regulativer Elemente stoppen nun diesen Aufwärtstrend: Mit dem „Real Decreto 1578/2008“ vom September letzten Jahres begrenzte die spanische Regierung die geförderten Einspeisungen auf ein Maximum von jährlich installierten 500 MW bis zum Jahr 2011.
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So wie die spanischen Solarunternehmen durch das enorme Wachstum des heimischen Marktes unerwartete Umsatzzuwächse verbuchen konnten, sehen sie sich jetzt mit einer deutlichen Abschwächung konfrontiert. Die weltweite Wirtschaftskrise verstärkt diesen Trend noch. Zudem ist es durch die neuen Regelungen, mit denen eine rasche Normalisierung des Marktes angestrebt wird, spürbar schwieriger geworden, Genehmigungen für neue Projekte zu bekommen. Vor dem Hintergrund dieser unvorhersehbar düsteren Aussichten rüsten sich viele spanische Solarunternehmen für stürmische Zeiten: Um zu überleben, haben manche Firmen bereits radikal umstrukturiert, andere mussten sich leider auf den Weg des Gesundschrumpfens begeben. Diejenigen, die noch über finanzielle Ressourcen für neue Herausforderungen verfügen, entschieden sich für eine Orientierung Richtung Ausland und die Entwicklung einer internationalen Strategie.
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Die neue iberische Welle, die auf den europäischen Solarmarkt zurollt, wurde zunächst in Italien sichtbar: Als Resultat der gestiegenen Zahl internationaler Aussteller präsentierte die Solarexpo 2009 in Verona drei Pavillons mehr als im Vorjahr. Der gleiche Trend war auf der diesjährigen Intersolar in München zu beobachten. Sie verzeichnete ein Aussteller-Plus von 30 Prozent im Vergleich zu 2008. Über 60 Unternehmen kamen aus Spanien.
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Interessante Beispiele
Einige der spanischen Unternehmen, die nun international aktiv sind, stechen nicht zuletzt auf internationalen Messen besonders hervor - und zwar einerseits durch ihre Wettbewerbsfähigkeit, und andererseits duch die herausragende Qualität ihrer Produkte. Eines der interessantesten dieser Unternehmen ist EURENER – EnergÃa Solar: Ein Unternehmen aus dem südspanischen Alicante, das in den letzten Monaten zunehmend in aller Munde ist.
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Die Geschichte EURENERs ist bemerkenswert: 1997 in Alicante gegründet, erlebte das Unternehmen in den Folgejahren den spanischen Solar-Boom. Es baute seine Kapazitäten aus und deckt heute die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Produktion hochwirksamer Photovoltaik-Module bis hin zur Installation individueller und schlüsselfertiger Anlagen.
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2004 brachte EURENER ein Franchise-Konzept auf den Markt, mit dem es seinen Umsatz in weniger als vier Jahren verzehnfachen konnte. Mit mehr als 70 Niederlassungen entstand so das größte Handelsnetzwerk der Branche. Mit dieser starken Basis im Rücken, konnte EURENER seine Fertigung automatisieren und die eigene Kapazität auf fast 50 MW jährlich erhöhen. So wurde es auch möglich, die ambitionierte Unternehmenspolitik der Internationalisierung zu verfolgen, wonach geplant ist, über die Hälfte der Produktion jenseits der Landesgrenzen zu verkaufen.
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Wie viele andere spanische Firmen begann auch das Alicanter Unternehmen, sich nach Italien, dem wichtigsten europäischen Solarenergie-Markt der kommenden drei bis vier Jahre, auszurichten. Mit dem Ziel, in dem Land eine Franchisekette für Solarprodukte aufzubauen, wurde im November letzten Jahres die Tochter EURENER Italia Srl als Pionierunternehmen gegründet. Zur gleichen Zeit wurden mit Hilfe ausländischen Risikokapitals auch die Märkte in Frankreich und Portugal ins Visier genommen. Zu Beginn des Jahres 2009 kündigte EURENER schließlich in einer Pressemitteilung an, dass Vertriebsverträge für die Schweiz, Österreich und Deutschland unterzeichnet wurden. Der Auftrag umfasst ein Gesamtvolumen von rund 40 Millionen Euro.
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Wachsen statt durchhalten
Der EU-Solarmarkt verändert sich rasant - manchmal in unglaublicher Geschwindigkeit - stets abhängig von finanziellen Bedingungen und gesetzlichen Vorgaben. Um auf plötzliche Marktentwicklungen in einzelnen Ländern richtig reagieren zu können, muss die gesamte internationale Solarindustrie flexibel sein, und als „Karawane“ auch bereit sein weiter zu ziehen. Die spanischen Unternehmen, die sich derzeit ins Ausland orientieren, versuchen genau das: Sie möchten die Schwäche des heimischen Marktes umgehen, der mehr als andere unter der Finanzkrise leidet und erst einmal stabilisiert werden muss. Die Erfolgsgeschichte EURENERs ist dabei in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Zum einen ist EURENER beim Ausbau des internationalen Vertriebsnetzes schnell vorangekommen und hat sich gut am Markt positioniert. Zum anderen wächst EURENER nach wie vor anstatt nur zu überleben.
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Die 15 MW Module, die für den deutschen Markt bestimmt sind, unterstreichen dieses Selbstbewusstsein: mit einem solchen Auftrag und zu hundert Prozent in der EU gefertigten Produkten, und mit der längsten Garantie, die es derzeit auf dem Markt gibt (10 Jahre auf das Produkt und 25 Jahre auf die Leistung), präsentiert sich das Unternehmen als ein wichtiger Wettbewerber auch auf einem der anspruchvollsten Märkte der Welt. Und das ist genau der Punkt und Fragestellung: Wie können sich spanisches Unternehmen in den etablierten Märkten und bei den internationalen Marktführern behaupten? Wie viele von ihnen können noch von den ausländischen Märkten profitieren oder sogar damit zu wachsen? Für EURENER jedenfalls, hat der Erfolg auf der letzten Intersolar bestätigt, dass das Management bereits richtungsweisende Entscheidungen getroffen hat.
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