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:: Desertec – oder: Gibt es schlechten Solarstrom?
Man konnte es nicht versäumen: Desertec, das größte Projekt der noch jungen Solargeschichte, beherrscht die Schlagzeilen, und Solar-Promis, Unternehmer, Politiker wie Fachjournalisten wetteifern um den besten Kommentar. Kommentar von Heidi Schiller
Der eine lobt das Projekt in den höchsten Tönen, schließlich könne Desertec 15% des Strombedarfs der Europäer mit sauberer Energie decken. Der andere verteufelt es als „Fata Morgana“ und Bremse für den Ausbau erneuerbarer Energien in unseren Breiten.
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Wem soll man da glauben? Wer hat Recht? Wer vertritt seine Meinung, wer seine Interessen?
Da mausert sich die Solarbranche von den „Öko-Spinnern“ zum echten Wirtschaftsfaktor, und ausgerechnet an diesem Großprojekt scheiden sich die Geister? Wie dem auch sei – Desertec ist eine enorme technische Herausforderung. Aber wenn die gemeistert wird, kann das ein entscheidender Schritt hin zu einer Energieversorgung frei von CO2 sein. Wäre doch nicht schlecht, oder?
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So weit, so gut. Zumindest für uns Europäer, deren Sichtweisen die Debatte bisher dominieren. Und was haben die Herkunftsländer davon? Strom oder nicht Strom? Die Angaben, wie viel Strom tatsächlich nach Europa geht und wie viel in den Ländern selbst bleibt, reichen von 20% für Europa und 80% vor Ort bis zum umgekehrten Verhältnis. Nachdem große deutsche Energieversorger am Desertec-Konsortium beteiligt sind, dürfte sich das Ergebnis wohl eher in Richtung 80% Export aus der Wüste bewegen.
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Bis tatsächlich Strom fließt, bläst aber noch viel Sand durch die Wüste. Bis dahin fließt vor allem Geld, viel Geld in die Entwicklung der heiß diskutierten Sonnenkraftwerke. Und genau das kann zum Problem werden. Denn wo viel Geld, da viele Erwartungen und viele Begierden. In diesem Fall von den afrikanischen Anrainerstaaten, die in Desertec das Allheilmittel für ihr eigenes, eklatantes Energieproblem sehen.
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Es bleibt zu befürchten, dass dieses Großprojekt alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, alle Ressourcen bindet und alle anderen Projekte lahm legt. Das dürfte vor allem Projekte zur Versorgung der ländlichen Gebiete betreffen, selbst wenn sie schneller und billiger zu realisieren wären. Im schlimmsten Fall bleiben die jetzt liegen, bis Desertec kommt. Wenn es überhaupt kommt. Denn das ist alles andere als sicher.
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