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:: Deutschland muss erneuerbar bleiben

"Der beschleunigte und umfassend angelegte Wechsel zu Erneuerbaren Energien ist eine wirtschaftliche, soziale und ökologische Existenzfrage. Es darf keine Zeit mehr verspielt werden. Das EEG sichert ökologische und ökonomische Zukunftsfähigkeit.“Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises
Immer mehr Menschen spüren es, weil sie unmittelbar davon betroffen sind: Die Preise für Erdöl, Erdgas, Kohle und Atomkraft steigen unaufhörlich. Alle merken es und viele wissen es: Diese Energieversorgung ist zukunftslos!

Die weltweiten Reserven gehen zur Neige, und die Förderung der Restvorkommen wird immer kostspieliger und umweltschädigender. Wir erleben zunehmend internationale Energiekonflikte, wirtschaftliche Engpässe und soziale Benachteiligungen. Gleichzeitig verursacht der Verbrauch dieser Energiequellen wachsende Folgekosten – vom Klimawandel bis zum Atommüll. Das Festhalten an fossiler und atomarer Energieversorgung treibt die Gesellschaft in eine Existenzfalle. Nur effizientere Energienutzung und der unverzügliche und konsequente Wechsel zu Erneuerbaren Energien können wirtschaftliche, soziale und ökologische Abstürze abwenden. Zu lange sind diese Notwendigkeiten ignoriert, verzögert und blockiert worden.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist Deutschland seit 2000 Vorreiter und internationales Vorbild bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen geworden. In nur acht Jahren wurde der Anteil Erneuerbarer Energien an der deutschen Stromversorgung von 5 auf 15 Prozent gesteigert. Nirgends sonst sind so viele Solar- und Windkraftanlagen und moderne Biogasanlagen installiert wie in Deutschland. Die weltweit technisch profilierteste Industrie mit über 200.000 Arbeitsplätzen ist entstanden. Nirgendwo gibt es so viele für Erneuerbare Energien engagierte Bürger, Techniker, Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen und kommunale Energieversorger wie in Deutschland.

Dies alles wurde erreicht, obwohl die Stromkonzerne bis heute Widerstände aufbauen und immer noch viele politische Instanzen willkürlich Standortgenehmigungen für Anlagen verweigern.

Immer wenn eine Fortentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ansteht, regen sich Widerstände der Stromkonzerne und aus der Politik. So geschieht es auch jetzt wieder. Mächtige Interessenten der überkommenen Energieversorgung wollen vor allem die Stromerzeugung aus Solarzellen herunterfahren. Damit droht ein Fadenriss bei dieser strategischen Zukunftstechnologie, und es werden zahlreiche hochinnovative mittelständische Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen gefährdet. Das wäre nicht nur wirtschaftlich kurzsichtig, sondern auch bürgerfeindlich:

Überall in Deutschland ist sichtbar, wie sich die Gewinnung von Strom aus Sonnenlicht auf Dächern und auf Freiflächen ausbreitet. Diese Energietechnologie ist die vielversprechendste, weil sie überall anwendbar ist. Deshalb ist sie auch die populärste und die mit den größten und vielfältigsten Entfaltungschancen.

Die Solartechnik ist für Deutschland, in Europa und auf allen anderen Erdteilen gleichermaßen zukunftsträchtig. Die damit mögliche autonome Stromversorgung spart nicht nur Brennstoffkosten und vermeidet jegliche Emission, sondern senkt künftig auch Netzkosten. Im Lauf der nächsten zehn Jahre kann die selbsterzeugte Kilowattstunde Solarstrom billiger sein als jeder über das Netz gelieferte Strom.
Hunderttausende unabhängige Solarstromerzeuger in Deutschland haben schon das Versorgungsmonopol der Stromkonzerne gebrochen. Eine neue Ära hat begonnen: Die Stromversorgung geht in Millionen Bürgerhände über! Die herkömmliche Energieversorgung wird unbezahlbar:

Die gegenwärtigen jährlichen Mehrkosten durch das EEG liegen pro Haushalt bei 24 Euro im Jahr, was weniger als 4 Prozent der Strombezugskosten ausmacht. Demgegenüber sind allein in diesem Jahr die Strombezugskosten schon um durchschnittlich 70 Euro gestiegen. Während die Preise für Erneuerbare Energien durch Massenproduktion und technische Innovationen kontinuierlich sinken, werden die Kosten für herkömmliche Energien weiter steigen.

Allein die deutschen Klimaschäden weiterer fossiler Energienutzung werden bei 800 Milliarden Euro liegen. Und wenn die Atomkraftwerksbetreiber nicht weitgehend von einer Haftpflichtversicherung befreit wären, müssten sie ihren Atomstrom nach Berechnungen der EU-Kommission um mindestens 5 Cent pro Kilowattstunde teurer anbieten. Die Mehrkosten durch das EEG machen demgegenüber nur 0,7 Cent pro Kilowattstunde aus.

Vor diesem Hintergrund sind auch die Empfehlungen aus Auftragsgutachten von Wirtschaftswissenschaftlern abwegig, das EEG zugunsten des Emissionshandels abzuschaffen. Der Emissionshandel hat bisher nur zu einer jährlichen Minderung von 2 Millionen t CO2 geführt und die Strompreise um jährlich 5 Milliarden Euro belastet, während durch das EEG jährlich eine Emissionsminderung von 8 Millionen t CO2 bei zusätzlichen Gesamtkosten von 2,7 Milliarden Euro erreicht wird.

Das alles zeigt: Wer den Ausbau Erneuerbarer Energien bremsen will, handelt zukunftsblind, beschädigt das Gemeinwohl und verbaut der deutschen Wirtschaft ihre größte Chance für zahlreiche weitere neue industrielle Arbeitsplätze, für ihre künftige Wirtschaftskraft im Weltmarkt des 21. Jahrhunderts und für die Entwicklung stabiler regionaler Wirtschaftsstrukturen. Das EEG hat der Einführung Erneuerbarer Energien weltweit Auftrieb gegeben. Wer diese Dynamik in Deutschland willkürlich unterbricht, nimmt national und international unverantwortliche Rückschläge in Kauf.


Wir fordern alle politischen Entscheidungsträger auf,
  • die Breitenförderung der Solarstromerzeugung durch das EEG auszubauen – und deshalb keine überzogene Kürzung der Einspeisetarife zuzulassen, die die Investitions- und Einführungsdynamik willkürlich unterbrechen würden;
  • maßstabslose Blockaden bei Standortgenehmigungen für Erneuerbare-Energie-Anlagen abzubauen;
  • die Vergütung für die Windkraft auf dem Festland aufgrund der gestiegenen Rohstoffkosten zu erhöhen, weil deren Ausbau kosteneffizienter und schneller realisierbar ist als auf offenem Meer;
  • die Förderung von Strom aus Biogas zu verbessern, auf der Basis nachhaltiger Anbaubedingungen für Energiepflanzen und gleichzeitigem Einsatz organischer Abfälle;
  • in die Neufassung des EEG die Förderung von Kombi-Kraftwerken auf der Basis verschiedener Erneuerbarer Energien aufzunehmen;
  • allen Versuchen entgegenzutreten, auf nationaler und europäischer Ebene die Einführung Erneuerbarer Energien durch mengenmäßig beschränkte Einführungsquoten oder durch Emissionshandel zu ersetzen.
(Die Anzeige erschien am 30.05.08 in der Süddeutschen Zeitung und am 5. Juni 2008 in der "DIE ZEIT".) Sie können sich an der Anzeigenaktion zu beteiligen mehr
Quelle:
Eurosolar | Irm Pontenagel 2008
info@eurosolar.org
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