Erneuerbare Energien
Hans Kronberger © kronberger.net
Mehr zum Thema Erneuerbare Energien auf der Sonnenseite:
|
Artikel 208 von 385
:: Die Stunde der Wahrheit
Das Gebot der Stunde: Raus aus dem erdrückenden Denkkorsett des Industriezeitalters mit seinem primitiven Energienutzungssystem. Kommentar von Hans Kronberger
Sie ist bitter, die Erkenntnis, die schön langsam auch dem letzten Ignoranten dämmern muss. Nämlich, dass das fossile Zeitalter mangels Rohstoff viel schneller zu Ende geht als uns die falschen Propheten, die uns fast unendliche Vorräte vorgaukelten, weismachen wollten. Noch viel schlimmer als der Rohstoffmangel an sich sind Konzept- und Fantasielosigkeit der Akteure aus Politik und Wirtschaft. Wir erleben verzweifelte Versuche der Erhaltung eines Systems, das nicht zu halten ist. Statt einem Paradigmenwechsel. Eine ungebremste Fahrt Richtung Eisberg.
Â
Im Spinnennetz
Der Verzicht auf den schier unendlich vorhandenen Rohstoff Licht als Energieträger der Zukunft ist die (bisher) größte ökonomische Torheit des 21. Jahrhunderts. Gerade einmal 2,1 Millionen € hat die Regierung als volkswirtschaftliche Investition für Sonnenstrom in das neue Ökostromgesetz eingebracht: Wohl nicht viel mehr als die jährlichen DiätenrechnunÂgen der beteiligten Ministerien. Der Opposition fällt nichts Besseres ein, als an den Steuern zu hantieren und so das Energieproblem bestenfalls zu prolongieren statt es zu lösen.
Gemeinsam zappeln Regierung und Opposition hilflos im selbstgestrickten Spinnennetz ihrer unbewältigten Vorurteile. Keiner spricht es ernsthaft aus: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch, und der Strom dazu kommt von der Sonne. Fünf Milliarden Jahre Rohstoff zum Nullpreis kann sie uns garantieren, bei unendlichem Mengenangebot. Und der Nutzerpreis? Nur noch 20 Cent pro Kilowattstunde liegen EndverbrauchÂerÂpreis für Haushaltsstrom und Gestehungspreis von Photovoltaikstrom voneinÂander entfernt. Glaubt man den Prognosen des Stromregulators, lässt der nächste Preisschub für den Endverbraucher nur noch wenige Wochen auf sich warten. Dann schmilzt der Abstand weiter wie ein SchneÂeÂÂmann im Juni.
Die Nutzung von Sonnenstrom ist schon lange kein ökologischer Luxus mehr, sondern eine Überlebensfrage für die Wirtschaft. In Österreich stehen laut einer Studie des Infrastrukturministeriums 140 Quadratkilometer geeignete DachÂflächen und 50 Quadratkilometer an Fassaden zur Verfügung. Bei einer Nutzung von 63 Prozent dieser Flächen ergebe sich eine jährliche Ernte von 20 Terrawattstunden, einem Drittel des derzeitigen Gesamtverbrauchs in Österreich. Die Kostendegression bei Photovoltaikstrom wird für die kommenden Jahre auf zirka fünf Prozent pro Jahr geschätzt. Bei anhaltend galoppierendem Preisanstieg am fossilen Rohstoffsektor werden die Endverbraucherpreise für Energie außer Kontrolle geraten.
Â
Kraft durch Licht
Das Gebot der Stunde kann nur sein: Raus aus dem erdrückenden Denkkorsett des Industriezeitalters mit seinem primitiven Energienutzungssystem. Öffnung der Tore für das postfossile Zeitalter. Eine konsequente Energiewende ist keine technische, sondern eine intellektuelle Herausforderung. Die MenÂschheit ist weiter, als sie es selbst wahrnimÂmt. Die Entdeckung der Möglichkeit, aus Licht Kraft in Form von elektrischem Strom zu erzeugen, wird wohl als die größte Geistesleistung der Menschheit neben der Erfindung des Rades eingereiht werden müssen. Die Energiekrise muss uns zu einem Pakt mit dem Himmel führen, sonst landen wir allesamt am anderen Ende der Fahnenstange.
Â
Im Spinnennetz
Der Verzicht auf den schier unendlich vorhandenen Rohstoff Licht als Energieträger der Zukunft ist die (bisher) größte ökonomische Torheit des 21. Jahrhunderts. Gerade einmal 2,1 Millionen € hat die Regierung als volkswirtschaftliche Investition für Sonnenstrom in das neue Ökostromgesetz eingebracht: Wohl nicht viel mehr als die jährlichen DiätenrechnunÂgen der beteiligten Ministerien. Der Opposition fällt nichts Besseres ein, als an den Steuern zu hantieren und so das Energieproblem bestenfalls zu prolongieren statt es zu lösen.
Gemeinsam zappeln Regierung und Opposition hilflos im selbstgestrickten Spinnennetz ihrer unbewältigten Vorurteile. Keiner spricht es ernsthaft aus: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch, und der Strom dazu kommt von der Sonne. Fünf Milliarden Jahre Rohstoff zum Nullpreis kann sie uns garantieren, bei unendlichem Mengenangebot. Und der Nutzerpreis? Nur noch 20 Cent pro Kilowattstunde liegen EndverbrauchÂerÂpreis für Haushaltsstrom und Gestehungspreis von Photovoltaikstrom voneinÂander entfernt. Glaubt man den Prognosen des Stromregulators, lässt der nächste Preisschub für den Endverbraucher nur noch wenige Wochen auf sich warten. Dann schmilzt der Abstand weiter wie ein SchneÂeÂÂmann im Juni.
Die Nutzung von Sonnenstrom ist schon lange kein ökologischer Luxus mehr, sondern eine Überlebensfrage für die Wirtschaft. In Österreich stehen laut einer Studie des Infrastrukturministeriums 140 Quadratkilometer geeignete DachÂflächen und 50 Quadratkilometer an Fassaden zur Verfügung. Bei einer Nutzung von 63 Prozent dieser Flächen ergebe sich eine jährliche Ernte von 20 Terrawattstunden, einem Drittel des derzeitigen Gesamtverbrauchs in Österreich. Die Kostendegression bei Photovoltaikstrom wird für die kommenden Jahre auf zirka fünf Prozent pro Jahr geschätzt. Bei anhaltend galoppierendem Preisanstieg am fossilen Rohstoffsektor werden die Endverbraucherpreise für Energie außer Kontrolle geraten.
Â
Kraft durch Licht
Das Gebot der Stunde kann nur sein: Raus aus dem erdrückenden Denkkorsett des Industriezeitalters mit seinem primitiven Energienutzungssystem. Öffnung der Tore für das postfossile Zeitalter. Eine konsequente Energiewende ist keine technische, sondern eine intellektuelle Herausforderung. Die MenÂschheit ist weiter, als sie es selbst wahrnimÂmt. Die Entdeckung der Möglichkeit, aus Licht Kraft in Form von elektrischem Strom zu erzeugen, wird wohl als die größte Geistesleistung der Menschheit neben der Erfindung des Rades eingereiht werden müssen. Die Energiekrise muss uns zu einem Pakt mit dem Himmel führen, sonst landen wir allesamt am anderen Ende der Fahnenstange.
Quelle:
Hans Kronberger 2008
ist Präsident des Bundesverbandes Photovoltaik Austria
und früherer EU-Abgeordneter
Erstveröffentlich Wirtschaftsblatt 29.05.2008
Hans Kronberger 2008
ist Präsident des Bundesverbandes Photovoltaik Austria
und früherer EU-Abgeordneter
Erstveröffentlich Wirtschaftsblatt 29.05.2008
|
Artikel 208 von 385



















