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:: Drei Viertel der 2009 weltweit neu installierten Solaranlagen befinden sich in der EU

Mit den weltweit neu installierten photovoltaischen (PV) Zellen wurde 2009 ein Spitzenwert von schätzungsweise 7,4 GW Strom erzeugt, 5,8 GW davon kamen aus Europa.

Wie auch schon in den Jahren zuvor lässt sich daran die Tendenz einer Führungsrolle der EU erkennen, denn drei Viertel aller neuen Solaranlagen weltweit wurden in dieser Region installiert. Bis Ende 2009 lag die installierte Gesamtkapazität der Stromerzeugung aus (vorhandenen und neu installierten) PV-Anlagen in Europa bei 16 GW – was etwa 70 % der Kapazität weltweit (22 GW) entspricht. Diese und weitere Zahlen sind dem neunten jährlichen Photovoltaik-Zustandsbericht zu entnehmen, der heute von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC – Joint Research Centre) der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde.

 

Bei der vom JRC-Institut für Energie (IE) durchgeführten Studie wurden die Ergebnisse einer Umfrage zusammengefasst und bewertet, an der weltweit mehr als 300 Unternehmen teilgenommen haben. Untersucht wurden der internationale PVMarkt und die gesamte Branche, wobei ein besonderes Augenmerk auf die EU, auf Indien, Japan, China, Taiwan und die USA gerichtet und schließlich ein Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich gegeben wurde. Darüber hinaus findet sich in der Studie ein Überblick über die aktuellen Aktivitäten dieser Sparte in den Bereichen Forschung, Produktion und Markteinführung. Allerdings könnten die Angaben aus dem Jahre 2009 unsicherer sein als in den Jahren zuvor. Dies liegt wohl an der schwierigen Marktsituation sowie an der geringeren Bereitschaft der Unternehmen, vertrauliche Informationen preiszugeben.

 

Mehr PV-Stromerzeugungskapazität in Europa

Schätzungen zufolge reicht ein GW der PV-Stromerzeugungskapazität aus, um etwa 250.000 europäische Haushalte ein Jahr lang mit Elektrizität zu versorgen. Insgesamt wurden 2009 in der EU neue Stromerzeugungskapazitäten von 27,5 GW installiert. Davon gehen etwa 21% (5,8 GW im Vergleich zu 5,1 GW im Jahr 2008) auf die Photovoltaik zurück.

 

Das größte Wachstum in der EU konnte in diesem Berichtsjahr Deutschland verzeichnen (3,8 GW, womit sich dessen Gesamtkapazität auf 9,8 GW erhöht hat), und allein im vierten Quartal wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2,3 GW an das Stromnetz angeschlossen. Deutschland rangiert sogar weltweit auf Platz eins bei der installierten Gesamtkapazität (9,8 GW), gefolgt von Spanien (3,5 GW) (Abb. 1), was vor allem der Gesetzgebung für den Bereich der erneuerbaren Energien in diesen Ländern zu verdanken ist.

 

Zweiter im Photovoltaik-Wachstum war Italien mit 0,73 GW (1,2 GW Gesamtkapazität), gefolgt von Japan mit 0,48 GW (2,6 GW), den USA mit 0,46 GW (1,65 GW), der Tschechischen Republik mit 0,41 GW (0,46 GW) und Belgien mit 0,3 GW (0,36 GW). Aber der PV-Markt befindet sich noch in einer Anfangsphase. Lediglich 0,4 % des 2009 innerhalb der EU gelieferten Stroms wurden in PV-Anlagen erzeugt. Weltweit beläuft sich diese Zahl auf lediglich 0,1 %.

 

Produktion von PV-Zellen

Im Hinblick auf die Produktion von PV-Zellen wird in dem Bericht davon ausgegangen, dass diese Zahl 2009 weltweit auf 11,5 GW angestiegen ist (ein Wachstum von 56 % im Vergleich zum Vorjahr). In der EU blieb dieser Wert beinahe konstant bei 2 GW (2008: 1,9 GW).

 

In diesem Bereich lag China mit 4,4 GW für 2009 verglichen mit 2,4 GW für 2008 an der Spitzenposition, gefolgt von Taiwan (1,6 GW bzw. 0,8 GW) und Malaysia, dessen Produktion von 0,16 GW auf 0,72 GW angestiegen ist.

 

Viele Marktakteure gaben in den Jahren 2008 und 2009 ihre Absicht bekannt, ihre Expansionspläne für eine weltweite PV-Produktion zu reduzieren oder ganz aufzugeben. Es scheint jedoch, als wäre dieser Ausfall durch Markteinsteiger wie große Halbleiterproduzenten oder Energieunternehmen ausgeglichen oder gar in ein Plus umgewandelt worden.

 

Erhebliche Preissenkungen für Solarmodule

Eine prägende Erscheinung für das Jahr 2009 ist die Tatsache, dass Veränderungen auf dem – inzwischen nicht mehr durch die Angebots-, sondern durch die Nachfrageseite geprägten – Markt und die daraus folgende Überkapazität an Solarmodulen zu einer erheblichen Preissenkung von knapp 50 % innerhalb von 2 Jahren geführt haben. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Verkaufspreis von weniger als 1,50 € pro Watt.

 

Weitere zentrale Erkenntnisse aus dem Bericht

  • •Waferbasierte Siliziumzellen werden für Solarzellen noch immer am häufigsten verwendet und stellen einen Marktanteil von 80 % dar. •
  • Der Marktanteil von Solaranlagen unter Verwendung der Dünnschichttechnologie ist von 6 % im Jahr 2005 und 10 % im Jahr 2007 auf inzwischen 16 bis 20 % in 2009 angestiegen. •
  • Bei der konzentrierenden Photovoltaik (bei der Linsen eingesetzt werden, mit deren Hilfe das Sonnenlicht auf PV-Zellen konzentriert wird) handelt es sich um eine junge Technologie, die, trotz eines stark verzögerten Starts, sehr schnell wächst. •
  • Der vorhandene Mix aus PV-Technologien bildet eine solide Grundlage für das weitere Wachstum dieser Sparte, da eine einzige Technologie die unterschiedlichen Kundenerfordernisse nicht abdecken könnte. Durch die Verschiedenartigkeit der PV-Technologien wird die weitere Stromerzeugung aus PV-Anlagen sichergestellt, auch wenn grundlegende Beschränkungen oder technische Hindernisse die Weiterentwicklung oder das Wachstum eines einzelnen technologischen Modells drosseln sollten.
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