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:: Hubertus Gilsbach – vom Forstwirt zum Energiewirt
Projekt des Monats Mai 2009 der EnergieAgentur.NRW: Wer meint es nicht zu wissen: Energieversorger tragen Nadelstreifen und machen sich - beim Geldzählen - nicht die Hände schmutzig. Weit gefehlt, wenn es sich beim Energieversorger um Hubertus Gilsbach aus Schmallenberg handelt.
Der gelernte Forstwirt betreibt inzwischen ein Hackschnitzel-Heizwerk, eine Wassermühle und ein Holzgas-Blockheizkraftwerk (BHKW). Und statt Nadelstreifen schmücken Gilsbach von morgens bis abends am liebsten dicke Ölflecken auf dem Blaumann. Insgesamt 15 Abnehmer hat er für seinen Strom und seine Wärme in Schmallenberg gefunden - darunter ein Altenheim, einen Gasthof, ein Freibad und ein Hotel.
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Mit einem 50-kW-Stückholzkessel fing vor vier Jahren alles an. Der Kessel sorgte nicht nur für die Deckung des Eigenbedarfs, zusätzlich wurde auch der Nachbar im Winter mit Wärme versorgt. Inzwischen ist der Kessel nur noch im Notfall im Einsatz. Und seitdem hat Gilsbach über 400.00 Euro - samt und sonders aus der eigenen Tasche - in seine Projekte gesteckt.
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Energieversorgung ist eine Geschäftidee. Sein selbst gebautes 25-kW-Holzgas-BHKW kommt im Jahr auf 7.500 Betriebsstunden und produziert rund 60.000 kWh. Wie genau er das technisch macht, will er nicht verraten. "Geschäftsgeheimnis", sagt er. Und weil keine Kilowattstunde verschenkt wird, nutzt Gilsbach die Abwärme des BHKW zur Trocknung der Hackschnitzel. "Holzvergasung ist eine komplizierte Technologie. Umso beachtlicher sind die Betriebsstunden und Erträge der Anlage", erklärt Bernd Geschermann von der EnergieAgentur.NRW. Nach Abzug des Eigenbedarfs erwirtschaftet Gilsbach allein mit seinem Holzgas-BHKW pro Monat rund 1.300 Euro durch die Einspeisevergütung. Die Wärme verkauft er zudem an die benachbarten Anwohner, die über ein Nahwärmenetz angeschlossen ist. Zusätzlich produziert seine Wassermühle jährlich 50.000 kWh Strom. "Damit decke ich den Bedarf des Hackschnitzel-Heizwerks und speise den Rest ins öffentliche Netz ein", so Gilsbach.
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Den Schritt vom Do-it-yourself, dem Tüfteln im eigen Keller hinaus zur Professionalität schaffte Gilsbach - beratend unterstützt von der EnergieAgentur.NRW - vor einem knappen Jahr mit der Inbetriebnahme des Hackschnitzelheizwerks. Seine größten Wettbewerbsvorteil: Er ist günstiger als die große Konkurrenz, kassiert zum Beispiel keine Anschlussgebühren, und vor allem ist er aus der Nachbarschaft. Das Gebäude für die Hackschnitzel-Anlage stellte ein Nachbar kostenfrei zur Verfügung. Die beiden Kessel mit jeweils 150 kW Leistung belieferten im vergangenen Winter u.a. das örtliche St.-Georg-Alten- und Pflegeheim für 7,2 Cent/kWh mit Wärme aus regenerativen Quellen. "So sind die Energiekosten in dem Altenheim um ein Drittel gesunken", erklärt Gilsbach. Der Jahres-Wärmebedarf des Altenheims mit 64 Betten liegt bei rund 360.000 kWh.
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In bewährter Manier wird auch hier die Abwärme der Kessel zur Trocknung der Hackschnitzel verwendet. An Holz ist im Sauerland kein Mangel. Nachschub kommt praktisch vom Berg hinter dem Hackschnitzel-Lager.
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"Komplizierter ist dagegen die Regelung und Verteilung der Wärme aus verschiedenen Quellen. Wärme aus dem Holzgas-BHKW hat beim Verbrauch zum Beispiel Vorrang vor Wärme aus dem Hackschnitzelheizwerk, weil die Bereitstellung ökonomischer ist", so Geschermann. Gelöst wurde das Problem mit Hilfe dezentraler Pufferspeicher und einer komplizierten Hydraulik. Schwierigkeiten galt es auch bei der Verlegung des sternförmigen Nahwärmenetz zu überwinden - u.a. musste ein Bach überbrückt werden.
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Gilsbach will weiter expandieren. Kapazitäten habe er noch, sagt er. So laufen Gespräche über die Erweiterung des bestehenden Netzes.
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