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:: Im Elektro-Opel zur Arbeit, später auch in den Urlaub
Der Automobilhersteller Opel steht mit seinem Mutterkonzern General Motors vor der Pleite, und nur schnelle staatliche Intervention kann die Pleite von Mutter und Tochter verhindern. Dabei stellt sich die Frage, ob eine staatliche Beteiligung nicht auch Möglichkeiten zu einer Neuausrichtung des Fahrzeugkonzepts bietet. Gastkommentar von Eicke R. Weber.
Wie könnte dies aussehen? Die Klimakatastrophe sowie die sich abzeichnende Verknappung fossiler Brennstoffe drohen uns nach wie vor. Die augenblickliche Krise hat die hohen Ölpreise nur zeitweise reduziert, am wachsenden Bedarf besonders in China und Indien bei mangelnden Möglichkeiten zur weiteren Steigerung der Ölförderung hat sich nichts geändert. Daher werden wir gezwungen sein, unseren privaten Transport früher oder später vom Öl wegzuführen, und die interessanteste Alternative ist die Elektromobilität, die wir von den öffentlichen Transportmitteln bereits gut kennen. Strom wird sich leicht emissionsfrei und ohne Mengenbegrenzung aus Solarenergie, Wind, Wasserkraft und Geothermie gewinnen lassen, und privater Transport, basierend auf erneuerbaren Energien, wird daher technisch möglich.
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Das wichtigste Hindernis zur privaten Elektromobilität sind die Batterien, deren Fortentwicklung im letzten Jahrzehnt leider zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Wir können nicht warten, bis leichte, preiswerte und schnell ladefähige Batterien zur Verfügung stehen, die einem Elektroauto einen Radius von Hunderten von Kilometern bieten. Basierend auf der Hybridtechnology die in den letzten Jahren besonders von Toyota und Honda in Japan entwickelt wurde, ergeben sich schon heute technologisch sehr interessante Lösungen.
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Heutige Hybridautos wie der Toyota Prius haben nur eine kleine Batterie, die Bremsenergie speichert und im Stauverkehr auf kurzen Strecken elektrisches Fahren ermöglicht. Eine technisch relativ einfache Vergrößerung der Batteriekapazität führt zu einem Radius von 20 Kilometern, der für viele ausreichend wäre, die Fahrt zur Arbeit elektrisch zurückzulegen. Tagsüber kann das Auto – am besten an Solartankstellen – aufgetankt werden, nachts an dem uns allen zur Verfügung stehenden Ökostrom, um Montag bis Freitag emissionsfreies Autofahren zu ermöglichen. Wenn dann in fünf bis zehn Jahren die Batterietechnologie so weit gekommen ist, dass rein elektrische Autos wirtschaftlich sinnvoll werden, kann zur reinen E-Mobilität im Privatverkehr übergegangen werden.
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Diese Entwicklung wird von den deutschen Autofirmen noch immer nur zögernd in Angriff genommen. Toyota hat bereits für den Herbst dieses Jahres die Markteinführung eines Prius als Plug-in- Hybrid (Hybrid mit Stecker zur externen Aufladung) mit 20 Kilometern Radius angekündigt. Wo bleiben die deutschen Hersteller?
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Daher sollte bei einer staatlichen Beteiligung an Opel diese einmalige Gelegenheit genutzt werden, um wenigstens dieses Unternehmen eindeutig in Richtung auf eine grüne Zukunft aufzustellen. Opel hat bereits den Opel Ampera für 2010 oder 2011 angekündigt, die deutsche Version des Chevrolet Volt von General Motors. Er basiert auf Batterien heutiger Technologie und hat einen kleinen Verbrennungsmotor zur Aufladung der Batterien während einer Langstreckenfahrt. Seine Fahreigenschaften besonders für längere Strecken werden sicher nicht besonders aufregend sein. Der oben beschriebene Plug-in-Hybrid dagegen wird auch durchaus Fahrvergnügen bieten können und daher größere Akzeptanz finden.
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Eine teilweise staatliche Adam Opel AG könnte sich dieses Themas mit Enthusiasmus annehmen. Es wird sicher nicht an begleitenden Forschergruppen in Deutschland, zum Beispiel innerhalb des Netzwerkes E-Mobilität der Fraunhoferinstitute, fehlen. Eine derartige Neuaufstellung von Opel als dem ersten ausdrücklich grünen deutschen Autohersteller würde auch die staatliche Beteiligung sachlich sinnvoll machen und den Weg zu einer sicher für den Staat sehr lukrativen Reprivatisierung der Firma in fünf bis zehn Jahren ermöglichen.
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Beim Fahren ohne Schadstoffe könnte Opel eine große Rolle spielen
Deutschland hat bei den Technologien zur Herstellung erneuerbarer Energien einen weltweit bewunderten Spitzenplatz errungen. Es wäre wünschenswert, wenn es uns gelänge, auch den Übergang des Automobilsektors auf emissionsfreies Fahren technologisch anzuführen. Opel könnte dabei unter staatlicher Anleitung eine wichtige Rolle spielen.
Der Autor ist Direktor des Fraunhofer- Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg.
Erstveröffentlichung "Badische Zeitung" 14.03.09
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