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:: Solarförderung mit Augenmaß fortsetzen
Fraunhofer ISE nimmt Stellung zur Photovoltaikförderung.
Zur Diskussion um mögliche Änderungen der Photovoltaikförderung erklärt Prof. Eicke Weber, Direktor des Fraunhofer ISE, des größten Solarforschungsinstituts Europas: „Die Politik darf jetzt nicht nachlassen in dem ernsthaften Bemühen, die klimafreundliche Solarstromerzeugung möglichst schnell wettbewerbsfähig zu machen.
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Wir sind mitten auf einem anspruchsvollen, aber bislang sehr erfolgreichen Weg dorthin und haben schon sehr viel erreicht in Bezug auf technologische Verbesserungen, Marktentwicklung und Kostensenkungen. Diesen Weg dürfen wir nun auf keinen Fall verlassen, um nicht die Erfolge der letzten Jahre beim Aufbau von Marktstrukturen, Unternehmen, Arbeitsplätzen und Forschungsinfrastruktur zu gefährden. Allerdings muss angesichts der unerwarteten Änderungen im Photovoltaik-Markt in diesem Jahr die Förderung von Investitionen und Forschung angepasst werden. Dies muss rasch, aber mit Augenmaß erfolgen.
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Der aktuelle Erfolg der chinesischen Photovoltaik-Produzenten zeigt, dass sie ihren Rückstand gegenüber den deutschen Herstellern in Bezug auf Qualität und Produktionskosten deutlich verkürzen konnten. Dabei haben sie vor allem von der Lieferung modernster Fertigungsanlagen aus Deutschland profitiert, was sich positiv auf die Exportquote der Maschinenbauindustrie auswirkt. Da aber eine Photovoltaik- Produktion in Deutschland nur dann international wettbewerbsfähig ist, wenn die höheren Kosten für Löhne, Energie, Arbeits- und Umweltschutz etc. durch einen ausreichenden Technologievorsprung und eine höhere Produktivität ausgeglichen werden, muss jetzt vor allem dafür gesorgt werden, dass dieser Vorsprung wieder hergestellt wird. Die Voraussetzungen hierfür sind mit der hervorragenden Forschungsinfrastruktur, die in Deutschland aufgebaut wurde, vorhanden.
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Wir empfehlen deshalb der neuen Bundesregierung, eine Photovoltaik-Technologieoffensive bei deutschen Forschungsinstitutionen und Unternehmen anzustoßen
Hierzu müssen die Forschungsmittel deutlich erhöht werden, die in den letzten Jahren weit hinter der Marktentwicklung zurückblieben. Künftig muss die deutsche Solarindustrie auch stärker darauf achten, dass die technologischen Entwicklungen ausreichend geschützt werden. Nur so kann die Photovoltaik-Industrie langfristig in Deutschland gehalten werden.“
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Zur Photovoltaik-Marktförderung erklärt Gerhard Stryi-Hipp, Leiter Energiepolitik am Fraunhofer ISE
„Das EEG hat auch in diesem Jahr seine große Wirksamkeit bewiesen: der Marktausbau setzt sich trotz der Wirtschaftskrise fort und die Preise für Photovoltaikanlagen sind gesunken. Allerdings haben die Preise aufgrund des weltweiten Überangebots an Solarstrommodulen weltweit um 20% bis 30% für komplette Photovoltaikanlagen nachgegeben und damit weit stärker als erwartet. Die durch den verstärkten Wettbewerb verursachten Preissenkungen können nicht sofort durch Kostensenkungen aufgefangen werden, weshalb die Photovoltaik-Hersteller weniger Gewinne oder sogar Verluste ausweisen. Die Einspeisevergütung für Solarstrom wurde Anfang 2009 um 8% bis 10% gesenkt, weshalb mit Solarstromanlagen ein höherer Gewinn erzielt wird, allerdings nicht von den Herstellern, denn diese müssen ihre Preise am chinesischen Wettbewerbern orientieren, sondern von den Investoren, die statt einer sonst üblichen Rendite von 6% teilweise über 10% Rendite erzielen.
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Um die Zusatzkosten für die Stromverbraucher zu limitieren, sollte im Interesse des Erhalts des EEGs nun kurzfristig die Vergütung zusätzlich reduziert werden. Solange die Reduzierung die Investorenrendite wieder auf ein übliches Maß zurückführt, wird der Photovoltaik-Markt dadurch nicht beschädigt werden. Eine zu starke Absenkung würde dagegen entweder den Markt kollabieren lassen, falls die Preise nicht entsprechend sinken oder die Photovoltaik-Industrie in einen ruinösen Wettbewerb stürzen, da diese nicht mehr kostendeckend produzieren kann.
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Deshalb empfehlen wir eine rasche Absenkung der EEGVergütung mit Augenmaß, die sich an den realen Kostensenkungsmöglichkeiten orientiert und damit das Überleben der Photovoltaik-Industrie in Deutschland ermöglicht.“
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