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:: Ohne "Grüne Bildung" kein Green Business!
„Green Business“ ist in aller Munde. Erneuerbare Energien wie Solarenergie, Windkraft und Biosprit versprechen Milliardengewinne. Doch auch unabhängig von diesen „Boom-Branchen“ gewinnt umweltfreundliches Wirtschaften zunehmend an Bedeutung. Dies hat die private Hochschule BiTS in Iserlohn erkannt und bereits 2007 den Bachelor-Studiengang “Green Business Management” eingerichtet. Das jährliche Campus Symposium widmet sich ebenfalls dem Thema „Green Business“. Ein Interview mit Monika Bruckmann, Leiterin des UIB Umweltinstituts Bruckmann.
Ein Teilnehmer der renommierten Wirtschaftskonferenz mit eigenen Informationsstand ist das UIB Umweltinstitut Bruckmann. Mit seinen Lehrgängen und Seminaren rund um die Themen des Betrieblichen Umweltschutzes und der Energiewirtschaft unterstützt und vermittelt das Institut praktisches Know How an technische Fach- und Führungskräfte. Warum ein Weiterbildungsinstitut am Campus Symposium 2009 teilnimmt und welche Chancen „Green Business“ auch für die Bildungslandschaft bietet, erläutert Monika Bruckmann, Institutsleiterin des UIB Umweltinstitut Bruckmann
In den Medien und der Öffentlichkeit wird viel über „Nachhaltigkeit“ geredet. Nur ein Schlagwort oder hat dies auch praktische Bedeutung für Unternehmen?
Bruckmann: Nachhaltigkeit bedeutet, nicht auf Kosten kommender Generationen zu leben - weder wirtschaftlich, ökologisch noch sozial. Wir erleben in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise, wie wichtig nachhaltiges Denken und Handeln in allen drei Bereichen ist und wie kurzfristige Konzepte zur Profitmaximierung unsere Zukunftschancen massiv beschädigen.
Unternehmen werden künftig nur dann erfolgreich sein, wenn sie den Zusammenhang von Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung, also Nachhaltigkeit, in seiner ganzen Tragweite verstehen und in konsequentes Handeln umsetzen.
Deutschland hat keine nennenswerten natürlichen Ressourcen. Deshalb müssen wir Forschung und Entwicklung stärken, besonders in den Bereichen Umwelt und Energie. Manche sprechen da von der Wissensgesellschaft.
Wo liegen denn die Haupthindernisse auf dem Weg in eine „Nachhaltigkeits-Gesellschaft“, wie Sie es nennen?
Bruckmann: Das größte Hindernis ist das Fehlen von praktischem Umweltbewusstsein. Das allgemeine ökologische Bewusstsein ist in Deutschland zwar gut ausgeprägt, aber das ökologische Handeln der Unternehmen und seiner Mitarbeiter kann weiter verbessert werden. Wir müssen mehr Gewicht auf die Umweltbildung legen, d.h. auf das Know How, das es Unternehmen ermöglicht, sich umweltgerecht zu verhalten.
Widersprechen sich Ökonomie und Ökologie nicht gerade jetzt im Zeichen der Wirtschaftskrise?
Bruckmann: Der Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie ist nur scheinbar. Wir stehen heute vor der Frage: Wie sichern wir unseren Wohlstand und begrenzen gleichzeitig die Folgen des Klimawandels? Auf dem G20-Gipfel haben sich die Regierungen auch auf eine nachhaltige und ökologisch orientierte Weltwirtschaft verpflichtet. Diese soll auf der Basis von sauberen, innovativen, ressourcenschonenden und klimafreundlichen Technologien und Infrastrukturen entstehen. Weltweit werden in den Konjunkturprogrammen rund 400 Milliarden US-Dollar für „grüne“, Technologien bereitgestellt. Wir müssen also gerade wegen der Krise in nachhaltige Technologien investieren, um Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern. Darüber hinaus finanzieren sich viele nachhaltige Technologien selbst, denn sie sind oft deutlich effizienter als die Vorgängertechnologien. Im Übrigen hat es Unternehmen, die nachhaltig gewirtschaftet haben, immer gegeben. Im Kaufmännischen heißt das, nach den Regeln „ehrbarer Kaufleute“ zu handeln.
Ist das nicht eine Frage der Unternehmenskultur? Schließlich gilt es die ganzen tradierten Werte und Verhaltensweisen zu verschieben. Viele Konsumenten verhalten sich ja bereits Umweltbewusst.
Bruckmann: Unternehmen verhalten sich (weitgehend) rational. Ressourcen sparen heißt auch Kosten sparen. Damit ergibt sich die Notwendigkeit, ökologisches Hightech zu entwickeln fast von selbst. Und mit steigenden Energiekosten orientieren sich auch die Verbraucher zunehmend um. Es wird allerdings noch einige Jahre dauern bis die Unternehmen entsprechende Produkte und Dienstleistungen anbieten bzw. ihre Produktionsverfahren „auf Grün schalten“. Wir müssen uns allerdings beeilen: In Japan macht Green Business bereits 20 Prozent des Bruttosozialproduktes aus. Auch die Vereinigten Staaten erleben derzeit eine grüne Revolution: Die Leute kaufen mehr biologisch angebaute Lebensmittel, füllen ihren Toyota Prius mit Ethanol und installieren Solarzellen auf ihren Dächern.
Jetzt produziert Ihr Institut keine Solarzellen, kein Ethanol und auch im Lebensmittelbereich sind Sie nicht tätig.
Bruckmann: Wir produzieren „Grüne Bildung!“- wenn Sie so wollen. Die Märkte der Zukunft liegen in den Bereichen Energieeffizienz, nachhaltige Wasserwirtschaft, Mobilität, Energieerzeugung, Rohstoff- und Materialeffizienz sowie Kreislaufwirtschaft. In allen diesen Bereichen verfügen besonders mittelständische Unternehmen über enormes Fachwissen. Dieses muss jedoch ständig auf dem neusten Stand gehalten werden. Neben der Freisetzung von Kosten-senkungspotenzialen durch ökologische Prozessgestaltung fordert zum Beispiel der Umweltschutz den Unternehmen auch eine Reihe von administrativen Tätigkeiten ab, wie zum Beispiel die Einhaltung von Gesetzen, eine rechtssichere Dokumentation der Vorgänge und die regelmäßige Überprüfungen in Form von Audits. Das sind alles Themen und Unterstützungsleistungen, die das UIB Umweltinstitut Bruckmann den Unternehmen in seinen Seminaren und Lehrgängen anbietet.
Die Unternehmen müssen aber sparen. Da hat „Grüne Bildung“ nicht gerade Hochkonjunktur.
Bruckmann: Ja, das ist richtig und falsch zugleich! Richtig ist, dass Unternehmen sparen müssen. Falsch ist, dass Unternehmen Betrieblichen Umweltschutz nur als Prestige- oder Verantwortungsaufgabe wahrnehmen und sich diese Kosten in Krisenzeiten sparen. Gerade im Mittelstand erkennen immer mehr Firmen, dass effizienter Ressourceneinsatz und ökologisch effiziente Prozessgestaltung zu einem besseren Betriebsergebnis führen. Das Wissen, wie dies in einem Untermnehmen implementiert werden kann, also „Grüne Bildung“, ist deshalb kein Luxus, sondern der Erwerb dieses Wissens erfolgt aus der gleichen ökonomischen Motivation wie das gesamte unternehmerische Handeln.
Wie beurteilen Sie die Entwicklung „Grüner Bildung“ in der Zukunft?
BBruckmann: Unsere Themen sind z.B. Wasserwirtschaft, Energie oder Kreislaufwirtschaft. Diese Märkte zeichnen sich nach wie vor durch ein hohes Wachstum aus. Bereits 2005 standen sie für ein Weltmarktvolumen von fast 1.000 Milliarden Euro. Bis 2020 wird der Umsatz dieser Umweltindustrien, so Schätzungen, auf weit über 2.200 Milliarden Euro steigen und sich damit mehr als verdoppeln. Gute Perspektiven also für „Grüne Bildung“!
Das Campus Symposium ist in erster Linie eine Wirtschaftskonferenz. Warum ist das UIB Umweltinstitut Bruckmann auf dem Symposium präsent? Erwarten Sie hier neue Kunden zu gewinnen?
Bruckmann: Schön wär´s! (lacht). Nein, das sind nicht meine Erwartungen. Ich finde das Studienangebot der Hochschule BiTS in Iserlohn hervorragend. Besonders der Bachelor-Studiengang „Green Business Management” mit seinen 40 % Economy-, 40 % Ecology- und 20 % Soft Skills- Anteilen ist beispielhaft. In diesem Jahr hat das Thema des Campus Symposiums „Green Business“ einen direkten Bezug zu unserem Institut.
Auch wir möchten uns in Zukunft in der Ausbildung junger Leute engagieren. Wir bereiten gerade ein Mentorenprogramm vor. Gemeinsam mit unseren Referenten möchten wir junge Diplomanten, die in einem „Green Business“-Thema abschließen möchten, kostenlos begleiten. Mit diesem Programm möchten wir einen Paradigmenwechsel unterstützen: für die Unternehmen muss praktischer Umweltschutz alltäglich werden, Nachhaltigkeit zum Standard und Klimaschutz zum Kernbestandteil des Geschäfts. Aber ohne „Grüne Bildung“, kein Green Business!
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