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Wolfgang Theophil und Hans-Udo Sattler

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Grüne Linie: Grenze von 1967 und im Vertrag von Oslo Rote Linie: Mauer im Bau Blaue Linie: Bewilligter Verlauf der Mauer Gestrichelte blaue Linie: Geplanter Verlauf der Mauer Rote Flecken mit roter Linie umrandet: Enklaven im Bau Rote Flecken mit gestrichelter roter Linie umrandet: geplante Enklaven Hellgrüne Gebiete mit blau gestrichelter Linie umrandet: palästinensisch kontrollierte Gebiete Grünblaue Gebiete mit grüner Linie umrandet: israelisch kontrollierte Gebiete © gush-shalom.org

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:: 50 Jahre – Die Mauern fallen, wenn sich die Fundamente bewegen

Mochten es letzte Skrupel Walter Ulbricht (SED) gewesen sein, offen die Rolle eines Schergen Breschnews zu spielen, die ihn am 15. Juni 1961 zu seinem berüchtigten Satz veranlassten “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”.(1) Die Menschen Berlins machten am 13.August 1961 die eindeutige und letzte Erfahrung mit diesem Beton-Sozialisten: „Nee, Skrupel hat der Spitzbart nicht!“  Zwei Monate später waren die Worte des damaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Schall und Rauch. Am 13. August 1961 ließ er die Todesmauer zwischen Menschen hochziehen. Zerstörung der Einheit eines Volkes, Zerstörung sämtlicher menschlicher Beziehungen, Zerstörung eines Weges zu einem friedlichen Miteinander von Ost und West. Kalter Krieg! Ein Bericht von Wolfgang Theophil und Hans-Udo Sattler

Der Bau der Mauer, die Annektierung Ostberlins als Terretorium der DDR war Vertragsbruch, denn nach dem Viermächteabkommen war Berlin in Zonen eingeteilt und die Staatsgrenzen verliefen auch am Ostrand der Stadt.

 

Willy Brandt, damals Bürgermeister Berlins rief am 18.August 1961 in einer Rede im Bundestag das Volk Deutschlands und die Weltöffentlichkeit auf, dieses Unrecht niemals zu akzeptieren: "Das, was man dort bisher als Staatsgrenze bezeichnet hat – die Schlagbäume am Ostrand des Ostsektors – ist an den Potsdamer Platz und an das Brandenburger Tor vorverlegt worden. […] Für die westlichen Schutzmächte bedeutet der vergangene Sonntag, daß sie aus jenen Viermächtevereinbarungen herausgedrängt worden sind, die sich auf Berlin als Ganzes beziehen. Die Erklärung der Warschauer-Pakt-Staaten und das, was die Zonenregierung, darauf gestützt, verkündet hat, bedeutet in Wirklichkeit auch, daß den Westmächten die Mitverantwortung für Deutschland als Ganzes streitig gemacht wird, und zwar noch vor dem vielerörterten separaten Friedensvertrag […] Darüber hinaus haben die Westmächte in ihren Noten auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß diese einseitige Abänderung des Vier-Mächte-Status von Berlin die Spannung und die bestehenden Gefahren nur vergrößern kann […] Diese Vergrößerung der Spannung ist eingetreten. Sie liegt in der einseitigen Schuld der Regierung der Sowjetunion[…]"

 

Das was Ulbricht als “Antifaschistischen Schutzwall” anpries, entlarvte Willy Brandt: "Was zusammengehört, ist weiter auseinandergerissen, es wird brutal zerschlagen. Das Recht auf Freizügigkeit wurde zertrampelt. Dabei ist es primitives Menschenrecht, fliehen zu dürfen von einem Land in das andere. Um wieviel mehr gilt das erst, wenn es sich um die Flucht innerhalb eines Landes und innerhalb einer einzigen Stadt handelt."

 

Und die Gier und Unersättlichkeit von Diktatoren beschrieb Willy Brandt so: "Der sowjetische Ministerpräsident hat die Hälfte seiner Forderungen für das, was er eine „Freie Stadt Westberlin“ nennt, verwirklicht. Er hat sich, was er gefordert hat, selbst genommen. Durch derartige Teilerfolge ist der Appetit noch jeder Diktatur größer geworden."

 

Willy Brandt gab den Rat sich nicht zu ducken sondern lauten Protest zu erheben: "[…]Der Schutz der Menschenrechte ist eine ureigene Aufgabe der Vereinten Nationen. Den Weg vor das Weltforum kann man sich nicht aufheben für den Fall, daß eine Welt zu brennen beginnt. […] Die Spannung wird nicht verschärft, indem man die Wahrheit sagt, sondern die Spannung wird verschärft, indem einseitige Akte des Unrechts begangen werden […]"

 

Die Berliner Mauer war 155 km lang und durchschnittlich 3,6 m hoch.

 

Die Mauer in Israel ist 650 km lang und durchschnittlich 8 m hoch.

14 Jahre nach der Beseitigung der Berliner Mauer, wurde 2003 von der israelischen Regierung eine bis zu 8 Meter hohe Mauer mitten durch das Land der Semiten gezogen, durch das Land der Palästinenser und Juden. Es gibt viele Parallelen zur Berliner Mauer.

 

Uri Avnery, selbst einmal Abgeordneter im israelischen Knesset verurteilt den staatlich organisierten Rechtsbruch (3): "In Wirklichkeit ist der Wall, von kleinen Abschnitten abgesehen, nicht auf der Grünen Linie gebaut, auch nicht in gerader Linie […] Der Wall windet sich wie eine Schlange nach einem einfachen Prinzip: Die meisten Siedlungen müssen auf der westlichen Seite des Walles liegen, um eines Tages Israel angeschlossen zu werden. Der Wall läßt einige palästinensische Dörfer ganz auf der westlichen Seite – gefangen zwischen dem Wall und der Grünen Linie. Die bewegungslos gemachten Bewohner finden keinen Lebensunterhalt. Andere Dörfer, wie Mas’ha, liegen auf der östlichen Seite, aber abgeschnitten von dem Land, von dem sie lebten. Und es gibt Orte wie die Stadt Kalkilia, die fast vollständig von einer Wallschlinge umgeben wird mit nur einer kleinen Öffnung zur Westbank hin […] Die Landkarte, die so entsteht, erinnert an die Südafrikas zur Apartheidzeit."

Die Strategie der Regierung Sharon schätzte Uri Avnery folgendermaßen ein: "Eine der Absichten des Walles ist zweifellos, das Leben der Einwohner zur Hölle zu machen, um sie nach und nach zum Weggehen zu bewegen. So schwebt der üble Geruch des 'Transfer' über der Mauer […] Darin zeigt sich der Zweck."

 

Wollte Ulbricht die Bevölkerung hinter den eisernen Vorhang gefangen und für den „sozialistischen Aufbau“ in Besitz halten, so beabsichtigte Sharon die Flucht und Abwanderung der Palästinenser aus den eingekesselten Dörfern und Städten, um dem Staat Israel noch mehr Land einzuverleiben.

 

Bezeichnete Ulbricht die Mauer gemäß seiner sowjetischen Ideologie als “antifaschistischen Schutzwall”, so sollte laut Sharon die Mauer in Palästina die “Gefahr vor Terroristen” verhindern.

 

Uri Avnery verweist in diesem Zusammenhang auf die ideologische Theorie von Theodor Herzl aus dem Jahr 1896 im Gründungsdokument des Zionismus. “Für Europa würden wir dort (in Palästina) ein Stück des Walles gegen Asien bilden. Wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen.”

 

Willy Brandt warnte 1961, sich mit dem kaltblütigen Verbrechen der Mauerbauer abzufinden, denn dies schüre noch mehr die Gier der Macht sowjetischer Diktatur. Auch Uri Avnery rief auf, niemals diesen Wall der Unmenschlichkeit zu akzeptieren. „Ebenso wie der Wall nichts mit Sicherheit zu tun hat, wird er gewiß keinen Frieden bringen, sondern nur noch mehr Haß und Blutvergießen erzeugen.“

 

Der Vergleich Berliner Mauer – Palästina-Mauer ist in vielen Punkten berechtigt.

 

Sämtliche militärischen Übergriffe und politischen Lösungsversuche orientierten sich an politischen Interessenlagen. Ganz verdrängt wird die Tatsache, dass Juden und Palästinenser einem Stamm angehören, dem der Semiten. Und wenn heute in den Verhandlungen zwischen Israel, USA und Palästina auf die israelische Geschichte Bezug genommen wird, dann müßte die Geschichte wahrheitsgemäß betrachtet werden. Die Krux mit Israel ist, dass das historische Juda und Israel eigentlich auf dem Gebiet liegen, die heute als “Palästinensergebiete” bezeichnet werden, und die Küstenlinie war historisch gesehen nie jüdisch, sondern kanaanäisch, und Eilat war auch nie jüdisch.

 

Es wurde eine Landkarte “zurechtgebogen”, die genau das Gegenteil der Geschichte ist. Das heisst, es müssten Landtauschaktionen stattfinden: Hügelland gegen Küstenland. Bis heute hat aber noch kein Politiker oder Journalist es gewagt, dies so zu äussern.

 

Im Gedenken der Opfer – im Gedenken der Freiheit

 

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