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:: Armes reiches Deutschland
In der Geschichte der Bundesrepublik hat bisher nur einmal eine Partei bei einer Bundestagswahl die absolute Mehrheit gewonnen. Das war die CDU/CSU 1957 mit dem Slogan von Ludwig Erhard „Wohlstand für alle“. Die ökonomische Realität dieses Landes im Jahr 2009 sieht freilich ganz anders aus: Wohlstand für wenige!
In dieser Woche hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Studie publiziert, die zeigt, dass die Reichen immer reicher und die weniger Wohlhabenden und die Armen immer ärmer werden. Die Kluft zwischen arm und reich wird im reichen Deutschland immer größer.
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Die wohlhabenden 10 Prozent verfügen über 61 Prozent des privaten Vermögens, aber die 70 Prozent weniger Wohlhabenden besitzen nur neun Prozent des Nettovermögens. Seit vielen Jahren ging es mit der Wirtschaft bergauf, doch die Mehrheit der Deutschen hat davon nicht profitiert. Armes, reiches Deutschland.
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Seit etwa 20 Jahren steigen die Einkommen der Spitzenverdiener überdurchschnittlich. 1990 verdiente ein Topmanager das 20-fache eines Facharbeiters, aber heute das 200-fache. Das ist ein nicht akzeptabler, sozialpolitischer Skandal.Vor allem die Einführung von Hartz IV – so das DIW – habe dazu beigetragen, dass sich die Ersparnisse von Arbeitslosen auflösen. In Deutschland wächst vor allem deshalb das Risiko von Altersarmut. Besonders betroffen sind dabei die neuen Bundesländer.
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In den letzten fünf Jahren stiegen die Nettovermögen in den alten Bundesländern pro Erwachsener auf 101.000 Euro - während sie in den neuen Bundesländern auf 31.000 Euro gesunken sind. Besonders besorgniserregend ist die doppelt so hohe Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland gegenüber Westdeutschland.
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Im Superwahljahr 2009 ist die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen arm und reich in Deutschland sozialer Sprengstoff erster Güte. Die beiden Volkparteien CDU/CSU und SPD werden immer weniger gewählt werden, wenn sie die Dimension dieses Problems nicht sehen, nicht thematisieren und nicht politisch bekämpfen.
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Angela Merkel hat wie einst Gerhard Schröder die Entwicklung Ostdeutschlands zur Chefsache erklärt. Genutzt hat es wenig. Die neuen Bundesländer verarmen immer mehr und der soziale Sprengstoff in der gesamten Republik wird gefährlich. Die Marktwirtschaft war in Deutschland erfolgreich, weil sie immer als soziale Marktwirtschaft verstanden wurde. Der Brutal-Kapitalismus a la USA hatte im Nachkriegs-Deutschland keine Chance. Wenn die Politik der jetzt aufgezeigten  sozialen Schieflage nicht gegensteuert, kann es sein, dass auch die Marktwirtschaft in Deutschland keine Zukunft hat – eine unsoziale Marktwirtschaft hat Ludwig Erhard nie gewollt.
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© Franz Alt 2009
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