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:: Atomkraft schadet dem Klima

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke schaden dem Klimaschutz massiv. Mit dem sogenannten „Atomkonsens II“ macht sich die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner für die Interessen der Atomwirtschaft stark. Ein Kommentar von Ursula Sladek | EWS Schönau.

Die baden-württembergische Landesregierung, u.a. die Umweltministerin Tanja Gönner, will sich unter dem Schlagwort Atomkonsens II  nach der Bundestagswahl für eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke und für eine Änderung des geltenden Atomgesetzes einsetzen und fordert „unbegrenzte Laufzeiten für Atomkraftwerke“.

 

Wem nützt das? In erster Linie den Betreibern der Atomkraftwerke, den „Großen Vier“  EnBW, E.ON, Vattenfall und RWE: Laufzeitverlängerungen bringen Ihnen jährlich zusätzliche Milliardengewinne. Aber das würde die Bevölkerung sicher – wenn auch zähneknirschend -  hinnehmen, wenn die Laufzeitverlängerungen weiteren Nutzen brächten, z.B. für das Klima.

 

Dies ist jedoch nicht der Fall – im Gegenteil! Für den Klimaschutz ist der schnelle und konsequente Ausbau der Erneuerbare Energien Voraussetzung – dieser wird jedoch durch die Laufzeitverlängerungen massiv behindert, da sich zur Kombination mit Erneuerbaren Energien nur leicht und schnell regelbare Kraftwerke eignen. Atomkraftwerke sind, technisch bedingt, extrem unflexibel und eigenen sich daher nicht als Partner für die Erneuerbaren.

 

Dieses Argument wird aus der Atomwirtschaft selbst bestätigt: Wie die beiden Atomkonzerne E.ON und Electricité de France (Anteilseigner von EnBW) gegenüber der britischen Regierung erklärt haben, sind sie nur dann bereit, neue Atomkraftwerke in Groß-Britannien zu bauen, wenn der Ausbau der Erneuerbaren Energien begrenzt wird, weil die Technologien nicht gut miteinander kombinierbar sind.  

 

So ist auch in Deutschland damit zu rechnen, dass bei einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, wie von den Atomkraftwerksbetreibern und CDU und FDP geplant, der Ausbau der Erneuerbaren massiv gebremst wird. In diesem Zusammenhang ist es auch erhellend, dass die Baden-Württembergische Landesregierung bei ihrem Energiekonzept für das Jahr 2020 von 50 % (!)  Atomenergie, 30 % fossiler Energie und lediglich 20 % Erneuerbaren Energien im Stromsektor ausgeht. Der Bundesverband Erneuerbarer Energien geht bei konsequenter Umsetzung für das Jahr 2020 von beinahe der Hälfte der Stromversorgung (47 %) durch die Erneuerbaren aus. Auch andere Studien zur zukünftigen Stromversorgung liegen für die Prognose der Erneuerbaren weit über 20 %. 

 

Im Übrigen sind es auch die Großen Vier, die 50 % der neuen Kohlekraftwerke in Deutschland bauen oder planen – die meisten von der EnBW, allein oder zusammen mit anderen. Auch dies ist ein Beweis dafür, dass Klimaschutzgründe für die Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke nur vorgeschoben sind.

 

Wer auf Atomkraft setzt gräbt dieser umweltfreundlichen und exportstarken Boombranche des Jahrhunderts das Wasser ab.

 

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