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Lloyd C. Blankfein | Chairman and Chief Executive Officer © www2.goldmansachs.com
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:: Der Gott der Banker

„Ich bin ein  Banker, der Gottes Werk verrichtet“. Das hat uns in dieser Woche der Vorstandsvorsitzende der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, verraten. Dieses Bild von Gott ist in der Finanzkrise besonders pikant. Erst spekulieren Banker mit Geld, das sie gar nicht haben, machen dabei privat Riesengewinne, doch ihre Firma geht pleite und muss dann mit Steuergeldern gerettet werden.

Wer aber ist für den Schlamassel verantwortlich? Doch nicht die Banker, sondern der liebe Gott. „Es war Gottes Werk“, meint der feine Mr. Blankfein, immerhin einer der wichtigsten Banker der Welt.

 

Schon Berthold Brecht hat gespottet: Wie harmlos ist doch der Einbruch in eine Bank gegenüber der Gründung einer solchen! Was Mr. Blankfein erzählt, ist eher Gotteslästerung als religiös!

 

Die derzeitige öffentliche Kritik an den Banken bekommt durch solch religiös ideologisierten Unsinn weiter Auftrieb.

 

Nur ein Jahr nach dem größten Bankenskandal der letzten 60 Jahre zahlen viele Banken ihren Bossen wieder Millionengehälter und zusätzlich Boni. Aber Mr. Blankfein rechtfertigt die primitive Gier einiger Banker damit, dass diese schließlich „Gottes Arbeit“ verrichten. Solche Leute merken gar nicht mehr, dass sie mit ihrer Gewinn-Sucht den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen.

 

Und wie rechtfertigt Mr. Blankfein die neuen Riesengewinne seiner Zunft?

„Wir sind sehr wichtig. Wir helfen Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen bei der Kapitalbeschaffung helfen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Vermögen. Das wiederum schafft Arbeitsplätze für Leute, die mehr Wachstum und mehr Wohlstand schaffen.“

 

Da verwechselt einer der führenden Banker der Welt Wirtschaft mit Magie und eine Bank mit einem Goldesel. Der Mann „verdient“ nach Berechnungen der FAZ in diesem Jahr allein durch Boni über 20 Millionen Dollar. Und hält außerdem bei Goldman Sachs Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar. Zuviel Geld vernebelt offenbar das Gehirn.

 

Mr. Blankfein hat vor allem eine Kleinigkeit übersehen: Der Gott Jesu war nie ein Gott des Geldes, sondern ein Gott der Nächstenliebe. Doch zum Glück für uns alle gibt es nicht nur schlechte Banker, sondern auch gut wirtschaftende Banken.

Quelle:

© Franz Alt 2009

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