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:: Die Energiewende ist möglich

Der Klimawandel kommt schneller und hat dramatischere Folgen als selbst Pessimisten noch vor einigen Jahren vermuteten. Über eintausend Wissenschaftler des Weltklimarats haben vor fünf Jahren prognostiziert, dass der Nordpol am Ende des 21. Jahrhunderts eisfrei sein werde.

Vor zwei Jahren befürchteten die Experten, dass dieses Ereignis schon zur Mitte des Jahrhunderts eintreten könne und vor kurzem kam die Schreckensmeldung, dass der Nordpol schon in 10 Jahren ohne Meereis sein werde.

 

Allein durch den steigenden Meeresspiegel sind weltweit 136 Millionenstädte direkt an den Küsten gefährdet. Wir müssen mit Schäden von über 18 Billionen Euro rechnen, besagt eine neue Studie von WWF und Allianz. In Kalifornien und Südeuropa drohen Dürren und Wassermangel. Die Schäden durch Waldbrände werden sich verzehnfachen.

 

Der Klimawandel fördert außerdem kriegerische Konflikte in Afrika, wenn die Temperaturen südlich der Sahara – wie prognostiziert – um ein Grad Celsius steigen. Forscher warnen vor Bürgerkriegen in Afrika und der Weltklimarat befürchtet, dass bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts  200 Millionen Klimaflüchtlinge über unseren Globus irren werden, wenn auf dem bevorstehenden Klimagipfel die Wende im Klimaschutz nicht gelingt.

 

Deutschland und die anderen EU-Staaten gehen mit ambitionierten Klimaschutzzielen in diese Konferenz, welche vielleicht die wichtigste der Menschheitsgeschichte werden könnte. Angela Merkel nennt Klimaschutz „die Überlebensfrage der Menschheit“.  Was aber machen die USA, die pro Kopf doppelt so viele Klimaschäden wie die Europäer anrichten und welche Klimaziele haben die Milliardenvölker Indien und China?

 

US-Präsident Barack Obama steckt ausgerechnet jetzt in der Klimafalle. Er hat zwar im Wahlkampf auch beim Thema Klima getönt „Yes, we can“. Doch nun zeigt sich, er kann nicht wirklich, auch wenn er will. Denn ein entsprechendes Gesetz hat zwar knapp das Repräsentantenhaus passiert, wird aber erst im Frühjahr 2010 im Senat debattiert. Und ohne dieses Gesetz kann sich der Präsident zu nichts wirklich verpflichten. Ihm sind politisch gerade jetzt die Hände gebunden. Er wird bei seinem Kurztrip in Kopenhagen wohl anbieten, bis 2020 die Treibhausgase gegenüber 2005 um 17% zu reduzieren, aber da die USA zwischen 1990 und 2005 ihre Emissionen um ebensolche 17 % erhöht haben, ist dies kein wirklicher Forstschritt.

 

Hinzu kommt, dass ihm seine wichtigste innenpolitische Maßnahme, die Gesundheitsreform, im Moment  wichtiger ist als der Klimaschutz. Und einen Zweifrontenkrieg gegen die Konservativen, Gesundheit  und Klima, kann Obama nicht gewinnen.

 

Die Kopenhagen-Konferenz findet in einer Woche statt, aber Barack Obama kann sich frühestens im Frühsommer 2010 auf ein effektives, völkerrechtlich verbindendes Klimaschutzabkommen festlegen. In Kopenhagen kann er nur Absichtserklärungen bekunden, ähnlich wie vor 12 Jahren Al Gore in Kyoto. Aber wir wissen, dass daraus nichts wurde. Solange sich aber die USA nicht festlegen, verweigern Indien und China die verpflichtende Unterschrift. Sie werden schlicht darauf hinweisen, dass ein US-Bürger dreimal so viel Energie verbraucht wie ein Chinese und sechsmal so viel wie ein Inder.

 

Wer 20 Jahre lang die UN-Klimakonferenzen beobachtet hat, weiß, dass Kopenhagen wahrscheinlich scheitern wird. Wenn überhaupt, dann wird ein verbindliches Abkommen erst 2010 zustande kommen. Und es wird ähnlich lasch sein wie es einst das Kyoto-Protokoll war. Dem Klima geht es seither nicht besser, sondern immer schlechter. Einen Beschluss wird es mit Sicherheit geben: Den über die nächste Konferenz!

 

Obama kann eben nicht in 10 Monaten nachholen, was der Klima-Ignorant Bush acht Jahre lang  versäumte. Klimaschutz hat Ende 2009 in den USA noch lange nicht den politischen Stellenwert, den es in Europa inzwischen endlich gewonnen hat.

 

Zur Rettung der Banken standen vor einem Jahr weltweit in wenigen Tagen Billionen Dollar zur Verfügung. Da hat die Weltgemeinschaft ganz rasch und effizient gehandelt. Demgegenüber gilt Klimaschutz noch immer als weniger wichtig. Obwohl jeder weiß: Die Finanzkrise ist ein Problem von vielleicht zwei Jahren, aber die Klimakrise ist  das Problem der nächsten eintausend Jahre.

 

Die Erde hat Fieber, aber die Behandlung wird noch immer verzögert. Kopenhagen wird wieder einmal zeigen: Wirklicher Klimaschutz gelingt nur von unten, regional und national. Vor allem das gute Beispiel wirkt ansteckend.

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