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:: Es gibt keine Stromlücke

In dieser Woche erhielt die neue Bundesregierung bereits Post vom Umweltbundesamt (UBA). Die neue Regierung aus CDU/CSU und FDP müsse keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschließen und auch keine neuen Kohlekraftwerke genehmigen, hieß es da. Die oft beschworene „Stromlücke“ werde es nämlich gar nicht geben.

Der neuen Bundesregierung wird diese Strategie empfohlen: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz. Klaus Müschen vom UBA: „Es gibt genug Kraftwerkskapazität.“

 

Schon 2008 hatte das Bundeswirtschaftsministerium unter Michael Glos prognostiziert, dass es in absehbarer Zeit keine „Stromlücke“ geben werde.

 

Nur wenige Tage vor der Bundestagswahl hatte die alte Energiewirtschaft das Gegenteil behauptet. Sie verlangte deshalb längere Laufzeiten von Atomkraftwerken und den Bau neuer Kohlekraftanlagen. Die neue Bundesregierung soll der Energiewirtschaft helfen, den massiven Widerstand der Bürger gegen die alten Energieträger zu brechen.

 

2008 und 2009 sind durch Bürgerproteste nämlich schon sieben geplante Kohlekraftwerke verhindert worden. Und zwei Drittel aller Deutschen ist gegen Atomenergie – aber 92 % befürworten Erneuerbare Energie.

 

In diesem Herbst produzieren die Erneuerbaren bereits 18 % des Stroms in Deutschland. An manchen Tagen kann das Netz den vielen Windstrom gar nicht aufnehmen, weil Kernkraft und Kohlestrom den Zugang verstopfen. Die Erneuerbaren Energien wachsen nämlich viel schneller als selbst deren Protagonisten es noch vor kurzem erwartet haben.

 

Windräder, Solaranlagen und Biogaskraftwerke haben geradezu eine Volksbewegung provoziert. Über 220.000 Menschen, hauptsächlich Mittelständler, haben ihr gutes Geld in Windparks investiert und allein im Jahr 2008 hat sich der Solarstromanteil in Deutschland verdoppelt. Eine ähnliche Entwicklung ist für 2009 absehbar. Die Energieproduktion wird immer demokratischer und unabhängiger von den alten Monopolen. Zugleich erleben wir eine Renaissance der Stadtwerke.

 

Deshalb sind bei den Erneuerbaren Energien innerhalb weniger Jahre 280.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Tendenz stark steigend. Täglich entstehen zurzeit bei den Erneuerbaren 100 neue Jobs.

 

Nun will die FDP als neue Regierungspartei die Solarförderung reduzieren. Dennoch wird der Solarstromanteil weiter wachsen, weil die Solarzellen in wenigen Monaten um 30% billiger wurden. Solar- und Windstrom wird immer preiswerter und die alte Energie wird immer teurer.

 

Die neue politische Farbenkonstellation schwarz-gelb kann sich viel Ärger ersparen, wenn sie in der Energiepolitik auf die klugen Vorschläge ihres eigenen Umweltbundesamtes hört.

Quelle:

© Franz Alt 2009

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