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:: EthikBank wächst stürmisch

„Das Jahr 2009 ist getragen von einem starken Wachstum in nahezu allen Bilanzpositionen“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Klaus Euler. Stark gewachsen sind die Bilanzsumme, die Kundeneinlagen und der Ertrag. Kritisch sieht Klaus Euler die Regulierung des Bankenmarktes, bei der wichtige Handlungsfelder unberührt blieben.

Die konsolidierte Bilanzsumme von Mutter und Tochter erhöht sich im Jahr 2009 von 204 auf 270 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um 33 Prozent. Treiber dieser Entwicklung sind die stark gestiegenen Kundeneinlagen der EthikBank (+ 26 Prozent) sowie umfangreiche Geldmarktgeschäfte.

 

Die Kundeneinlagen entwickelten sich in der Gesamtbank von 190 auf 210 Millionen Euro (+ 11 Prozent). Dieses Wachstum kommt primär aus der EthikBank, die davon 87 Millionen Euro verwaltet. Das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr. In der EthikBank sind es vor allem Tagesgeld- und Anlagekonten, denen Kunden den Vorzug geben. Mit Beginn des Jahres 2009 ist zudem die Nachfrage nach Girokonten sprunghaft gestiegen (+38,4 Prozent).

 

Die Bank investiert das Geld ihrer Kunden auf Basis ihrer sozialökologischen Anlagepolitik vor allem am Kapitalmarkt (128 Millionen Euro) sowie in Kundenkredite, die im Jahr 2009 um vier Prozent gestiegen sind. Das Gesamt-Kreditvolumen der Bank liegt damit bei 68 Millionen Euro. Die Zuwächse sind vor allem in die Ökokredite der EthikBank geflossen. Das Geschäft mit den Ökokrediten hat sich im Jahr 2009 verdoppelt und beläuft sich auf knapp 4 Millionen Euro.

 

Die Risikokosten im Kreditgeschäft sind mit 550 TEUR gegenüber dem Vorjahr (339 TEUR) höher. Risikokosten aus der Finanzkrise hat die Bank nicht.

 

Das Gesamt-Kundenvolumen der EthikBank in Höhe von 91 Millionen Euro verteilt sich auf 8.926 Konten (7.705 im Vorjahr). Die meisten sind kurz- bis langfristige Anlagekonten (5.686). Hinzu kommen 2.728 Girokonten sowie 203 Kreditkonten.

 

Bei fünf Prozent der Geldanlagekonten haben sich die Kunden für ein sogenanntes Förderkonto entschieden. Diese Kunden verzichten auf 0,25 Prozentpunkte ihrer Zinsen und spenden diese dem Ethik-, Frauen oder Umweltprojekt. 3,2 Millionen Euro der Kundeneinlagen sind in solchen Förderkonten angelegt. Das entspricht einer Zinsspende von 7.965,91 Euro für das Jahr 2009, die die Bank im Februar an ihre Projektpartner überwiesen hat.

 

Trotz steigender Sachkosten erwirtschaftete die Bank ein Betriebsergebnis von 4,5 Millionen Euro (1,76 Prozent. Die EthikBank steuerte einen Ergebnisbeitrag von 100 TEUR bei. Damit liegt das Betriebsergebnis der Volksbank Eisenberg und ihrer Tochter deutlich über dem Durchschnitt einer deutschen Genossenschaftsbank (0,99 Prozent).

 

Sozialökologische Anlagepolitik zahlt sich jetzt aus: Griechenland und USA sind tabu

2008 und 2009 waren die wirtschaftlich besten Jahre der Bank. Als Ursachen dafür nennt Klaus Euler die starke Nachfrage in der EthikBank, die mit Ausbruch der Finanzkrise einen Anschubser erfuhr und mittlerweile eine Eigendynamik in Gang gesetzt habe, sowie die spekulationsfreie Anlagepolitik der Bank am Kapitalmarkt: „Wir sind überzeugt, dass langfristig nur solche Unternehmen erfolgreich sein können, die Nebenbedingungen an ihre wirtschaftlichen Ziele knüpfen“, erklärt Euler die Geschäftsphilosophie. So sei es nicht verwunderlich, dass die sozialökologischen Anlagekriterien die Bank auch vor wirtschaftlichem Schaden bewahrt haben.

 

„Unternehmen und Staaten, die die Umwelt schädigen oder Menschenrechte verletzen, werden über kurz oder lang auch ökonomische Probleme bekommen. Das sehen wir aktuell in den USA und in Griechenland.“ Beide Staaten führt die Bank schon seit Jahren in ihrer Negativliste. Investitionen der Bank in diese Länder sind damit tabu.

 

Das starke Wachstum konnte die EthikBank durch schlankere Prozesse bewerkstelligen. Sie beschäftigt derzeit neun Mitarbeiter - alle in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis.

 

Ausblick 2010

Aufgrund der Eigendynamik, die die Nachfrage in der EthikBank mittlerweile erreicht hat, erwartet Klaus Euler im laufenden Jahr ein weiterhin starkes Wachstum bei konstanter Ertragslage.

 

Appell an die Politiker: Vorboten des Zerfalls nicht länger ignorieren

„Wenn wir den folgenden Generationen keine verbrannte Erde hinterlassen wollen, muss unser Wirtschaftswachstum limitiert werden“, so Euler. „Doch das allein wird nicht ausreichen. Wir müssen auch die Kosten des Ressourcenverbrauchs einrechnen. Gegenwärtig werden diese Kosten, ebenso wie die Last der Staatsverschuldung, in die Zukunft verlagert und den nachfolgenden Generationen aufgebürdet.“

 

Eine grundlegende Lösung für die Transformation des Wirtschaftssystems zu finden, sei die vordringlichste Aufgabe der Menschheit in der gerade angebrochenen Dekade, sagt Sylke Schröder, Vorstandsmitglied der EthikBank: „Die Gesellschaft muss sich fragen: Wie wollen wir leben? Wie viel Wohlstand brauchen wir, und wie viel können wir uns leisten? Die Antwort darauf muss in verbindlichen Regeln münden, Regeln gegen die insgesamt extreme Verschwendung auf unserem Planeten.“

 

Regulierung Bankenmarkt: Wichtige Handlungsfelder bleiben unberührt

Dass die politischen Maßnahmen nicht geeignet sind, die gesamtgesellschaftlichen Probleme zu lösen, ist nach Meinung von Klaus Euler vor allem sichtbar in der Finanzbranche: „Wir leben in einer Zeit, die zunehmend von Technokraten beherrscht ist. Schlimm daran ist, dass die Politik wichtige Handlungsfelder zur Regulierung des Bankenmarktes nicht anfasst. Man muss sich zum Beispiel fragen, warum die dringend notwendige Spekulationssteuer eine so heiße Kartoffel ist. Stattdessen drehen die Politiker ein Riesenrad mit Kleinigkeiten und verhindern so Methodenvielfalt (Risikostreuung). Das sind Verboten des Zerfalls in unserer Gesellschaft.“

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