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:: Opel ist überall

Auf Opel trifft zu, was vielen Firmen in Deutschland droht: Sie verschlafen die Zukunft. Wer aber zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben und der Markt. Es opelt überall in Deutschland!

Vor sieben Jahren hatte ich ein Streitgespräch mit dem damaligen Opel-Chef Dr. Demand. Ich schlug vor, dass der Autokonzern möglichst rasch auf alternative Antriebssysteme umsteigen solle: auf das Biosprit-Auto, auf das Elektro-Auto, das Wasserstoff-Auto oder auf das Drei-Liter-Auto. Und vor allem auf die Produktion von leichteren und kleineren Autos.

 

Der Opel-Chef tat diese Vorschläge als „typische Ökospinnerei und völlig unwirtschaftlich“ ab. Opel sei mit „seinen heutigen Autos sehr gut auf die Zukunft vorbereitet“. Der Konzern blieb tatsächlich bei seiner alten Auto-Philosophie und scheiterte - wie wir heute wissen. Seit Jahren beantragt der einst strahlende Autobauer Steuergelder. Sonst drohe die Pleite und zehntausende Arbeiter müssten entlassen werden. Nachdem die Bundesregierung in dieser Woche Staatshilfe abgelehnt hatte, sollen jetzt die Bundesländer dem verschlafenen Autokonzern unter die Arme greifen.

 

Die vier großen Energieversorger, unsere vier Besatzungsmächte, haben die erneuerbaren Energien mindestens so verschlafen wie die Autobauer die alternativen Antriebe. Und was BP trotz aller grüner Propaganda wirklich treibt, können wir seit sieben Wochen jeden Abend in der Tagesschau beobachten.

 

Viele Architekten bauen heute noch Häuser wie vor 30 Jahren – sie haben immer noch nicht gelernt wo Süden ist. Viele Landwirte hängen immer noch an der Pestizid-Spritze und wollen nicht wahrhaben, was sie ihren Böden, von denen sie schließlich leben, damit antun.

 

Und die Wählerinnen und Wähler in Deutschland haben noch vor kurzem eine schwarz-gelbe Bundesregierung gewählt, die gegen jeden Sinn und Verstand auf längere Laufzeiten der alten AKW setzt. Obwohl jedes Kind inzwischen weiß, dass die Zukunft den Erneuerbaren Energien gehört und dass die alte Dinosaurier-Technologie Atomkraft  ins Museum der Technikgeschichte sollte.

 

Die alten Ressourcen des 19. und 20 Jahrhunderts wie Kohle, Gas, Öl und Uran werden ebenso weiter benutzt wie alte Autos weiter produziert und falsche Häuser gebaut werden. Die Folgen dieser falschen Technologie-Politik sind nicht nur Umweltschäden und ökonomische Schäden, sondern auch Massenarbeitslosigkeit.

 

Ohne rechtzeitige Modernisierungen entstehen keine neuen Arbeitsplätze. Die alten Branchen Kohle, Atom, Benzinautos, konventionelle Landwirtschaft oder Textil haben allesamt Arbeitsplätze abgebaut. Nur bei Erneuerbaren Energien sind in den letzten 12 Jahren 300.000 neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze entstanden. Bis zum 100-prozentigen Umstieg auf Erneuerbare Energien werden mehr als eine Million weitere Arbeitsplätze dazu kommen.

 

Dieser Aufbruch in die dritte industrielle Revolution, ins Solarzeitalter, kann aber nur gelingen mit mutigen und konfliktbereiten Politikern, mit vorwärtsgewandten Unternehmern und mit Wählern, die nur noch solchen Politikern ihre Stimme geben, die auch an unsere Kinder und Enkel denken. Wir alle müssen verstehen lernen, dass die Ökologie die intelligentere Ökonomie ist

Quelle:

© Franz Alt 2010

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