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:: Christliche Sterbehilfe für die Erde?
Manchmal denke ich, dass, wenn in Zukunft die uns nachfolgenden Generationen auf unsere Zeit zurückblicken, es ihnen äußerst seltsam erscheinen könnte, dass mit der CDU gerade die Partei in Deutschland sich um den „Ausstieg aus dem Ausstieg“ bemüht hat, die von ihrer Namensgebung her die erste hätte sein müssen, die sich vehement gegen die Nutzung der Atomenergie hätte wenden müssen. Ein Kommentar von Wilfried Michalski
Der „Ausstieg aus dem Ausstieg“
Manchmal denke ich, dass, wenn in Zukunft die uns nachfolgenden Generationen auf unsere Zeit zurückblicken, es ihnen äußerst seltsam erscheinen könnte, dass mit der CDU gerade die Partei in Deutschland sich um den „Ausstieg aus dem Ausstieg“ bemüht hat, die von ihrer Namensgebung her die erste hätte sein müssen, die sich vehement gegen die Nutzung der Atomenergie hätte wenden müssen.
Aber davon ist weit und breit nicht nur keine Spur, sondern ganz im Gegenteil, nirgendwo scheint man so unbekümmert dem mit der Atomtechnik verheißenen Erdenglück vom „billigen Strom“ und der „sicheren Energieversorgung“ zu frönen, wie in Kreisen der Christlich Demokratischen Union (sowie ihrer bayerischen Entsprechung).
In den Koalitionsverhandlungen mit dem „Wunschpartner“ FDP war denn die Verlängerung der AKW-Laufzeiten auch alsbald beschlossene Sache … und zur gefälligen Aufbereitung des „Ausstiegs aus dem Ausstieg“ tritt ein ministerialer Verlautbarer nach dem anderen vor die Mikrofone und verlullt sich und das Volk mit der Rede von der „Brückentechnologie“.
Hinzu kommt, dass nun, nach aktuellem Verlust der Bundesratsmehrheit eine Verlängerung der Laufzeiten ohne Bundesratszustimmung politisch organisiert werden soll.
Soweit so gut – oder schlecht. Je nach zeitgenössischer Sichtweise und Befindlichkeit.
Aber es geht um mehr …. und um dieses mehr kann und sollte sich letztendlich kein christlicher Politiker her umwinden. Darum diese Zeilen.
(Es ist hier nicht der Raum, eine umfassendere Darstellung des „Christlichen“ zu geben, aber es sollte Einigkeit darüber bestehen, dass „Christlich“ sich auf ein Wesen, nämlich Christus bezieht.
Wenn man den christlichen Gottesbezug einer Partei nicht für generell unmöglich oder ungerechtfertigt hält, dann gilt es eben diese „christliche“ Fundamentierung einer Partei zum grundlegenden Maßstab ihrer Politik zu machen. Sonst ist alles von vornherein eine hohle Phrase.)
Christentum hat, wenn man es als über Verkündigung und Lehre hinausgehend ansehen kann, eine Besonderheit und eine Tatsache zur innersten Begründung, die für nicht wenige Menschen eine schier unglaubliche Zumutung ist: Die Auferstehung des Christus!
Das ist zugebenerweise schwieriges Terrain und ggf. nicht leicht und auf Anhieb zugänglich.
Ich möchte den Zugang da hinein daher in eine Frage kleiden. ( Die dann jeder nach seiner Art beantworten kann )
Frage: Lässt sich, in extremer Verkürzung, denn für anderes ist hier nicht der Raum, die Auferstehung des Christus so denken, dass durch den Durchgang eines Gotteswesens durch den Menschentod, die der Materie innewohnende Vergänglichkeit und Todestendenz prinzipiell aufgehoben werden konnte? Dass somit die Auferstehung des Christus in der Erdenwelt in der geschichtlichen Ebene zwar die Tat eines Einzelnen ( Gottes ) war, mit dieser Tat aber der gesamten Schöpfung neue Lebenimpulse zugeeignet werden konnten.
Die Auferstehung des Christus hat, jedenfalls nach meinem Verständnis und in Beantwortung der Frage, zu ersten Umwandlungen und Aufbauprozessen in der Natur geführt und sie kann, durch die Mittlerstellung des Menschen, in der weiteren Zukunft vielschichtige belebende und helfend-heilende Auswirkungen in alle Lebenszusammenhänge, bis in die Materie hinein, entfalten.
Verkürzt lässt sich sagen: Zukunft und Neu-Schöpfung sind möglich.
An entscheidender Stelle einer so in der Welt verankerten Potentialität einer Neu-Schöpfung aus einem Auferstehungs-Weltverständnis steht aber, und das kann beflügeln oder bedrücken, der Mensch. ( Um Missverständnisse zu vermeiden: Das hier genannte „Auferstehungs-Weltverständnis“ kann zwar insbesondere aus dem Christentum gewonnen werden, ist aber nicht an dieses gebunden.
Die Auferstehungs-Tatsache in ihrer Bedeutung für die gesamte Schöpfung steht jedem Menschen gewissermaßen zur Kenntnisnahme bereit.)
Von daher ist es der Mensch in seiner Gesamtheit, der entscheidet, wenn er unterscheidet, mit welchen Kräften er sich begabt. Auf welche er baut und vertraut. Kräfte des Lebens, die die Materie neu ergreifen und beleben können oder Kräfte des Todes, die selbst die Materie förmlich mit Todeskeimen anstecken und in allem Lebendigen schleichend alle Lebenskräfte zerstören. Stichwort: künstliche Radioaktivität!
Und an dieser Stelle sollte sich insbesondere jeder „Christ“ fragen, ob die Entbindung der Atomkräfte, auch unter Maßgabe einer sogenannten „friedlichen Nutzung“, nicht der buchstäblich elementarste Mißgriff ist auf den man überhaupt verfallen kann?!
Wird damit nicht eine in die Materie gebannte Todes-Energie (Uran) zurück ins Leben geholt?
Kann man mit der Vorstellung, dass die Uranlagerstätten gleichsam Friedhöfe überlebter Materiestrukturen des Erdorganismus sind, aus denen letztendlich, und jenseits ihres vordergründigen Energiegehalts, nur Tod und Niedergang herauskommen können, bestenfalls bei sogenannten Naturvölkern auf Verständnis stoßen?
Wie groß sind die Chancen auf nur ansatzweises Verständnis im Rahmen des so oft zitierten „christlichen Welt- und Menschenbildes“, dass es zutiefst unchristlich ist, wenn gerade durch „christliche Politik“ das radikale Gegenteil von „Auferstehung“ im Menschen-und Erdenleben, nämlich Niedergang durch Zerstörung der tragenden Lebensstrukturen, vorangetrieben wird.
Dahingehend sollte die Todeszone und die unbedingte Widerwärtigkeit gegenüber allem Lebendigen schon in jedem „Schutzanzug“ ablesbar sein. Verbreitung von künstlicher Radioaktivität durch Kernkraftwerke wirkt im Erdorganismus wie eine sukzessiv vorangetriebene Sterbehilfe. Das kann nicht “christlich” sein.
Das hier dargestellte ist gewiss kein kleiner Vorwurf gegenüber der gängigen “Christlichen Politik”, aber ein sachlich unvermeidbarer.
Und in der Unvermeidbarkeit dieser Auseinandersetzung würde mir wünschen, dass ein solcher Super-GAU in der christlichen Wahrnehmung endlich in größerem Umfeld gesehen und benannt wird.
In einer CDU, die sich meinetwegen als Capitalinteressen-Durchsetzungs-Union definieren lassen könnte, kann man den “Ausstieg aus dem Ausstieg” vorantreiben.
In einer “Christlich Demokratischen Union” kommt das einem Selbstverrat bis in die Grundfesten gleich!
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