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Bundeskanzlerin Angela Merkel und George W. Bush, Präsident der USA © bundesregierung.de
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:: Merkel oder Bush? Die Woche der Weichenstellung

In dieser Woche wurden die Weichen für den Klimaschatz in der Zukunft gestellt.  Am Montag hat Angela Merkel in New York beim Klimagipfel der UNO ihre Rede gehalten und verbindliche Klimaschutzziele gefordert.
Am Ende der Woche wirbt George W. Bush auf einer eigenen Klimakonferenz für seine eher unverbindlichen Ziele und für Freiwilligkeit beim Klimaschutz. Die Kanzlerin süffisant zu Bushs Konzept: „Das kann klappen, ist aber eher unwahrscheinlich“. 

Bush war nicht anwesend als Merkel vor der UNO sprach und Merkel ist auf Bushs Konferenz abwesend. Sie schickte ihren „persönlichen Vertrauten“ Sigmar Gabriel. In New York wurde deutlich, dass die Merkel-Strategie größere Chancen hat als die Bush-Taktik. Doch die Kanzlerin typisch und nüchtern: „Das wird noch ein mühevoller Weg.“
 
Vor 10 Jahren in Kyoto fing alles an. Angela Merkel hat damals als Umweltministerin zusammen mit ihrem japanischen Kollegen das Kyoto-Portokoll auf den Weg gebracht. Die USA haben zunächst das Protokoll verwässert und sind dann unter Bush ganz ausgestiegen. Wenn sich aber die größten Klimasünder dem Klimaschutz verweigern, machen logischerweise die Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien nicht mit.
 
Jetzt blickt alle Welt auf die Bali-Konferenz im Dezember. Dort soll für das viel zu harmlose Kyoto-Protokoll ein wirksameres Folgeabkommen auf den Weg gebracht werden. Immerhin wollen die USA diesmal dabei sein und Angela Merkel hofft, mit ihrer Politik der „Klimagerechtigkeit“ auch die Schwellenländer ins Boot zu bekommen. Klimagerechtigkeit heißt: Künftig und langfristig darf jeder Mensch unter dieser Sonne gleichviel Emissionen freisetzen. Jede und jeder hat das Recht auf den gleichen Wohlstand.
 
Das ist ein revolutionär neuer Ansatz. Konkret heiß das nämlich, dass künftig jeder Mensch zwei Tonnen Treibhausgase emittieren darf. Eine beinahe utopische Herausforderung. Denn ein US-Amerikaner emittiert zurzeit 20 Tonnen, ein Deutscher 11 Tonnen, ein Chinese zweiTonnen, ein Inder eine Tonne und ein Schwarzafrikaner 0,5 Tonnen pro Jahr.
 

Merkel vor der UNO
Ein ganz neues Denken sei nötig, damit auch Indien und China beim Klimaschutz mitmachen. Die Kanzlerin argumentiert inzwischen wie Michail Gorbatschow vor über 20 Jahren in der alten Sowjetunion. Auch Gorbatschow lebte lebensgefährlich und hatte die alten Männer gegen sich. Die Wissenschaftlerin Merkel orientiert sich an den Vorgaben der Klimawissenschaftler. Nur so, sagt die Kanzlerin, sei die Klimakatastrophe noch abzuwenden. Merkel in New York: „Das Wichtigste ist, dass die Wirtschaft die Chancen sieht und nicht nur die Risiken.“
  
Die Vorgaben, welche die Kanzlerin innerhalb der EU ihren männlichen Kollegen abgerungen hat, sind eine gute Voraussetzung zum Erreichen ihrer Ziele: Wenn die anderen Staaten bis 2020 wenigstens 20% weniger emittieren, dann wollen die EU-Länder 30% und Deutschland 40% weniger freisetzen - gemessen an 1990. Ehrgeizige Ziele.
 
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hatten sich die EU-Staaten verpflichtet, bis 2012 ihre Emissionen um acht Prozent zu senken. Freilich: Die wenigsten werden dieses Ziel erreichen.
 
Klimaschutz bleibt das Jahrhundertproblem. Und diese vergangene Woche war eine Woche der Weichenstellungen, Es wurde deutlich, dass George W. Bush ein Auslaufmodell ist, er selbst hat es freilich am wenigsten gemerkt hat. Die Zukunft gehört den Merkelianern und nicht den Bushisten.
Quelle:
Franz Alt 2007
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