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:: Sauber in die Zukunft 2/3
Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht die weltweite Autoindustrie am Scheideweg: „2009 ist für die Autobranche ein Darwin-Jahr.“ In diesem Jahr müssten die Weichen neu und richtig von denen gestellt werden, die sich in der „automobilen Evolution“ behaupten wollen. Nicht die Stärksten würden überleben, sondern diejenigen, die notwendige Veränderungen meistern und rechtzeitig und besser als die Konkurrenz die Umweltherausforderungen annehmen.
Bislang unerhörte Töne von Automanagern in Deutschland. Zetsche wörtlich: „Der Anfang vom Ende des Ölzeitalters ist da.“ In der Tat wird immer mehr Öl nachgefragt, aber es wird seit einigen Jahren schon immer weniger gefördert. Der Höhepunkt der Ölforderung ist unwiederbringlich überschritten. Deshalb geht die Internationale Energieagentur in Paris davon aus, dass sich in den nächsten vier Jahren der Ölpreis gegenüber heute verfünffachen wird. Das wären etwa vier Euro pro Liter Benzin. Bei der jetzt anstehenden Selektion unter den Autobauern, so Zetsche, werde es Gewinner und Verlierer geben. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!
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Der letzte Autosalon in Detroit 2008 wurde von Spöttern noch als „die Totenmesse für die Autoindustrie“ bezeichnet. Doch jetzt im Frühjahr in Genf sah es schon wieder ein wenig nach Auferstehung aus. Die absehbare Rohölknappheit und der Klimawandel lassen – nach 100 Jahren Verbrennungsmotor – alternative Antriebe als einzig möglichen Ausweg aus dem Fahren mit dem Feuer erscheinen.
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Das Auto der Zukunft ist still, es brennt nicht, raucht nicht und stinkt nicht. Es will nur noch fahren. Wunderbar. Eine Lösung der Mobilitätskrise zeichnet sich ab. Doch sie wird ordentlich Geld kosten. In Werbespots verabschiedet sich General Motors vom Verbrennungsmotor bereits so: „Liebes Öl, wir hatten bisher jahrzehntelang eine tolle Beziehung. Aber jetzt glauben wir, dass es für uns besser wäre, wenn wir uns nicht mehr so oft sähen.“ Ciao Öl, tschüss Gas. Schwarzes Gold adieu! Lebe wohl! Die mobile Gesellschaft schickt sich an, den Pfad der ökologischen Tugend zu beschreiten. Der Unternehmensberater Roland Berger hat ausgerechnet, dass schon 2020 jedes vierte neu zugelassene Auto in Europa mit Strom fahren wird. Eine der größten technischen Umwälzungen der 150jährigen Industriegeschichte steht uns bevor. Und diese ist überlebensnotwendig. Denn zurzeit fließen jedes Jahr zwei Milliarden Tonnen Rohöl, knapp die Hälfte des gesamten Weltverbrauchs, in den Straßenverkehr. Die Milliardenvölker Indien und China, aber auch große Teile Südamerikas und die ersten Länder in Afrika stehen jedoch erst am bescheidenen Beginn ihrer Auto-Motorisierung. Und warum sollten die Menschen in den Entwicklungsländern weniger Auto fahren dürfen als wir in den reichen Staaten?. Die deutsche Bundeskanzlerin hat als erste Spitzenpolitikerin der Welt den Begriff der Klimagerechtigkeit in die politische Debatte eingeführt. Das heißt: Die Reichen müssen künftig und rasch ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren während die Dritte-Welt-Länder noch etwas mehr als zum Teil auch heute schon Treibhausgase emittieren dürfen. Ein deutscher Mensch verursacht im Schnitt heute 11 Tonnen Treibhausgase – wir werden uns jedoch künftig mit zwei Tonnen – das wird der Weltdurchschnitt sein - zufrieden geben müssen. Wohlstand wird in Zukunft nur möglich, wenn er ökologisch fundiert ist. „Ökologischer Wohlstand für alle“, so würde ein moderner Ludwig Erhard das politische Ziel für eine gute Zukunft formulieren. Und das heißt: Wir brauchen eine 100 %-ige solare Energiewende und eine ökologische Verkehrswende. Bei entsprechendem politischem Willen ist diese Wendepolitik in 20 bis 30 Jahren realisierbar. Mit Verzicht und Opfer hat diese Politik nichts zu tun, wohl aber mit ein klein wenig mehr Intelligenz und Verantwortung für unsere Kinder und Enkel.
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Teil 3: Das Elektroauto kommt
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© Franz Alt 2009
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