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:: Wende in Peking: China braucht Klimaschutz

Schon bisher hat China den Klimaschutz ernster genommen als manche westliche Industriestaaten. So produziert das Reich der Mitte allein mehr Sonnenkollektoren als die gesamte übrige Welt zusammen.

Schon heute gehört China zu den Spitzenreitern bei der Windenergie-Produktion. Und in wenigen Jahren will China gar Windweltmeister sein.

 

Andererseits emittiert das 1,35 Milliarden-Volk insgesamt inzwischen mehr Treibhausgase als die USA. Pro Kopf freilich sieht die Rechnung anders aus: Ein US-Bürger setzt fünfmal mehr Treibhausgase frei als ein Chinese.

 

Jetzt aber hat sich die chinesische Regierung erstmals ehrgeizige Richtwerte beim Klimaschutz gesetzt: Bis 2050 sollen die Emissionen auf den Stand von 2005 reduziert werden. Damit will Pekings Regierung im Kampf gegen den Klimawandel nicht länger als Bremser dastehen.

 

Vier Monate vor dem nächsten Klimagipfel in Kopenhagen präsentiert sich Chinas Regierung als Mitstreiter beim Kampf gegen den Klimawandel. Nächste Woche will der Volkskongress eine Klimaschutzresolution annehmen. Der Kampf gegen den Klimawandel soll künftig in die nationalen Entwicklungspläne aufgenommen werden. Funktionäre werden dann künftig nicht mehr daran gemessen, wie schnell sie die Wirtschaft voranbringen, sondern wie sie die Emissionen verringern.

 

Bisher galt auf allen internationalen Klima-Konferenzen die chinesische Formel von der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung“. Danach sollten die reichen Industriestaaten beim Klimaschutz vorangehen, denn sie würden das Klima ja auch am meisten belasten. Mit Indien fordert China von den alten Industriestaaten bis 2020 eine CO2-Reduktion von 40%. Diese Forderungen sind berechtigt, denn nur mehr Klima-Gerechtigkeit führt zu einer friedlicheren und gerechteren Welt.

 

Jetzt aber hat China erstmals selbst eigene konkrete Reduktionszeile genannt anstatt sie immer nur von anderen zu fordern. Eine historische Zäsur!

 

Zusammen mit der neuen Sensibilität der US-Regierung gegenüber dem Klimawandel könnte die neue chinesische Klimapolitik den Ausschlag für ein positives Ergebnis auf der Konferenz in Kopenhagen sein. Diese Konferenz im Dezember könnte die Schicksalskonferenz für das Überleben der Menschheit werden.

Quelle:

© Franz Alt 2009

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