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Im Gegensatz zu konventionellen und selbst zu Niedrigenergie- und Passivhäusern haben Plusenergiehäuser eine positive Energiebilanz: Sie erzeugen mehr Energie als sie verbrauchen. © rolfdisch.de
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:: Auf die Zukunft bauen: Niedrigenergiehaus, Aktiv-Haus, Solarplus-Haus

In der Deutschen Bauordnung steht der Satz: "Bauten sind so zu errichten, dass sie das Leben der Menschen und die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährden." Doch außer Baubiologen kümmert sich kaum jemand darum.  Bis zu 95 Prozent unserer Zeit verbringen wir in Gebäuden.
Dass Ölheizungen Rußpartikel und Feinstäube freisetzen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Die Luftqualität ist in unseren Häusern oft noch miserabler als auf den Straßen unserer Städte mit vielen Autos. Jedes zweite Kind leidet inzwischen an Asthma oder Allergien. Jeder vierte Erwachsene hat ein beschädigtes Immunsystem.
 
 
Was macht unsere Häuser krank?
Zum Beispiel:  Nichtökologische Baumaterialien, Elektrosmog, Feinstaub, Rußpartikel, Lärm und Strahlung. Dabei spielen unsere falschen Energiequellen eine zentrale Rolle. Mit dem Verbrennen von Öl und Gas ruinieren wir nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit. Wer zum Beispiel Holzpellets statt Öl verbrennt, in dessen Wohnung stinkt es nicht mehr, es riecht vielmehr nach Tannenduft. Die Energieversorgung ist der Schlüssel für Nachhaltigkeit.
 
Ökologische Energieversorgung mit ökonomischen Vorteilen ist heute schon möglich und wird Jahr um Jahr attraktiver. Das Hauptproblem ist nicht mehr fehlende Technik. Das Hauptproblem ist fehlende Information über die neuen Möglichkeiten. Menschen, die informiert sind, bleiben nicht länger Teil des Problems, sie werden Teil der Lösung.

Immer mehr Heizungsbauer empfehlen ihren Kunden eine Kombination aus Sonnenkollektoren auf dem Dach und einer Pellet-Heizung im Keller: „Sie sparen dabei die Hälfte der Heizkosten und leisten einen Beitrag gegen den Klimawandel.“
Unser Vier-Personen-Haushalt in Baden-Baden erntet mit Sonnenkollektoren soviel Sonnenstrahlen, dass wir damit von April bis Oktober ausreichend und auch im Winterhalbjahr zum Teil mit Warmwasser versorgt sind. Das heiße Wasser reicht selbst dann, wenn wir alle nacheinander duschen. Außerdem produzieren wir mit Hilfe der Sonne doppelt soviel Strom wie eine durchschnittliche Familie verbraucht. In Österreich wurden in den letzten Jahren bereits 1.000 Häuser gebaut, die zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie auskommen.
 
Wenn Architekten, Stadtplaner und Kommunalpolitiker endlich lernen, wo Süden ist, dann lassen sich in Österreich in den nächsten Jahrzehnten durch solares Bauen riesige Energiemengen einsparen. Es ist erwiesen, dass durch die passive Nutzung der Sonnenenergie in Gebäuden – viel Fensterfront in Richtung Süden, Lichtplanung, Baumaterialien zur Wärmespeicherung und zur Kühlung sowie durch Wärmeaustauschsysteme – sogar bis zu 90 Prozent der Heizkosten eingespart werden können. Die Restwärme kann künftig durch Solarkollektoren erzeugt werden. "Bauen mit Grips statt Energie vergeuden" sollte das Motto intelligenten Bauens werden.
 
Niedrigenergiehäuser kommen mit einem Fünftel der Heizenergie gegenüber unseren Altbauten aus. Nullenergiehäuser sind in Wirklichkeit Nullenergiekostenhäuser, weil sie keine herkömmliche Energie mehr verbrauchen. In Japan werden schon jedes Jahr etwa 20.000 Nullenergiekostenhäuser gebaut, die ausschließlich mit Solarenergie versorgt werden.
 
Die ARD sendet Anfang 2007 eine zweiteilige Dokumentation mit dem provozierenden Titel "Tschüss Öl, ciao Gas". 64 Altbauwohnungen in Karlsruhe werden dafür vom alten Gasnetz abgekoppelt und zu 100% auf erneuerbare Energien umgestellt. Zwei Holzpelletkessel und ein mit Pflanzenöl betriebenes Blockheizkraftwerk sollen die 40 Jahre alten Wohnungen komplett mit Strom und Wärme versorgen.
 
Mehr noch: der Solararchitekt Rolf Disch hat in Freiburg die ersten 50 Solarenergieplushäuser gebaut – das sind Häuser, die weit mehr Solarstrom produzieren, als in ihnen verbraucht wird. Der Strom wird auf der Basis des erneuerbaren Energiengesetzes verkauft und die Bewohner bekommen monatlich einen Scheck von etwa 200  bis 400 Euro. Sie verdienen Geld, weil ihr Solardach und die Sonne gut zusammenarbeiten.
 
Wenn der Energieausweis für Gebäude auch in Deutschland 2007 eingeführt wird, werden Heiz- und Warmwasserkosten sowie der Zustand der Gebäudehülle transparent. In Immobilienanzeigen kann dann so selbstverständlich mit Energieeffizienzklassen geworben werden, wie es bei Kühlschränken und Waschmaschinen längst Praxis ist.
 
Der Weg zu nachhaltigem Bauen ist ein langer Weg. Aber einen anderen haben wir nicht, wenn auch unsere Kinder und Enkel ein schönes Leben haben sollen.
Quelle:
Franz Alt 2006
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