Startseite
zurück zur Übersichtvorheriger Artikelnächster Artikel
Artikel 114 von 300

:: Biblis ist überflüssig – 100 % erneuerbare Energie für Hessen

Erhebliche Landschaftsgewinne durch die Beseitigung hässlicher Hochspannungsmasten.
 „Wie soll denn ein so großes Atomkraftwerk wie das in Biblis durch erneuerbare Energien ersetzt werden?“ Auf diese vielfach gestellte Frage kann EUROSOLAR-Präsident Dr. Hermann Scheer eine klare Antwort geben: „Durch 1700 Erneuerbare-Energie-Anlagen.“     
 
In dem Konzept „Neue Energie für ein atomstromfreies Hessen“ hat Scheer im Oktober 2006 eine Rechnung aufgemacht: Um die 17 Terawattstunden Atomstrom pro Jahr aus den Reaktoren Biblis A und B ersetzen zu können, könnten in Hessen beispielsweise 1700 Anlagenmodule erneuerbarer Energien installiert werden, die jeweils eine Jahresproduktionsleistung von 10 Millionen Kilowattstunden erbringen. Ein solches Anlagenmodul wäre im Fall der Windkraft eine Einzelanlage von 4,5 Megawatt Spitzenleistung. Bei der Photovoltaik (Solarzellen) wäre es eine Anlage von 0,1 Quadratkilometern, also eine Fläche von beispielsweise 200 mal 500 Metern. Alternativ könnte es auch eine Biomasse-Kraft-Wärmekopplungs- Anlage von 1,5 Megawatt oder auch ein Wasserkraftwerk sein. 
 

 „Ein immenses Konjunkturund Arbeitsplatzprogramm“
In Hessen wäre das „bei durchschnittlicher Betrachtung“ pro 12,5 Quadratkilometer eines dieser Module, „die stadt- und raumplane risch zu integrieren wären“. Dem stünden erhebliche Landschaftsgewinne gegenüber „in Form der durch die Abschaltung von Bib lis A und B überflüssig gewordenen Hochspannungsmasten und -leitungen“. Die Er richtung der neuen Anlagen wäre für Hessen ein immenses Konjunktur- und Arbeitsplatz programm für die Solar unternehmen, für die vielen Elektroinstallationsbetriebe, für die Landwirtschaft und für den Maschinenbau.   
  
In jedem der 21 Landkreise könnten beispielsweise 30 Solarparks oder größere Solardachanlagen wie der „Sonnenfleck“ in Bürstadt installiert werden. Das wären pro Stadt und Gemeinde ein bis zwei Großanlagen. Alternativ könnten auch viele kleine Solardächer in Betrieb genommen werden. Auch könnten Lärmschutzwände an Autobahnen mit Solarmodulen bestückt werden. In der nordhessischen Gemeinde Alheim liefern schon heute drei Solarparks sauberen Strom. In den fünf kreisfreien Städten in Hessen wären dem Konzept zufolge jeweils ein Dutzend Solarkraftwerke in Betrieb zu nehmen. Hinzu kämen 12 Biogas-Blockheizkraftwerke und 3 neue Laufwasserkraftwerke in jedem Landkreis.    

Landesweit müssten weiterhin 281 Standorte für Windräder an bereits vorbelasteten, windgünstigen und nicht bevölkerten Standorten ausfindig gemacht werden. Dabei sollte in der Regionalplanung dafür gesorgt werden, dass diese Standorte an Bundesfernstraßen, ICE-Trassen oder auf Industriebrachen außerhalb von Wohngebieten liegen. Würden diese 281 Windkraftanlagen nur entlang der Autobahnen (500 km) und ICE-Strecken (200 km) errichtet, dann müsste durchschnittlich lediglich alle 2,5 Kilometer ein Windrad installiert werden. Es könnten aber auch mehrere leistungsstarke Windkraftanlagen an besonders günstigen Standorten an diesen Verkehrswegen konzentriert werden, so dass tatsächlich noch nicht einmal alle 10 Kilometer Windräder stehen würden. 
   
Je 15 Windräder würden dann noch in den 21 Landkreisen raumplanerisch in die Landschaft eingepasst werden. Hierbei könnte der Landkreis Kassel, in dem bereits weit über 30 Windkraftanlagen gelungen in das Landschaftsbild integriert worden sind, zum Vorbild genommen werden.
 
Scheer macht aber sogleich deutlich, dass es sich bei dem vorgeschlagenen Konzept mit 1700 Anlagen nur um eine Modellrechnung handelt, um plakativ deutlich zu machen, wie die Energiewende von Atom zu Erneuerbar in Hessen darstellbar wäre. Da die konkreten Investitionen auf der Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erwartungsgemäß vor allem durch Privatpersonen, Landwirte, Beteiligungsgesellschaften und Stadtwerke getätigt werden, kann es in der Praxis zu einem bunten Mix bei den Anlagengrößen und bei der Zusammensetzung der erneuerbaren Energien kommen.      

Die Energiewende wäre zügig durchführbar. Keine Energieform ist schneller einführbar als erneuerbare Energien in dezentralen Anlagen. Windkraft-, Solar-, Bioenergie und Kleinwasserkraftanlagen sind im Zeitraum weniger Tage und Wochen installierbar.
 
Das enorme Ausbautempo ist keine reine Theorie. Tatsache ist, dass mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bundesweit das Ziel eines 20-Prozent-Anteils der neuen Energieträger an der Stromversorgung nicht erst im Jahr 2020, sondern bereits 2012 erreicht werden kann. Man muss nur das derzeitige jährliche Einführungstempo beibehalten.
Quelle:
IPPNW 2007
zurück zur Übersichtvorheriger Artikelnächster Artikel
Artikel 114 von 300

Auch im Social Web

facebook twitter youtube

Schriftgröße wählen

normal mittel gross

Suche

Buchtipp

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Der+hungrige+Planet+,34,a19357.html

Norbert Blüm

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Ehrliche+Arbeit,34,a18693.html

Wie der Mensch denkt

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Wie+der+Mensch+denkt,34,a17479.html

Buchtipp

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Konzepte+fuer+die+Zukunft,34,a16563.html

Buchtipp

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,STOeRFALL+ATOMKRAFT,34,a15651.html

HÖRZU Zukunftsreport

"Der Global Deal"

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Wir+wissen-+was+zu+tun+ist.+Was+fehlt-+ist+der+politische+Wille,34,a13698.html

Die Herausforderung globaler Nachhaltigkeit

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Die+Herausforderung+globaler+Nachhaltigkeit+annehmen+,34,a15057.html

Neues Denken für eine Welt im Umbruch

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Hans-Peter+Duerr+wurde+80+Jahre+und+zeigt+%E2%80%9EWarum+es+ums+Ganze+geht%E2%80%9C,34,a13968.html

Der Film im Internet

http://de.sevenload.com/playlists/hwnaOiH/play

TV-Tipp | Quarks & Co

Das Ende des Öls mehr
WebTV mehr

Stirbt die Artenvielfalt?

Teil 1: mehr Teil 2: mehr

Teil 3: mehr Teil 4: mehr

Teil 5: mehr Teil 6: mehr

Teil 7: mehr Teil 8: mehr

Newsletter (ab)bestellen

http://www.sonnenseite.com/Newsletter,67.html

Newsletterversand kajomi.de

Jeden Sonntag einen kostenlosen NEWSletter

Bigi+Franz Alt
Chris Alt