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UN-Studie-Alarmstufen: Heiße Zeiten für die Erde (55 Kb)
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:: Ist die Erde noch zu retten? Wege aus der Klimakatastrophe

Der dritte Teil des Weltklimaberichts rät zu schnellem Gegensteuern. Nicht nur beim CO2, auch bei anderen Treibhausgasen wäre rechtzeitiges Vermeiden die billigste Lösung. Eine Halbierung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2050 wäre bezahlbar. Die Kernkraft bleibt umstritten.
Die politische Hauptfrage im 20. Jahrhundert hieß: Kommunismus oder Kapitalismus? Die politische Hauptfrage im 21. Jahrhundert heißt: Klimaschutz oder Klimakatastrophe?

 
Auch die gestern bekannt gewordenen Schreckensszenarien der UNO machen dreierlei deutlich:
  • Die Klimakatastrophe wird teurer als der Erste und Zweite Weltkrieg zusammen.
  • Millionen Menschen werden sterben, wenn wir nicht sofort eine 100-prozentige andere Energiepolitik beginnen.
  • Ab 2020 ist die Klimakatastrophe unumkehrbar, dann werden an den Folgen nicht nur einige Millionen Menschen, sondern wahrscheinlich Milliarden Menschen sterben. 
Politik und Medien begreifen allmählich den Ernst der Lage: Angela Merkel sieht im Klimawandel "die Überlebensfrage der Menschheit" und sagt: "Es ist fünf vor 12." Der "Spiegel" titelt "Weltuntergang", "Bild" meint: "Unser Planet stirbt" und die TAZ empfiehlt: "Leute, lernt schwimmen."
 
Das Austauschen von Glühbirnen gegen Energiesparlampen reicht ebenso wenig wie ein Tempolimit. Die Lage ist dramatischer.
 
An einem Tag verbrennen wir heute weltweit so viel Kohle, Gas und Öl, wie die Natur in 500.000 Jahren angesammelt hat. Da der Mensch sich heute so benimmt, als ob es die Natur nicht gäbe, kann es sein, dass sich die Natur morgen so benimmt als ob es den Menschen nicht gäbe.
 
Die noch mögliche Lösung heißt: Energie sparen, Energie besser nutzen und rasch auf 100 Prozent erneuerbare Energien umsteigen. Die Politik muss die Weichen für eine solare Weltwirtschaft und für das Solarzeitalter stellen. Atomkraft - wie von der UNO auch empfohlen - hilft dabei gar nicht. Den jedes AKW ist eine Einladung an Terroristen und niemand weiß, wohin mit dem Atommüll. Je länger Atomkraftwerke laufen, desto später kommt der Umstieg auf erneuerbare Energien.
 
Was jeder Einzelne tun kann? Mehr öffentliche Verkehrsmittel benutzen, energiesparende, umweltfreundliche Autos fahren, das Haus besser dämmen, Ökostrom statt konventionellen Strom beziehen, weniger Strom verbrauchen, von der Ölheizung auf einen Pelletsofen umsteigen. Auch weniger Fleischkonsum ist - woran nur wenige denken - ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz.
 
Realistisch ist, wer erkennt, dass Klimaschutz genauso möglich ist wie die weitere Klimazerstörung. Wir brauchen weltweit eine rasche Mobilisierung zur Rettung unserer Zivilisation. Dafür müssen wir politisch aktiv werden - in Umweltgruppen, Kirchen und Parteien. Sonst ist die Welt unserer Kinder und Enkel dem Untergang geweiht. 
 
Eine endgültige Zusammenfassung der mehr als 1000 Seiten starken Analyse über Möglichkeiten und Kosten der CO2-Reduktion werden die UN-Wissenschaftler Anfang Mai in der thailändischen Hauptstadt Bangkok vorstellen. Zuvor wird dieser dritte Teil des diesjährigen IPCC-Berichts noch mit Regierungsvertretern aus aller Welt beraten.

Im April will der IPCC in Brüssel Ergebnisse aus dem zweiten Teil seiner neuen Expertise publik machen. Darin geht es um die Folgen des Klimawandels für Ökosysteme und die Gesellschaft.
Quelle:
Franz Alt 2007
Financial Times
Süddeutsche Zeitung
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