Zukunft
© sonnenhaus-institut.de - Patricia Schmid
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"Ein Geschenk der Natur"
m Sonnenhaus Schmid sorgen 62 m² Sonnenkollektoren für 70 Prozent der Wärme für Heizung und Warmwasser - Mit fünf Raummeter Stückholz für die Zuheizung kommt die Familie mit 250 Euro Brennstoffkosten über den Winter.
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... unabhängig und umweltbewusst Wohnen mit der Sonne
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Artikel 144 von 300
:: Kühlen mit der Kraft der Sonne
Das Kybernetik- und das Plus-Energie-Haus zeigen, wie mannigfaltig Solartechnik inzwischen eingesetzt werden kann, um den Geldbeutel des Bauherren zu schonen. Bericht von Antje Rößler
„Ein Haus steht in Deutschland etwa 80 bis 100 Jahre", sagt Franz Alt, JournaÂlist und Träger des Umweltpreises der deutschen Wirtschaft. „Wer beim Bauen nicht an die Zukunft denkt, verhält sich irrational". Angesichts des drohenden Klimawandels und der Verknappung fosÂsiler Brennstoffe ist die EnergieversorÂgung das Schlüsselthema beim Haus der Zukunft. „Der zukunftsorientierte BauÂherr verzichtet beim Heizen und der Warmwasserbereitung auf Erdöl und Erdgas, stattdessen setzt er auf erneuerÂbare Energien", sagt Alt.
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Damit sei man auch in finanzieller HinÂsicht auf der sicheren Seite, bestätigt JoÂhannes Lang vom Informationsdienst BINE . „Die Kosten für ErdÂöl und Erdgas werden langfristig stark steigen", meint der Spezialist für moderÂne Gebäudetechnologien. Er schlussfolÂgert: „Wer sich heute ein Passivhaus baut, denkt ökonomisch." Das PassivÂhaus hat einen Heizenergiebedarf von etÂwa 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr, das ist nur etwa ein Fünftel der üblichen Menge. Es kommt daher ohne eine konventionelle Heizung aus, ein Wärmeübertrager leitet die WärÂme aus der Abluft in die zugeführte Frischluft. Ein solches Gebäude sei mit marktgängigen Technologien ohne groÂßen Aufpreis zu verwirklichen, stellt der BINE-Mitarbeiter fest. Für das PassivÂhaus sei mit drei bis zehn Prozent MehrÂkosten beim Bau zu rechnen, die sich durch die viel geringeren Betriebskosten und den höheren Wärmekomfort bald amortisierten.
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Solch eine klimafreundliche Bauweise geht mit einer Verbesserung der WohnÂqualität einher: Lichtdurchflutete RäuÂme, saubere Luft, baubiologisch unbeÂdenkliche Materialien schaffen ein angeÂnehmes und gesundes Raumklima, hinzukommen bei vielen Häusern dieser Art übÂrigens multimediale Technik und die VerÂnetzung mit dem Internet.
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Im sogenannten Sentinel-Haus könÂnen auch Allergiker aufatmen: Die BunÂdesstiftung Umwelt fördert drei ModellÂprojekte zum Bau von Holzhäusern, die höchsten Ansprüchen an die WohngeÂsundheit genügen. Verwendet werden ausschließlich Materialien, die das natureplus-Qualitätszeichen tragen. Dieses Siegel kennzeichnet umweltgerechte und gesundheitsverträgliche Wohn- und BauÂprodukte (www.sentinel-haus.de).
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Die Energiequelle der Zukunft ist die Sonne, davon ist Franz Alt überzeugt. „Sie schickt uns täglich 15 000mal mehr Energie als sämtliche Erdenbewohner verbrauchen. Diese Energie ist klimaÂfreundlich, denn Kohlendioxid wird verÂmieden und sie reicht noch viereinhalb Milliarden Jahre." Der Energiebedarf eiÂnes Gebäudes könne allein durch die Ausrichtung nach Süden enorm reduÂziert werden. „Durch eine Fensterfront auf der Südseite, Lichtplanung und Wärmeaustauschsysteme kann ein Großteil der Heizkosten eingespart werden", erÂläutert Alt.
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Der Schlüssel zur Minimierung des Energiebedarfs eines Gebäudes ist seine Dämmung. Die bisher meist verwendeÂten Dämmstoffe wie Mineralwolle, Glaswolle oder Polystyrolplatten benötigen viel Energie bei ihrer Herstellung; eine Alternative sind Wärmedämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Der Gebäudeenergieberater Ralf Münzer von der Schwabmünchener Baufirma ÖkoÂHaus schildert die große Vielfalt: „Wir haben Dämmstoffe im Angebot, die auf Zellulose, Holz, Hanf, Flachs oder Kork basieren. Preislich und fachtechnisch können sie mit den konventionellen MaÂterialien konkurrieren, überdies sind sie baubiologisch unbedenklich."
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Gebäude, die mehr Energie gewinnen, als in ihnen verbraucht wird, entwickelt Rolf Disch: „Das Hausdach und die FasÂsade werden zum Solarkraftwerk. Der Überschuss an Strom wird ins Netz einÂspeist und bietet den Besitzern ein dauerhaftes Nebeneinkommen", erläutert der Freiburger Solararchitekt. Inzwischen stehen etwa fünfzig seiner so genannten Plus-Energie-Häuser in Freiburg. Diese zeigen, wie kreativ und vielÂseitig die Solartechnik vom Architekten als Bau- und Gestaltungselement eingeÂsetzt werden kann. Solarmodule bilden gleichzeitig Bauteile für Sonnenschutz, Fassadenverkleidung oder Dacheindeckung - das spart Material und Kosten für herkömmliche Baustoffe. Eine ganz eigene Solarästhetik entwickelt sich, inÂdem Solarzellen aus verschiedenen MateÂrialien eingesetzt werden.
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Auch die thermodynamischen Effekte der Sonneneinstrahlung werden heute für innovative Gebäudetechnologien geÂnutzt. „Die Sonne hilft im Sommer kühÂlen, im Winter heizen. Die Ausnutzung der solaren Einstrahlung reduziert den Energiebedarf des Hauses", sagt ChrisÂtoph Kuhn von pfeifer.kuhn.architekten das Prinzip des so genannten KyberneÂtik-Hauses. „Die erwärmte Luft samÂmelt sich unter dem Dach. Ein Kaminzug wird dazu genutzt, diese warme Luft mit einem kleinen Lüfter in die unteren RäuÂme zu führen." Die Vorzüge dieses SysÂtems: „Eine zusätzliche Dämmung braucht man nicht, die natürliche BelüfÂtung ist mit minimalem Regelaufwand geÂwährleistet, die Energie- und BetriebsÂkosten sind letztendlich gering."
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Eine innovative Methode der EnergieÂgewinnung ist die Brennstoffzelle. Das Zentrum für Sonnenenergie- und WasserÂstoff-Forschung Baden-Württemberg hat unlängst zwei Prototypen eines Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerks vorgestellt. Für Ein- und MehrfamilienÂhäuser entwickelt, gewinnt es WasserÂstoff aus Erdgas und produziert damit Strom und Wärme. Lagerung und TransÂport von Wasserstoff sind bisher noch technisch problematisch, aber auf diesem Gebiet wird intensiv geforscht. Gut mögÂlich, dass für die nächsten Generationen das kleine Blockheizkraftwerk im Keller zum Standard gehört.
Solarenergie
Nicht nur in der Sahara, auch in Deutschland scheint genügend Sonne, um ihre Energie wirksam nutzen zu können. Pro Quadratmeter und Jahr sind es durchschnittlich 1050 Kilowattstunden, was etwa dem Jahresverbrauch einer Person an Haushaltstrom entspricht. Die Strahlungsenergie der Sonne wird entweder mit HilÂfe von Solarzellen (Photovoltaik) direkt in Strom oder über Solarkollektoren (Solarthermie) in Wärme für Brauchwasser und Heizung umgewandelt. Die Nutzung von Solarenergie spart Heizöl oder Erdgas ein, was den Ausstoß von Kohlendioxid reÂduziert.
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Bei der Verbrennung von einem Liter Heizöl gelangen immerhin 2,6 KiloÂgramm des Treibhausgases in die Atmosphäre. In Deutschland gewinnt die SolarÂenergie an Bedeutung: Der Bundesverband Solarwirtschaft BSW prognostiziert, dass die Mehrzahl der Neubauten im Jahr 2030 Warmwasser und Heizenergie aus solarthermischen Anlagen gewinnen. Auch die Solarstrom-Preise werden fallen, ist sich BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig sicher. Er rechnet mit dem WachsÂtum der Branche und der Massenproduktion von Solarmodulen.
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Damit sei man auch in finanzieller HinÂsicht auf der sicheren Seite, bestätigt JoÂhannes Lang vom Informationsdienst BINE . „Die Kosten für ErdÂöl und Erdgas werden langfristig stark steigen", meint der Spezialist für moderÂne Gebäudetechnologien. Er schlussfolÂgert: „Wer sich heute ein Passivhaus baut, denkt ökonomisch." Das PassivÂhaus hat einen Heizenergiebedarf von etÂwa 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr, das ist nur etwa ein Fünftel der üblichen Menge. Es kommt daher ohne eine konventionelle Heizung aus, ein Wärmeübertrager leitet die WärÂme aus der Abluft in die zugeführte Frischluft. Ein solches Gebäude sei mit marktgängigen Technologien ohne groÂßen Aufpreis zu verwirklichen, stellt der BINE-Mitarbeiter fest. Für das PassivÂhaus sei mit drei bis zehn Prozent MehrÂkosten beim Bau zu rechnen, die sich durch die viel geringeren Betriebskosten und den höheren Wärmekomfort bald amortisierten.
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Solch eine klimafreundliche Bauweise geht mit einer Verbesserung der WohnÂqualität einher: Lichtdurchflutete RäuÂme, saubere Luft, baubiologisch unbeÂdenkliche Materialien schaffen ein angeÂnehmes und gesundes Raumklima, hinzukommen bei vielen Häusern dieser Art übÂrigens multimediale Technik und die VerÂnetzung mit dem Internet.
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Im sogenannten Sentinel-Haus könÂnen auch Allergiker aufatmen: Die BunÂdesstiftung Umwelt fördert drei ModellÂprojekte zum Bau von Holzhäusern, die höchsten Ansprüchen an die WohngeÂsundheit genügen. Verwendet werden ausschließlich Materialien, die das natureplus-Qualitätszeichen tragen. Dieses Siegel kennzeichnet umweltgerechte und gesundheitsverträgliche Wohn- und BauÂprodukte (www.sentinel-haus.de).
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Die Energiequelle der Zukunft ist die Sonne, davon ist Franz Alt überzeugt. „Sie schickt uns täglich 15 000mal mehr Energie als sämtliche Erdenbewohner verbrauchen. Diese Energie ist klimaÂfreundlich, denn Kohlendioxid wird verÂmieden und sie reicht noch viereinhalb Milliarden Jahre." Der Energiebedarf eiÂnes Gebäudes könne allein durch die Ausrichtung nach Süden enorm reduÂziert werden. „Durch eine Fensterfront auf der Südseite, Lichtplanung und Wärmeaustauschsysteme kann ein Großteil der Heizkosten eingespart werden", erÂläutert Alt.
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Der Schlüssel zur Minimierung des Energiebedarfs eines Gebäudes ist seine Dämmung. Die bisher meist verwendeÂten Dämmstoffe wie Mineralwolle, Glaswolle oder Polystyrolplatten benötigen viel Energie bei ihrer Herstellung; eine Alternative sind Wärmedämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Der Gebäudeenergieberater Ralf Münzer von der Schwabmünchener Baufirma ÖkoÂHaus schildert die große Vielfalt: „Wir haben Dämmstoffe im Angebot, die auf Zellulose, Holz, Hanf, Flachs oder Kork basieren. Preislich und fachtechnisch können sie mit den konventionellen MaÂterialien konkurrieren, überdies sind sie baubiologisch unbedenklich."
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Gebäude, die mehr Energie gewinnen, als in ihnen verbraucht wird, entwickelt Rolf Disch: „Das Hausdach und die FasÂsade werden zum Solarkraftwerk. Der Überschuss an Strom wird ins Netz einÂspeist und bietet den Besitzern ein dauerhaftes Nebeneinkommen", erläutert der Freiburger Solararchitekt. Inzwischen stehen etwa fünfzig seiner so genannten Plus-Energie-Häuser in Freiburg. Diese zeigen, wie kreativ und vielÂseitig die Solartechnik vom Architekten als Bau- und Gestaltungselement eingeÂsetzt werden kann. Solarmodule bilden gleichzeitig Bauteile für Sonnenschutz, Fassadenverkleidung oder Dacheindeckung - das spart Material und Kosten für herkömmliche Baustoffe. Eine ganz eigene Solarästhetik entwickelt sich, inÂdem Solarzellen aus verschiedenen MateÂrialien eingesetzt werden.
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Auch die thermodynamischen Effekte der Sonneneinstrahlung werden heute für innovative Gebäudetechnologien geÂnutzt. „Die Sonne hilft im Sommer kühÂlen, im Winter heizen. Die Ausnutzung der solaren Einstrahlung reduziert den Energiebedarf des Hauses", sagt ChrisÂtoph Kuhn von pfeifer.kuhn.architekten das Prinzip des so genannten KyberneÂtik-Hauses. „Die erwärmte Luft samÂmelt sich unter dem Dach. Ein Kaminzug wird dazu genutzt, diese warme Luft mit einem kleinen Lüfter in die unteren RäuÂme zu führen." Die Vorzüge dieses SysÂtems: „Eine zusätzliche Dämmung braucht man nicht, die natürliche BelüfÂtung ist mit minimalem Regelaufwand geÂwährleistet, die Energie- und BetriebsÂkosten sind letztendlich gering."
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Eine innovative Methode der EnergieÂgewinnung ist die Brennstoffzelle. Das Zentrum für Sonnenenergie- und WasserÂstoff-Forschung Baden-Württemberg hat unlängst zwei Prototypen eines Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerks vorgestellt. Für Ein- und MehrfamilienÂhäuser entwickelt, gewinnt es WasserÂstoff aus Erdgas und produziert damit Strom und Wärme. Lagerung und TransÂport von Wasserstoff sind bisher noch technisch problematisch, aber auf diesem Gebiet wird intensiv geforscht. Gut mögÂlich, dass für die nächsten Generationen das kleine Blockheizkraftwerk im Keller zum Standard gehört.
Solarenergie
Nicht nur in der Sahara, auch in Deutschland scheint genügend Sonne, um ihre Energie wirksam nutzen zu können. Pro Quadratmeter und Jahr sind es durchschnittlich 1050 Kilowattstunden, was etwa dem Jahresverbrauch einer Person an Haushaltstrom entspricht. Die Strahlungsenergie der Sonne wird entweder mit HilÂfe von Solarzellen (Photovoltaik) direkt in Strom oder über Solarkollektoren (Solarthermie) in Wärme für Brauchwasser und Heizung umgewandelt. Die Nutzung von Solarenergie spart Heizöl oder Erdgas ein, was den Ausstoß von Kohlendioxid reÂduziert.
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Bei der Verbrennung von einem Liter Heizöl gelangen immerhin 2,6 KiloÂgramm des Treibhausgases in die Atmosphäre. In Deutschland gewinnt die SolarÂenergie an Bedeutung: Der Bundesverband Solarwirtschaft BSW prognostiziert, dass die Mehrzahl der Neubauten im Jahr 2030 Warmwasser und Heizenergie aus solarthermischen Anlagen gewinnen. Auch die Solarstrom-Preise werden fallen, ist sich BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig sicher. Er rechnet mit dem WachsÂtum der Branche und der Massenproduktion von Solarmodulen.
Quelle:
Antje Rößler
Süddeutsche Zeitung Nr. 32 | 08.02.2007
Antje Rößler
Süddeutsche Zeitung Nr. 32 | 08.02.2007
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