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:: Ölpreis 200 Dollar! So teuer wird die Welt 2018

Experten rechnen mit einem Benzinpreis von fünf Euro pro Liter / Lebensmittelpreise könnten sich verdoppeln.
Was Grüne und Umweltexperten schon lange vorausgesagt haben, wird Realität: Fossile Energie wird langsam unbezahlbar! Wie vom Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Klaus Matthiesen bereits 2005 in der tz vorausgesagt, erreichte der Rohölpreis jetzt den neuen Rekord von 100 Dollar für das 159-Liter-Fass. „Wenn der Dollar nicht so schwach wäre, läge der Benzinpreis bei uns längst bei 1,90 Euro“, sagt die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, der tz.

Doch ihre Prognosen sind noch viel schlimmer: „In fünf Jahren ist ein Ölpreis von 150 Dollar, in zehn Jahren von 200 Dollar wahrscheinlich“, fürchtet Kemfert. Der Umwelt- und Energie-Experte Franz Alt geht sogar von einem Preis von 250 Dollar bereits für 2015 aus. Alt zur tz: „Das ergab eine Studie des USFinanzministeriums.“ Ursache für diese Preissteigerungen sind aktuell die steigende Nachfrage der Schwellenländer, Unruhen, Produktionsausfälle und Spekulation. Aber langfristig reichen, so Alt und Kemfert, die Vorräte nicht mehr aus. Was aber hat das für Folgen? Und wie teuer wird unser Leben in zehn Jahren?


Hauptthema Autofahren
Kemfert rechnet für 2018 mit einem Benzinpreis von vier Euro, Franz Alt sogar mit fünf Euro. Alt: „Der Umstieg auf nachwachsende Energien kommt viel schneller als gedacht. Es gibt genug Wind und Sonne und damit kein Energieproblem.“ Während der Anteil der erneuerbaren Energie derzeit 14 Prozent beträgt, rechnet er für 2015 mit 30 Prozent. Benzin wird nämlich unbezahlbar.

„Das ein Liter Sprit in zehn Jahren fünf Euro kostet, hat mir schon vor Jahren ein Vorstand des Shell-Konzerns Shell prophezeit.“ In zehn Jahren werden die Bundesbürger verstärkt mit alternativen Treibstoffen, mit Solaroder Elektro-Autos fahren. Allerdings kritisiert der Leiter des Umwelt- und Prognose- Instituts Heidelberg, Dieter Teufel, die Autokonzerne: „Sie verschlafen die Entwicklung von sparsameren Autos.

Erneuerbare Ersatztreibstoffe sind keine Lösung.“ Wenn die Spritpreise tatsächlich so hoch steigen, glaubt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer an ein Ende vieler SB-Tankstellen. Grund: „Benzin-Diebstähle werden rasant zunehmen.“

Bahnverkehr
„Die Bahn wird eine Renaissance erleben“, glaubt Franz Alt. Denn während ein Drittel der Autokosten durch Energie verursacht wird, beträgt der Anteil bei der Bahn nur acht bis zehn Prozent. Deshalb bleibt die Bahn erschwingliches Massenverkehrsmittel.


Wohnen und Heizen
Alt rechnet damit, dass der Liter Heizöl in zehn Jahren bei zwei Euro liegt. Ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern verbraucht im Jahr 2000 Liter Öl, bei einem derzeitigen Preis von 60 bis 70 Cent pro Liter macht das jährlich Kosten von 1200 Euro. Wenn die Steigerung wahr wird, würden sich die Kosten auf 3600 Euro verdreifachen. Alt: „Es wird sehr viel mehr in Wärmedämmung, aber auch in Solar-Anlagen investiert werden.“


Lebensmittel sind der nächste Schock
Alt glaubt: „Es kommt zum Konkurrenzkampf Tank gegen Teller.“ Umweltforscher Teufel: „Landwirte werden sehr viel stärker erneuerbare Energie anbauen anstelle von Lebensmitteln. Deshalb werden die Preise stark steigen. Ich rechne mit einer Verdoppelung bis 2018.“


Autos, Stahl, Industrieprodukte
Auch hier ist mit enormen Preissteigerungen zu rechnen. DIW-Expertin Kemfert: „Alle Produkte, die energieintensiv hergestellt werden, wie Metall, Aluminium, Papier werden drastisch teurer.“


Medikamente, Kunststoffprodukte
Für die Herstellung wird ebenfalls viel Öl und Energie verbraucht. Hier rechnen Alt und Kemfert ebenfalls mit starken Preiserhöhungen.

Umwelt- und Prognoseforscher Teufel (Umwelt- und Prognose-Institut e.V. (UPI)) fürchtet außerdem noch eine weitere schlimme Entwicklung: „Weil das Öl knapp und teuer wird, werden in der Dritten Welt auch die letzten Regenwälder abgeholzt und durch Pflanzen für erneuerbare Energie ersetzt. Weil die Nahrungsmittelproduktion zurückgeht, werden immer mehr Menschen aus diesen Ländern flüchten.“
Quelle:
tz München | Karl-Heinz Dix | Uwe Fajga 2008
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