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:: Sauber fahren mit Ökostrom

Die sich schnell vertiefende Finanz- und Wirtschaftskrise hat besonders die Automobilbranche weltweit drastisch beeinträchtigt: Verkaufszahlen brechen ein, und Firmen wie Opel in Deutschland und die Mutter General Motors sowie Ford und Chrysler in den USA verlieren monatlich so viel Geld, dass sie um staatliche Kreditgarantien betteln müssen. Ein Gastkommentar von Eicke R. Weber.

Zehntausende von Arbeitsplätzen könnten verloren gehen, wenn sich nicht schnell Aufkäufer finden. Frank Asbeck, der durch intelligente, frühzeitige Investition in die erfolgreiche Photovoltaikfirma Solarworld über beträchtliche Mittel verfügt, hat die Rettung von Opel angeboten, verbunden mit der Perspektive einer Umwandlung in einen grünen Autoproduzenten. Dieses Angebot wurde belächelt, aber bei einem Zusammenbruch der Mutter GM werden wir vielleicht noch froh über eine solche Alternative sein.

 

Dahinter verbirgt sich eine sehr ernsthafte Kritik an der Modellpolitik der meisten Automobilhersteller

Sie haben die besonders in den vergangenen fünf Jahren immer deutlicher werdenden Zeichen der Zeit übersehen, an denen wir lernten, dass die Welt die Reserven des Planeten schnell ausplündert. Zusätzlich verändert die Umwandlung fossilen, fest gebundenen Kohlenstoffs in das klimaschädliche Gas CO die Zusammensetzung der Atmosphäre drastisch. Es besteht die konkrete Gefahr plötzlicher und katastrophaler Änderungen des Klimas.

 

Ein wesentlicher Teil dieser schädlichen Emissionen kommt vom Transportsektor, und davon besonders von Fahrzeugen. Daher ist es in der Tat eine wichtige Aufgabe, so schnell wie möglich die Umstellung dieses Sektors auf erneuerbare Energien zu erreichen. Da Strom leicht mit Hilfe von Wasser, Wind und Solarenergie nachhaltig hergestellt werden kann, wird eine Umstellung auf elektrische Antriebe diesem Ziel gerecht.

 

Die erste derartige Möglichkeit bietet der Betrieb von Brennstoffzellen mit Wasserstoff, der zum Beispiel durch Elektrolyse mit Hilfe von nachhaltig hergestelltem Strom produziert werden kann. Leider kann eine Realisierung dieser Technologie zu vertretbaren Preisen erst in etwa zehn Jahren erwartet werden. Eine zweite Alternative ist das Elektroauto. Die heute zur Verfügung stehenden Batterien sind aber für eine erwünschte Reichweite von mehreren hundert Kilometern noch nicht effektiv genug und erfordern zu lange Ladezeiten. In fünf Jahren könnten wir hier einen Durchbruch erwarten.

 

Eine Technologie steht uns bereits heute zur Verfügung. Besonders von den deutschen Herstellern wurde sie bisher sträflich vernachlässigt. Toyota und Honda verkaufen bereits Hybridautos mit einem Elektro- und Verbrennungsmotor. Die Bremsenergie wird in Strom zur Aufladung einer Batterie umgewandelt, die das Auto im Stauverkehr für kurze Strecken elektrisch fahren lässt. Diese Technologie kann den Benzinverbrauch im innerstädtischen Verkehr deutlich reduzieren, aber ähnlich sparsame Wagen können auch ohne diese teure Technologie hergestellt werden.

 

Einen wirklichen Fortschritt bietet nämlich der sogenannte Plug-in-Hybrid, ein Hybridauto mit einer Batteriekapazität, die einen Radius von 20 bis 50 Kilometern erlaubt. Um diese größere Batterie aufzuladen, muss das Auto einen Stecker haben, der zur Aufladung in eine Steckdose gesteckt wird (daher "plug-in"). Diese Technologie ist für Deutschland besonders geeignet, da wir normalerweise relativ kurze Strecken zur Arbeit fahren. Ein großer Teil der Bevölkerung könnte von Montag bis Freitag leicht rein elektrisch fahren. Bei Bedarf könnte das Auto auch zu einer weiteren Fahrt eingesetzt werden.

 

Wenn die Batterie mit nachhaltigem Strom aufgeladen wird, kann so ein wesentlicher Teil des Autoverkehrs frei von CO-Emissionen erfolgen. Leider hat die deutsche Automobilindustrie diese Technologie verschlafen. VW plant, 2010 eine erste Flotte von 20 (!) derartigen Versuchsfahrzeugen zu produzieren; mit Markteinführung wird nicht vor 2012 gerechnet.

 

Japanische Plug-in-Hybridautos könnten 2009 auf dem Markt sein

Diese Zeiträume sind unzumutbar. Wahrscheinlich gibt es Plug-in-Hybrids aus Japan schon im nächsten Jahr auf dem Markt. Wir sollten besonders hier in Freiburg zeigen, dass wir die Möglichkeit, rasch unsere CO-Emissionen wesentlich zu reduzieren, gern annehmen. Wenn Frank Asbeck bei Opel doch noch zum Zuge kommen sollte, könnten wir vielleicht in kurzer Zeit auch aus heimischer Produktion ein solches Angebot erwarten.

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