Zukunft
al-Huseini Photo: screenshot (via energybulletin.net)
Weitere Informationen
Mehr zum Thema Energie auf der Sonnenseite:
|
Artikel 122 von 300
:: Saudischer Branchen-Insider: Technische Obergrenze der Ölförderung erreicht
In einem Aufsehen erregenden Interview mit dem britischen Journalisten David Strahan (”The Last Oil Shock“) hat Sadad al-Huseini, ehemaliger Vizepräsident und Leiter der Abteilungen für Exploration und Produktion der staatlichen saudischen Ölgesellschaft Aramco, die derzeitigen hohen Ölpreise auf “fundamentale geologische Beschränkungen” zurückgeführt.
Im Gegensatz zu der in Wirtschaftskreisen verbreiteten Neigung, den enormen Preisanstieg mit politischen Spannungen oder Spekulationen durch Hedgefonds zu erklären, sieht al-Huseini, der sich derzeit in London aufhält, um auf der Oil & Money Conference 2007 zu sprechen, eine technische Obergrenze bei der Förderung erreicht. Daher sei auch die weltweite Nachfrage seit etwa drei Jahren, in denen sich der Ölpreis bei gleich bleibender Gesamt-Fördermenge vervierfacht hat, nicht mehr befriedigt worden.
Insbesondere könne die Produktion Saudi-Arabiens realistischerweise nicht auf die von internationalen Organisationen wie der Internationale Energieagentur in Paris erwarteten Zahlen erhöht werden und deswegen auch nicht die Produktionsrückgänge von Förderregionen wie der Nordsee oder Mexiko ausgleichen.
Der Aussage al-Huseinis kommt besonderes Gewicht zu, weil die tatsächliche Höhe der Ölreserven und der möglichen Erdölproduktion des weltweit wichtigsten Schlüsselproduzenten Saudi-Arabien als Staatsgeheimnis behandelt wird.
Der ausgebildete Geologe dürfte als erster saudische Branchen-Insider gelten, der Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen Produktionskapazität des Wüstenstaates zumindest teilweise bestätigt, wie sie seit einigen Jahren von Autoren wie Matt Simmons oder der unabhängigen Internetplattform The Oil Drum gehegt werden.
Damit rücken auch Prognosen wieder in den Fokus, die für die nächsten Jahre einen “Ölknick” erwarten, also einen Rückgang der Welt-Ölförderung aufgrund prinzipieller geologischer Beschränkungen der Förderkapazität. Diese international als “Peak Oil” bekannte Theorie wird nach wie vor von wichtigen Vertretern der Ölbranche wie etwa dem “Ölpapst” Daniel Yergin und seiner Consulting-Firma CERA abgelehnt, aber neben al-Husseini sind in den letzten Wochen auch noch aktive Ölmanager wie Helmut Langanger, Vorstand für Exploration und Produktion der österreichischen OMV, oder der CTO von Chevron, Don Paul, mit ähnlichen Bedenken wie al-Husseini an die Öffentlichkeit getreten.
Al-Husseini, der heute als Consultant in der Ölbranche arbeitet, prophezeit einen Anstieg der Rohölpreise um 12 Dollar pro Jahr und Barrel, so dass bis 2010 ein Preis von knapp 110 Dollar pro Barrel wahrscheinlich werde. Hierbei handele es sich aber nur um die technisch wahrscheinliche Untergrenze, aufgrund von spekulativen oder politisch bedingten Schwankungen könne der tatsächliche Preisanstieg durchaus höher ausfallen. Dies sei auch derzeit der Fall, da einem tatsächlichen Preis von über 90 US-Dollar pro Barrel eine realistische Untergrenze von gut 70 US-Dollar entgegenstehe.
Der weitere Anstieg der Ölpreise sei nur dann nicht zu erwarten, wenn eine weltweite Rezession den Bedarf an Rohlöl senken würde, was derzeit nicht abzusehen sei. Ein Ersatz des Öls durch alternative Technologien oder Treibstoffe würde al-Husseini zufolge von den Industrienationen nicht energisch genug betrieben und käme in jedem Fall zu spät, um der Preisentwicklung entgegen zu wirken. Pessimistisch sieht er die Aussichten von Ländern, die aufgrund ihrer schwachen wirtschaftlichen Lage nicht in der Lage sind, sich das dauerhaft teure Öl zu leisten.
Insbesondere könne die Produktion Saudi-Arabiens realistischerweise nicht auf die von internationalen Organisationen wie der Internationale Energieagentur in Paris erwarteten Zahlen erhöht werden und deswegen auch nicht die Produktionsrückgänge von Förderregionen wie der Nordsee oder Mexiko ausgleichen.
Der Aussage al-Huseinis kommt besonderes Gewicht zu, weil die tatsächliche Höhe der Ölreserven und der möglichen Erdölproduktion des weltweit wichtigsten Schlüsselproduzenten Saudi-Arabien als Staatsgeheimnis behandelt wird.
Der ausgebildete Geologe dürfte als erster saudische Branchen-Insider gelten, der Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen Produktionskapazität des Wüstenstaates zumindest teilweise bestätigt, wie sie seit einigen Jahren von Autoren wie Matt Simmons oder der unabhängigen Internetplattform The Oil Drum gehegt werden.
Damit rücken auch Prognosen wieder in den Fokus, die für die nächsten Jahre einen “Ölknick” erwarten, also einen Rückgang der Welt-Ölförderung aufgrund prinzipieller geologischer Beschränkungen der Förderkapazität. Diese international als “Peak Oil” bekannte Theorie wird nach wie vor von wichtigen Vertretern der Ölbranche wie etwa dem “Ölpapst” Daniel Yergin und seiner Consulting-Firma CERA abgelehnt, aber neben al-Husseini sind in den letzten Wochen auch noch aktive Ölmanager wie Helmut Langanger, Vorstand für Exploration und Produktion der österreichischen OMV, oder der CTO von Chevron, Don Paul, mit ähnlichen Bedenken wie al-Husseini an die Öffentlichkeit getreten.
Al-Husseini, der heute als Consultant in der Ölbranche arbeitet, prophezeit einen Anstieg der Rohölpreise um 12 Dollar pro Jahr und Barrel, so dass bis 2010 ein Preis von knapp 110 Dollar pro Barrel wahrscheinlich werde. Hierbei handele es sich aber nur um die technisch wahrscheinliche Untergrenze, aufgrund von spekulativen oder politisch bedingten Schwankungen könne der tatsächliche Preisanstieg durchaus höher ausfallen. Dies sei auch derzeit der Fall, da einem tatsächlichen Preis von über 90 US-Dollar pro Barrel eine realistische Untergrenze von gut 70 US-Dollar entgegenstehe.
Der weitere Anstieg der Ölpreise sei nur dann nicht zu erwarten, wenn eine weltweite Rezession den Bedarf an Rohlöl senken würde, was derzeit nicht abzusehen sei. Ein Ersatz des Öls durch alternative Technologien oder Treibstoffe würde al-Husseini zufolge von den Industrienationen nicht energisch genug betrieben und käme in jedem Fall zu spät, um der Preisentwicklung entgegen zu wirken. Pessimistisch sieht er die Aussichten von Ländern, die aufgrund ihrer schwachen wirtschaftlichen Lage nicht in der Lage sind, sich das dauerhaft teure Öl zu leisten.
Quelle:
Readers Edition | Bernd Ohm 2007
Readers Edition | Bernd Ohm 2007
|
Artikel 122 von 300
















