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Exekutivdirektors des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Achim Steiner © bundestag.de
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:: UNEP-Chef Steiner: „Green Economy“ unabdingbar für nachhaltige Entwicklung

„Rio+20“ – die von den Vereinten Nationen für das Jahr 2012 im brasilianischen Rio de Janeiro geplante Nachfolgekonferenz zum sogenannten Erdgipfel von 1992 – bietet nach Ansicht des Exekutivdirektors des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Achim Steiner, große Chancen für eine schlagkräftigere internationale Umweltpolitik und eine globale nachhaltige Entwicklung.

Diese Meinung vertrat der ranghöchste UN-Umweltpolitiker in seiner Rede auf der 10. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung im September in Berlin. Auf der „Rio+20“-Agenda stehen Reformen der UN-Institutionen und der weltweite Aufbau einer sogenannten Green Economy. „Ohne die Green Economy“, sagte Steiner, „wird sich eine nachhaltige Entwicklung nicht einstellen“. Mit ihr hingegen seien „Quantensprünge“ möglich. Einige Entwicklung- und Schwellenländer hätten dies schon bewiesen.

 

Steiner verwies unter anderem auf das ostafrikanische Kenia, dessen Regierung  entschlossen sei, den Energieverbrauch des Land aus heimischen Quellen zu decken und dazu massiv in die Geothermie investiere. Innerhalb weniger Jahre habe Kenia große Geothermie-Kapazitäten erschlossen und damit auch seine Abhängigkeit von Energieimporten verringert. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich laut Steiner im Senegal und in Äthiopien ab. Er sagte, diese Länder hätten ein bemerkenswertes Tempo vorgelegt und von ihrer Entscheidung für eine nachhaltige Energieversorgung bereits profitiert: „Mit ihrem Kurs konnten sie eine ganze Generation von Energietechnologien überspringen.“

 

Nach Ansicht Steiners sind solche Beispiele des Nutzens „grünerer“ Wirtschaftsweisen von fundamentaler Bedeutung für eine weltweit nachhaltigere Entwicklung. Wolle man mehr Länder für die „Zukunftsperspektive Green Economy“ gewinnen, müsse man ihnen beweisen, dass sich etwa der Klima- oder Artenschutz volkswirtschaftlich auszahlen und Umweltpolitik nicht die ökonomische Leistungsfähigkeit eines Landes schmälert. Viel Zeit, warnte der UNEP-Chef, bleibe für diese Überzeugungsarbeit nicht: „Die Weltgemeinschaft steht an einem Punkt, an dem sie das Überleben von bald neun Milliarden Menschen ohne weitere Verzögerungen sichern muss“.

 

Dass die Politik dazu nachhaltige Entwicklungspfade einschlagen müsse, ist laut Steiner seit dem Erdgipfel von 1992 klar. Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung sei seither zum „Kern einer neuen Politik“ geworden. Umweltpolitische Erfolge habe es nach dem Gipfel allerdings in erster Linie auf nationaler, weniger auf internationaler Ebene gegeben. „Wir haben seit 1992 im Vergleich zu den Jahren davor zwar viel erreicht“, bilanzierte Steiner, „aber nur wenig im Vergleich zu den Zielen von damals und angesichts unseres heutigen Wissens“. Der internationalen Umweltpolitik fehlten weiterhin effektive Steuerungsmechanismen. Das gehe zulasten der Umsetzung der 1992 in Rio verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele.

 

Dazu beitragen, dass sich dies ändert, kann nach Ansicht Steiners die Aufwertung des UN-Umweltprogramms zu einer vollwertigen UN-Organisation mit zusätzlichen Befugnissen. „Ohne Reform des UN-Institutionengefüges“, sagte Steiner, „haben wir keine Chance auf Entwicklung.“ Bundeskanzlerin Merkel sicherte dem UNEP-Chef auf der Jahreskonferenz des Rates die Unterstützung der Bundesregierung bei der Aufwertung des UN-Umweltprogramms zu.

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