Startseite
Zukunft
Die Studierenden Gabriele Schmied und Mario Fallast mit dem Prototypen des Geräts zur Gewinnung von Wasser aus Luft © TU Graz/Lunghammer
Bookmark and Share
 
zurück zur Übersichtvorheriger Artikelnächster Artikel
Artikel 139 von 300

:: Wasser für die Wüste

Ein interdisziplinäres Team aus Studierenden aus Graz und Helsinki hat im Rahmen des Projektes „oasis – water is life“ ein Gerät entwickelt, das es möglich machen soll, in Wüstengegenden Trinkwasser aus der Luft zu gewinnen.
Oasis ist die erste Initiative im Rahmen des „product innovation project“, organisiert am Institut für Industrietriebslehre und Innovationsforschung der TU Graz, bei dem Studierende gemeinsam mit namhaften Industriepartnern Praxiserfahrung mit höchster Anwendungsrelevanz sammeln.


Das Konzept kommt aus Finnland, die Idee dabei ist einfach
Studierende verschiedener Disziplinen und Universitäten in mehreren Ländern arbeiten gemeinsam an einer Aufgabe. Ziel ist - unterstützt von einem namhaften Industriepartner - im Team einen funktionierenden Prototypen zu bauen. Der Maschinenbau-Wirtschaft-Studierende Mario Fallast brachte den Gedanken von seinem Auslandsstudium an der Helsinki University of Technology mit an die TU Graz. In seiner Diplomarbeit stellte er Überlegungen an, wie sich eine solche Initiative in Graz realisieren lässt - das „product innovation project“ war geboren.


Oase für die Armen
Das Pilotprojekt im Rahmen des „product innovation project“ heißt „oasis - water is life“. Ein Studienjahr lang entwickelten elf Studierende aus fünf verschiedenen Disziplinen ein Gerät zur Wassergewinnung in Wüstengebieten. „Ziel war es nicht nur ein schlüssiges Produktkonzept zu erstellen, sondern einen funktionierenden Prototypen zu bauen“, erklärt Fallast. Die Studierenden kamen aus den Bereichen Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Telematik, Betriebswirtschaftslehre und Architektur von TU Graz, Karl-Franzens-Universität Graz und Helsinki University of Technology und wurden dort von verschiedenen Instituten betreut. Die finanzielle Unterstützung steuerte das Center of Competence von Philips in Klagenfurt bei.

Im ostafrikanischen Tanzania leben rund 39 Millionen Menschen konfrontiert mit Problemen wie Arbeitslosigkeit, Armut und fehlendem Trinkwasser. Gemeinsam mit einer Team-Kollegin war Projektmanagerin Schmied vor Start der Initiative vor Ort und erkundete die Bedingungen. „Es hat uns erschüttert, dass laut Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als die Hälfte der Menschen in Afrika keinen Zugang zu Trinkwasser haben“, berichtet Schmied. „Daher haben wir gerne die Projektidee des Center of Competence von Philips in Klagenfurt aufgegriffen“, so Schmied, die an der Karl-Franzens-Universität BWL studiert.


Wasser aus der Luft
In Wüstengegenden, wo es kein Wasser gibt, ist auch elektrische Energie Mangelware. Die Studierenden konzipierten ihr Gerät daher energietechnisch völlig unabhängig: Die notwendige Energie kommt aus der Kraft der Sonne über Solarzellen und wird gespeichert. Der erzeugte Strom betreibt ein Kühlaggregat. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert an den Kühlrippen des Prototypen, wird gesammelt und rinnt von dort in ein Behältnis. Das Prinzip ist einfach, aber gut und funktioniert am besten in der Nacht: Denn dann ist die relative Luftfeuchtigkeit auch in Wüstengegenden deutlich höher als am Tag.

Wichtig in der Entwicklung war, dass das Produkt auch für Menschen mit wenig technischem Know-how möglichst einfach zu bedienen ist. Weiteres Kriterium war ein wartungsfreies Gerät zu schaffen, da in Wüstengegenden bereits einfache Reparaturen zum Problem werden können. „Wir alle haben von der Möglichkeit in einem interdisziplinären Studierendenprojekt mit hohem Praxisbezug und gleichzeitig großer sozialer Relevanz mitzuarbeiten, sehr profitiert.

Ich bin überzeugt, dass diese Projektarbeit für mich und meine Teamkollegen nicht nur einen wichtigen Beitrag für den späteren Berufseinstieg, sondern auch wertvolle Erfahrungen für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung gebracht hat“, resümiert Teamchefin Schmied. Die erfolgreiche Initiative soll daher auch im nächsten Jahr weiter geführt werden.
Quelle:
TU Graz 2007
zurück zur Übersichtvorheriger Artikelnächster Artikel
Artikel 139 von 300

Auch im Social Web

facebook twitter youtube

Schriftgröße wählen

normal mittel gross

Suche

Buchtipp

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Der+hungrige+Planet+,34,a19357.html

Norbert Blüm

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Ehrliche+Arbeit,34,a18693.html

Wie der Mensch denkt

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Wie+der+Mensch+denkt,34,a17479.html

Buchtipp

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Konzepte+fuer+die+Zukunft,34,a16563.html

Buchtipp

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,STOeRFALL+ATOMKRAFT,34,a15651.html

HÖRZU Zukunftsreport

"Der Global Deal"

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Wir+wissen-+was+zu+tun+ist.+Was+fehlt-+ist+der+politische+Wille,34,a13698.html

Die Herausforderung globaler Nachhaltigkeit

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Die+Herausforderung+globaler+Nachhaltigkeit+annehmen+,34,a15057.html

Neues Denken für eine Welt im Umbruch

www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Hans-Peter+Duerr+wurde+80+Jahre+und+zeigt+%E2%80%9EWarum+es+ums+Ganze+geht%E2%80%9C,34,a13968.html

Der Film im Internet

http://de.sevenload.com/playlists/hwnaOiH/play

TV-Tipp | Quarks & Co

Das Ende des Öls mehr
WebTV mehr

Stirbt die Artenvielfalt?

Teil 1: mehr Teil 2: mehr

Teil 3: mehr Teil 4: mehr

Teil 5: mehr Teil 6: mehr

Teil 7: mehr Teil 8: mehr

Newsletter (ab)bestellen

http://www.sonnenseite.com/Newsletter,67.html

Newsletterversand kajomi.de

Jeden Sonntag einen kostenlosen NEWSletter

Bigi+Franz Alt
Chris Alt