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22.11.2017

Africa Green Tec startet Photovoltaik-Pilotprojekt im Niger

Das Start-Up Africa GreenTec hat nach dem Start des Projekts 2014 in Mali seinen ersten Solarcontainer im Niger in der Region Tahoua erfolgreich in Betrieb genommen und sichert mit einer mobilen 41 kWp-Photovoltaikanlage und einem 60 kWh-Batteriespeicher die Stromversorgung des Dorfes Amaloul Nomade, das nicht ans nationale Stromnetz angeschlossen ist.

Mit dem Solarstrom können die Bewohner vor Ort auch nach Einbruch der Dunkelheit arbeiten und lernen. Der Bau, Transport und die Installation des 40-Fuß-Solarcontainers wurden durch Privatinvestoren und die internationale Klimaschutzinitiative (IKI) ermöglicht.

Durch Niger, das Land mit dem geringsten Entwicklungsstatus weltweit, gehen 90 Prozent der afrikanischen Fluchtrouten. Neben Mali steht das Land daher im Fokus der Bemühungen der Bundesregierung, die Ursachen der Flucht nach Europa einzudämmen.

Der Aufbau des Solarcontainers erfolgte im Rahmen des Projektes Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft, welches von der DEG – Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH als Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) umgesetzt wird. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert die Initiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

„Wir können den Menschen vor Ort ein bisschen Komfort, Zugang zu Bildung und Wissen und eine Perspektive bieten – all diese Dinge laufen heute vor allem über eine zuverlässige Versorgung mit Strom“, so Torsten Schreiber, Gründer und Vorstand von Africa GreenTec. „Durch unser gemeinsames Investment vor Ort bekämpfen wir Fluchtursachen effektiv, statt nur darüber zu reden.“

Die Lieferung des Solarcontainers durch Africa GreenTec gestaltete sich schwierig. „Die letzten 75 Kilometer Wüstenpiste waren eine große Herausforderung für die LKWs, wir können vor Ort keinen Kran einsetzen und haben daher unser eigenes Hebesystem eingesetzt“, so Schreiber. Auch die hohen Temperaturen machten dem Team bei der Installation zu schaffen – diese musste tagsüber stattfinden, da vorher noch kein Strom zur Verfügung stand. „Doch schließlich hatten wir es geschafft und konnten mit den Menschen aus Amaloul Nomade das feiern, worauf sie so lange gewartet haben: selbst erzeugten Strom“, so Schreiber.

Bei Tagestemperaturen von rund 45 Grad ermöglicht der Solarcontainer mit Speicher den Menschen in Amaloul Nomade, ihre Tätigkeiten in die kühleren Abendstunden zu verlegen. Das soziale Leben endet nun nicht mehr mit Einbruch der Dunkelheit um 18 Uhr, sondern das Dorf lebt nun unter dem Schein elektrisch betriebener Lampen erst richtig auf: Die Menschen nutzen den Strom für Radio, Fernsehen und Ventilatoren.

Kinder gehen in den Abendstunden zur Schule, Handwerker, Friseure und Cafés können dank elektrisch angetriebener Geräte ihre Betriebe verbessern. Zudem bekommen die Dorfbewohner erstmalig einen satellitengestützten Internetzugang.

Im Gegensatz zu Dieselmotoren ist die erneuerbare Variante der Energieversorgung für die Bewohner auch günstiger, sauberer und leiser. Diesellieferungen, die sich häufig verzögern oder verteuern können, erübrigen sich. Damit die Anlage problemlos läuft und nachhaltig betrieben wird, hat Africa GreenTec einen Wachmann und einen Elektriker eingestellt, die von dem deutschen Sozialunternehmen ausgebildet werden. Aus der Regionalhauptstadt Tahoua heraus kümmert sich zudem ein Supervisor um die Anlage. Von Deutschland aus können die Leistung und der Zustand der Anlage per Satellit überprüft werden.

 

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Quelle   Africa Green Tec 2017

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