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08.09.2018

Die eigene Stromversorgung rechnet sich für immer mehr Haushalte

Dabei sind individuelle Anlagenpakete und eine effiziente Stromnutzung entscheidend.

Sich selbst mit Energie zu versorgen, ist für immer mehr Haushalte interessant. Hatten vor rund zehn Jahren etwa 300.000 Haushalte in Deutschland eine eigene PV-Anlage auf dem Dach, sind es heute über 1 Millionen. Damit hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht.*1 Einen entscheidenden Einfluss auf dem Weg von der Nische in die Masse haben die sinkenden Investitionskosten und die Wirtschaftlichkeit der eigenen Stromversorgung. Dabei sei es wichtig, dass es verschiedene Pakete aus PV-Anlage und Speicher für die unterschiedlichen Anforderungen und Einkommen gebe, betont Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. „Preislich liegen die einfachsten Varianten rund 20 Prozent unter den Kosten für die neuesten Hightech-Anlagen. Das sind am Ende mehrere Tausend Euro.“

Auch deshalb hat Polarstern zusammen mit dem PV- und Speichergroßhändler Memodo mit Wirklich Eigenstrom ein herstellerunabhängiges Angebot auf den Markt gebracht. Haushalte können so, beraten von einem geschulten Installateur, die Anlagentechnik entsprechend ihres Budgets, ihrer Wünsche und der weiteren Technik im Haus frei wählen.*2

Hoher Eigenverbrauch macht eigene Stromerzeugung attraktiv

Einen zentralen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der eigenen Stromversorgung hat neben den Anlagenkosten das Verhalten der Bewohner und damit ihr Energieverbrauch. Bis vor rund sechs Jahren war die Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz attraktiver als der Eigenverbrauch. Das hat sich komplett gedreht. Eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kostet einen Privathaushalt im Schnitt rund 30,48 Cent. Die selbst erzeugte und gespeicherte Kilowattstunde liegt hingegen bei rund der Hälfte bis zu einem Drittel davon*6. „Je mehr Strom ich selbst zuhause nutze, umso rentabler ist die Anlagentechnik, zumal die EEG-Einspeisevergütung stetig sinkt“, bringt es Florian Henle auf den Punkt.

Für einen Drei- bis Vierpersonenhaushalt mit einem Stromverbrauch von 3.700 Kilowattstunden im Jahr rechnet sich der Kauf einer Solaranlage mit 7 Kilowatt Peak (kWp) Leistung und einem Batteriespeicher mit einer Leistung von 6 Kilowattstunden heute meist nach rund 10 Jahren, sofern rund 75 Prozent des erzeugten Stroms selbst genutzt werden. Danach erzielen Haushalte sogar Einnahmen aufgrund der EEG-Einspeisevergütung.

Maßnahmen zur Steigerung des Eigenverbrauchs*3

1) Stromspeicher installieren

Die eigene Stromversorgung können Haushalte mit einem Stromspeicher verdoppeln oder gar verdreifachen. Da rechnen sich auch die Investitionskosten für den Batteriespeicher, die meist ähnlich hoch liegen wie die Kosten der PV-Anlage. Entscheidend ist die Qualität der Anlagentechnik. Gehen PV-Module oder Speicher schnell kaputt, zahlt ein Haushalt drauf.

2) Weitere Anlagen integrieren

Wird die Anlagentechnik auf weitere, im Gebäude befindliche Energietechnik wie zum Beispiel Wärmepumpen oder Ladestellen für Elektroautos abgestimmt, verbessert dies den Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit. Schließlich wird noch mehr Strom selbst genutzt statt eingespeist.*4

3) Ergänzung eines Leistungsoptimierers

Der Vorteil von Leistungsoptimierern besteht darin, dass eine geringere Stromerzeugung eines Moduls die Gesamtleistung der PV-Anlage nur wenig beeinträchtigt. Das ist besonders bei Dachanlagen mit wechselnder Beschattung wichtig. Werfen Gauben, Kamine oder Bäume einen Schatten auf einzelne Module sinkt deren Leistung und ohne Leistungsoptimierer auch die der anderen Module, da sie sich am schwächsten Glied orientieren. Weil die Nachrüstung eines Leistungsoptimierers teuer, lohnt es sich schon bei der PV-Installation die Umgebung und neue Bepflanzungen oder angrenzendes Bauland zu berücksichtigen.

4) Smarte Vernetzung

Die smarte Verknüpfung von Strom erzeugenden und Strom brauchenden Geräten steigert die Wirtschaftlichkeit der eigenen Energieerzeugung. Standardmäßig stattet Polarstern daher seine Eigenstromkunden mit intelligenten Stromzählern aus, sogenannten Smart Metern aus. „Sie sind die Grundlage, um Stromerzeugung und -nutzung einander anzupassen und über Smart Meter Gateways als Schnittstelle auch smarte Haushaltsgeräte zu steuern“, erklärt Florian Henle. So könnten Wasch- und Spülmaschinen, die über smarte Steckdosen am Stromnetz hängen oder selbst smarte Funktionen besitzen, bevorzugt bei Sonneneinstrahlung laufen. Genauso können je nach Sonneneinstrahlung Jalousien hoch- oder heruntergefahren werden, um die Sonnenkraft zum Wärmen der Räume zu nutzen.

5) Wartung und Pflege

In sehr speziellen Umgebungen steigert auch das Reinigen der PV-Anlage die Leistung und verbessert den Eigenverbrauch. Das ist besonders bei stark verschmutzte Luft durch sehr nahgelegene Industrie, Landwirtschaft oder Kamine der Fall. „In der Regel reinigt der Regen die PV-Module. Das reicht vollkommen aus.“ Auch der Einfluss von Laub und Schnee auf die Leistung der PV-Anlage ist gering, da beides nur kurz liegen bleiben.

Übrigens: Auch für langjährige PV-Anlagenbetreiber, die noch eine vergleichsweise hohe EEG-Einspeisevergütung erhalten, wird die eigene Stromversorgung künftig spannend. Läuft bei ihnen die Förderlaufzeit von 20 Jahren aus, lohnt sich die Installation eines Speichers, um den Eigenverbrauch zu steigern (s. oben).

Auch Überschussstrom rechnet sich

„Zu viel Strom erzeugen kann ein privater Haushalt mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit heute im Grunde nicht“, sagt Florian Henle von Polarstern. Er rät davon ab, mit dem Ziel eines hohen Eigenverbrauchs zu kleine Anlagen zu installieren. Angesichts der aktuellen Einspeisevergütung und der Stromgestehungskosten lohnt es sich für private Haushalte fast immer, ihre komplette verfügbare Dachfläche zu nutzen, um möglichst viel Solarstrom zu erzeugen. „Mit steigender Anlagengröße sinken die Kosten für die Leistung je Kilowatt Peak (kWp). Das liegt an den hohen Fixkosten für die Installation und für die weitgehend größenunabhängige Technik wie zum Beispiel Wechselrichter“, erklärt er. Fazit: Je größer die Anlage ist, umso mehr verdienen Haushalte an jeder eingespeisten Kilowattstunde. Am Ende hilft so also auch zu viel erzeugter Strom, die Amortisationszeit der Anlagentechnik zu verkürzen.*5

Ausblick auf die Rentabilität eigener Stromversorgung

Die eigene Stromversorgung wird in den nächsten Jahren weiter an Attraktivität gewinnen, ist sich Jonas Schiel, Experte beim PV- und Speichergroßhändler Memodo sicher. Zwar werden die Preise für die Anlagentechnik nicht mehr so stark fallen wie bisher, allerdings steigt die Leistungsfähigkeit der Anlagen. Damit wird die selbst erzeugte Kilowattstunde Solarstrom tendenziell günstiger. Gleichzeitig haben politische und wirtschaftliche Entwicklungen einen großen Einfluss auf die Nachfrage und damit auf die Preise für die Anlagentechnik. „Wie genau sich der Markt entwickelt ist daher nicht 100-prozentig sicher vorhersehbar. Investitionen aufzuschieben, die sich heute schon rechnen, ist ein Spiel mit vielen Unsicherheiten.“ Mit Blick auf die nahe Zukunft wird die Eigenstromerzeugung durch immer strengere Energieeffizienzkriterien bei Neubauten vermutlich bald zum Standard. Der Niedrigstenergiestandard steht in den Startlöchern.

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*1 Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft, PV-Atlas, Angaben zu installierten Anlagen zwischen 1990 und 2018 mit einer Leistung von bis zu 10 kWp, Stand 04.09.2018

*2 Mehr Informationen zu Wirklich Eigenstrom

*3 Eigenverbrauch ist der Strom, der zuhause erzeugt und auch selbst genutzt wird.

*4 Informationen zur Kombination von PV-Anlagen mit weiterer Anlagentechnik

*5 Hinweis: Bei einer Anlagenleistung zwischen 10 und 12 kWp muss der Einzelfall genauer betrachtet werden, weil ab 10 kWp anteilig die EEG-Umlage auch auf selbst genutzten Strom anfällt. Oft rechnet sich trotzdem, sofern ausreichend Strom ins Netz eingespeist wird.

*6 abhängig vom Zeitpunkt der PV-Anlageninstallation und den Investitionskosten, gerechnet auf 20 Jahre

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Quelle   Polarstern GmbH | Anna Zipse 2018

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