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02.01.2017

Energiewendeland Deutschland profitiert an der Strombörse

Frankreich und die Schweiz müssen an der Strombörse viel mehr für die Kilowattstunde zahlen als Deutschland und Österreich. Je mehr Windkraft desto niedriger die Preise.

Das Energiewendeland Deutschland mit jetzt einem Drittel Strom aus Erneuerbaren Energien bildet zusammen mit Österreich sowie Luxemburg eine Preiszone an der europäischen Strombörse. Die Atomländer Frankreich und Schweiz sind jeweils eine Preiszone für sich. Bemerkenswertes zeigt ein Vergleich der Preise an der Strombörse im Dezember 16: Die Day Base (Tagesbasispreis) im DAY-AHEAD in Cent je Kilowattstunde gerundet)



© *in Frankreich sind wegen Sicherheitsproblemen viele der 58 AKW im Winter 16|17 abgeschaltet. Dadurch stehen zwischen 10 und 20 GW von insgesamt 63 GW (netto) Atomkraft nicht zur Verfügung. Wenn es kalt werden sollte, hat Frankreich infolge seiner vielen Elektroheizungen Strommangel. **Windleistung in Deutschland. Angaben in GW. (Gigawatt = Millionen Kilowatt)


Vergleich der Strombörsenpreise zw. Deutschland und Frankreich

Bei schwacher Windleistung in Deutschland war in Frankreich der Strompreis 28 % höher als in Deutschland. Bei starker Windleistung war in F. der Strompreis gar 2,5-mal so hoch wie in D. Bei sehr starker Windleistung war in F der Strom 3,7-mal so hoch wie in D. An Heiligabend 2016 sogar 6-mal so hoch. Wenn man einzelne Stunden vergleicht, liegen manches Mal die Preise in Frankreich sogar beim 10-fachen.

Österreich ist ein Nieatomland und Deutschland ist ein Atomausstiegsland. Frank­reich und die Schweiz hingegen sind noch hartnäckige Atomländer. Insbesondere der Ausbau der Erneuerbaren Energien führt gegenwärtig an der Strombörse Deutschlands zu großen Kraftwerksüberkapazitäten und sinkenden Preisen. Hiervon profitieren die stromeinkaufenden Großverbraucher und Stadtwerke. Diesen Milliardenersparnissen stehen Milliardenaufwendungen zur Finanzierung der Investitionen in Erneuerbare Energie Anlagen durch das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) gegenüber.

Ungerecht und ärgerlich ist, dass die Großstromverbraucher seit langem von diesen niedrigen Preisen an der Strombörse profitieren aber weitgehend von der EEG-Um­lage und somit der Finanzierung der Investitionen für die Energiewende befreit sind. Sogar auch erheblich weniger Netzentgelt und Ökosteuer zahlen. Dass diese Kosten auf die Privathaushalte und die normalen Betriebe abgewälzt werden.

Negative Strompreise wie an Weihnachten sind unerwünscht. Ihre Ursache sind alte Atom- und Kohlekraftwerke, die trotz des Einspeisevorrangs der umweltschonenden PV- und Windkraftanlagen, ihre Leistung nicht flexibel drosseln können. Diese auch besonderes umweltschädlichen Kraftwerke müssen schleunigst still gelegt werden!

Ökonomisch unsachverständig sind Aussagen von Unterstützern der Atom- und Kohleindustrie, die sich als Windkraftgegner von Bayern bis Schleswig-Holstein organisieren, und die für die negativen Strompreise an Weihnachten die Erneuer­baren Energien schuldig sprechen. Auch Weihnachten 16 wurde noch zu jeder Stunde weniger sauberer EE-Strom erzeugt als Strom insgesamt verbraucht.

Wenn wir zügig wieder PV und Windkraft zubauen, können über den Stromverbund noch lange zeitweise überschüssige Strommengen in Länder transportiert werden, in denen dann umweltschädliche und teure Altkraftwerke gedrosselt werden können. Und in einigen Jahren wird dann vorübergehend überschüssiger Strom mittels beispielsweise „power to gas“ gespeichert werden.

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