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02.12.2017

Erfolgsgeschichte Windenergie für Österreich und Europa

Industrie-Report zeigt wirtschaftliche Erfolge der Windbranche und Herausforderungen für die Zukunft.

Anlässlich der 'WindEurope Conference & Exhibition 2017' wurde der aktuelle Industrie-Report präsentiert, den Deloitte im Auftrag des Dachverbandes für Windenergie in Europa erstellt hat. "Die Windenergie ist eine europäische Erfolgsgeschichte", berichtet Giles Dickson, Geschäftsführer von WindEurope und ergänzt: "Derzeit arbeiten in der EU 263.000 Personen in der Windbranche, steuern mit ihrer Arbeit 36 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei und generieren ein Exportvolumen von 8 Milliarden Euro." Die Zukunft der Branche breitet Dickson jedoch Sorgen, denn 92 Milliarden Euro drohen nicht investiert und 132.000 Arbeitsplätze nicht geschaffen zu werden.

Diese Woche ist Amsterdam das Zentrum der europäischen Windbranche. Mehr als 7.300 Besucher und Besucherinnen aus über 80 verschiedenen Ländern nahmen am bedeutendsten europäischen Windenergie-Event teil. 300 Aussteller präsentieren vor Ort ihre Neuheiten auf der Messe. Die Größe der Branche ist nicht nur auf der Windenergie-Messe ersichtlich sondern auch auf der neuen digitalen Industrie-Landkarte. Die große Bandbreite jener Firmen wird sichtbar, die die Erfolgsgeschichte der Windbranche erst ermöglichen. Darunter sind auch viele österreichische Firmen, einige davon sind in ihrer Sparte sogar Weltmarktführer. "Mittlerweile gibt es kaum einen Teil eines Windrades, der nicht auch von einer österreichischen Firma hergestellt wird", berichtet Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft stolz.

Starke Zahlen der Windindustrie

Bei der Windenergiekonferenz präsentierte WindEurope den brandaktuellen Industrie-Report "Local Impact, Global Leadership", den Deloitte im Auftrag des Dachverbandes erstellt hat. Daraus geht hervor, dass allein die Steuereinnahmen durch die gesamte Windindustrie der EU ein Volumen von 4,9 Milliarden Euro erreichen. 263.000 Personen sind derzeit in der Windbranche in Europa tätig, steuern mit ihrer Arbeit 36 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei und generieren ein Exportvolumen von 8 Milliarden Euro. Ganze 82 Prozent der geschaffenen Arbeitsplätze sind hochqualifizierte Jobs. Durch die Windenergie wurden letztes Jahr nicht nur 166 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart, sondern in den letzten fünf Jahren konnte auch auf Erdöl, Gas und Kohle im Wert von 32 Milliarden Euro verzichtet werden.

"Auch in Österreich konnte die Branche in den letzten fünf Jahren mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr in den Ausbau neuer Windenergieanlagen investieren. 180 Firmen der Zulieferbranche können mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 530 Million Euro gute Werte vorweisen", so Moidl. "Ohne stabile Rahmenbedingungen sind diese Erfolge für die Zukunft aber alles andere als gesichert."

Schlechte Aussichten für die Zukunft

"Die Erfolgsgeschichte der Windindustrie der letzten Jahre ist in Gefahr", warnt Dickson. "Wir sprechen hier von Kosten des 'Nicht-Handelns' in der Höhe von 92 Milliarden Euro, die drohen, nicht investiert zu werden und von 132.000 Jobs, die in Folge nicht kommen." Allein in den letzten fünf Jahren sind die Investitionen in der Windbranche gesunken. Die Hälfte aller EU-Länder hat letztes Jahr sogar gar nichts in die Windbranche investiert. Der Geschäftsführer von WindEurope verweist daher auf die aktuelle politische Debatte zum Clean Energy Package und fordert höhere Erneuerbaren-Ziele, stabile Rahmenbedingungen über 2020 hinaus, ein deutliches politisches Kommitment für Forschung und Entwicklung und eine klare Industriepolitik für die Windbranche, um die Technologieführerschaft aufrecht zu erhalten und das Exportvolumen auf hohem Niveau fortführen zu können. "Derzeit ist weder die europäische Politik ambitioniert genug, noch gibt es klare und nachhaltige Vorgaben, um die Erfolgsgeschichte der Windenergie fortführen zu können", so Dickson und Moidl ergänzt abschließend: "Auch Österreich muss für den Ausbau der erneuerbaren Energien klare langfristige Ziele setzen und bei der Umsetzung einen Zahn zulegen."

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Quelle   IG WindkraftMag. Martin Fliegenschnee-Jaksch 2017

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