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12.07.2017

Kohle bleibt Dreckschleuder Nummer eins

Kohlekraftwerke sind nicht nur die größten Klimasünder der EU, sondern belasten die Luft pro Anlage auch am meisten mit Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxiden (NOx).

Das errechnete die Europäische Umweltagentur (EEA) mit dem Industrieanlagenregister, das die Emissionen der rund 40.000 Anlagen und Kraftwerke in der gesamten EU erfasst. Die Kohleverstromung ist damit deutlich umweltschädlicher als Raffinerien, Chemieanlagen oder Stahlwerke.

Die EEA hat die größten Dreckschleudern der EU in einer interaktiven Grafik festgehalten - Deutschland und Polen führen die Liste der größten Stinker an. (Grafik: EEA)

Unter den zehn größten CO2-Produzenten der EU sind sechs deutsche Kohlekraftwerke, darunter Neurath, Niederaußem und Jänschwalde. Nur das Kohlekraftwerk Bełchatów in Polen ist noch klimaschädlicher. Geht es um Schwefeldioxid und Stickoxide steht ebenfalls Bełchatów an erster Stelle, dann folgen das Kohlekraftwerk Drax in Großbritannien und die Kohlemeiler von Jänschwalde in der Lausitz. Letzteres ist auch bei der Negativ-Hitliste um den größten Schwefeldioxid-Ausstoß unter den Top 10 - trotz hoher hoher Auflagen seit dem Problem des Waldsterbens in den Achzigerjahren, das vor allem durch SO2 ausgelöst wurde. 

Die höchste Belastung durch Schwermetalle geht vor allem von großen Stahlproduzenten aus, unter den Top 10 befindet sich nur ein Kohlekraftwerk aus Estland. Unter den ersten drei ist auch eine Anlage von Thyssen Krupp. Die Hälfte der größten Luft- und Wasserverschmutzer der 28-Staaten-Union zählte die Agentur allein in Großbritannien, Deutschland, Polen und Frankreich. 

Die Umweltagentur räumte jedoch ein, dass die Schadstoffe pro Energieeinheit auch bei Kohlekraftwerken in den letzten Jahren stetig gesunken seien. Als Grund dafür nannte die EEA höhere Umweltauflagen. Zudem sei die Verbrennung der Kohle insgesamt zurückgegangen. 

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (sg) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden! 

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