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26.02.2019

Neue Forsa-Umfrage: Ja zur Energiewende

Bundesbürger wollen Energiewende, lehnen aber nötige Maßnahmen eher ab.

Da die Deutschen die mit dem Ausstieg aus der Kernenergie eingeleitete Energiewende an sich befürworten, dauert 50 Prozent der Bundesbürger der von der "Kohlekommission" vorgeschlagene Ausstieg im Jahr 2038 zu lange. So das aktuelle RTL/n-tv Trendbarometer. Nur wenige (14%) halten diesen Zeitpunkt für zu früh, 27 Prozent halten ihn für richtig. Dass der Energiebedarf in Deutschland alleine durch die erneuerbaren Energien gedeckt werden kann, glauben 22 Prozent. 72 Prozent sind überzeugt, dass auch in Zukunft herkömmliche Energiearten zur Sicherstellung der Energieversorgung genutzt werden müssen.

Die für das Gelingen der Energiewende notwendigen konkreten Maßnahmen wie die Errichtung neuer Windkraftanlagen und der Bau von Stromleitungen, die den im Norden erzeugten "grünen" Strom in den Süden transportieren, werden nicht so akzeptiert wie die Energiewende generell. Nur 24 Prozent würden eine Windkraftanlage in ihrer Nachbarschaft ohne Einschränkungen akzeptieren. 43 Prozent würde das stören und 27 Prozent würden sogar aktiv dagegen protestieren.

Ähnlich verhält es sich bei neuen Stromleitungen: Auch die würden in ihrer Nachbarschaft nur 30 Prozent akzeptieren, 43 Prozent würden sie stören und 19 Prozent würden dagegen protestieren.

78 Prozent der Bundesbürger befürchten, dass im weiteren Verlauf der Energiewende mögliche Steigerungen der Energiekosten vielen Haushalten Schwierigkeiten bereiten könnten. Nur 19 Prozent glauben, die Haushalte könnten höhere Energiepreise ohne weiteres verkraften. Dass die Wirtschaft in Deutschland höhere Energiepreise verkraften könnte, meinen etwas mehr (37%). 57 Prozent gehen davon aus, dass Unternehmen Arbeitsplätze in Länder mit niedrigeren Energiekosten verlagern könnten.

Drängender und wichtiger als Umwelt- und Klimaschutz sind für 76 Prozent der Deutschen andere Probleme wie etwa die Altersversorgung, die Sicherung einer guten Zukunft für Kinder und Enkel, der Abbau sozialer Schieflagen, die Integration der Zuwanderer oder die Reparatur maroder Infrastruktur.

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: "Die aktuellen Befunde bestätigen die seit vielen Jahren zu beobachtende Kluft zwischen dem hohen Stellenwert des Umwelt- und Klimaschutzes im Bewusstsein der Menschen und ihrem tatsächlichen Verhalten. So wünschen sich z.B. zwar Viele Fleisch aus artgerechter Tierhaltung - doch die dann erforderlichen höheren Preise bezahlt kaum jemand. Ebenso hält man den Ausbau erneuerbarer Energien im Prinzip für wichtig - doch die dazu notwendigen Maßnahmen stoßen auf erheblichen Widerstand". 

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Quelle   Kommunikation n-tv 2019

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