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19.03.2019

Österreich muss wieder Strom-Selbstversorger werden

Bedenkliche Entwicklung bei der Eigenversorgung mit Strom: Nettostromimport im Jahr 2018 um ein Drittel gestiegen.

Von den 1950er Jahren bis 2000 konnte sich Österreich fast ausschließlich mit Strom selbst versorgen und sogar überschüssigen Strom exportieren. 1966 lag der Eigenversorgungsgrad bei der Stromerzeugung bei einem Höchstwert von 128 Prozent, der Anteil erneuerbarer Energien bei rund 90 Prozent. Seit 2001 hat sich die Situation aber dramatisch verändert, Österreich ist zum Nettostromimporteur geworden und ist auf den Import von Strom aus dem Ausland angewiesen. 2018 ist der Nettostromimport im Vergleich zum Vorjahr erneut um 37 Prozent gestiegen. „Ich fordere die Politik auf, den Bau von 200 fertig genehmigten Windrädern zu ermöglichen. Damit käme Österreich der 100-prozentigen Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien einen ersten großen Schritt näher.“

Die aktuell von der E-Control veröffentlichten Zahlen zeigen, dass von 2017 auf 2018 der Nettostromimport erneut um 37 Prozent angestiegen ist. Damit liegt dieser mit 8,9 Terawattstunden bei einem Allzeithoch von 14 Prozent am Stromverbrauch.

Eigenversorgung war lange Zeit der Normalzustand im Strombereich

Schaut man in die Vergangenheit, bemerkt man, dass die Eigenversorgung, also das Verhältnis zwischen Stromerzeugung und -verbrauch, von den 1950er Jahren bis 2000 gut bewerkstelligt werden konnte. „Leider reden wir hier vom vorigen Jahrhundert“, bemerkt Moidl. In 18 Jahren dieses Zeitraums lag der Anteil erneuerbarer Energie am Stromverbrauch über 80 Prozent. 1966 erreichte dieser rund 90 Prozent und der Eigenversorgungsgrad im Strombereich betrug sogar 128 Prozent. Seit damals ging dieser und der Anteil erneuerbarer Energie aber kontinuierlich zurück. Ab 2001 begann Österreich mehr Strom zu importieren als es exportierte. 

„Ins Minus sind wir eben erst die letzten Jahre gerutscht. 100 Prozent heimische Stromerzeugung ist daher lediglich die Wiedererlangung jener Situation, die wir die meiste Zeit in der Vergangenheit bereits hatten“, erklärt Moidl: „Wieso sollten wir es nicht schaffen können, was uns in der Vergangenheit möglich war? Statt die erneuerbare Stromerzeugung endlich anzukurbeln, werden genehmigten Kraftwerke von der Politik an der Errichtung gehindert. So hängen 200 fertig genehmigte Windkraftwerke in einer Warteschleife fest“, bemerkt Moidl: „Es ist nun Zeit wirklich Taten zu setzen.“

Wir brauchen ein „Erneuerbaren Ausbau Gesetz“ das funktioniert

Wesentlich für die Wiedererlangung der Eigenstromversorgung wird vor allem die Qualität des ‚Erneuerbaren Ausbau Gesetzes‘ sein. „Das Ziel 100 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030 ist nur erreichbar, wenn die Regierung brauchbare Rahmenbedingungen implementiert, die einen Ausbau ohne Verwerfungen und Brüche am Markt der Erneuerbaren ermöglichen“, so Moidl und ergänzt abschließend: „Will man einen Drachen in den Himmel steigen lassen, muss man genau überlegen, wie er konstruiert ist und welche Materialien man verwendet. Aus Stahl gebaut, wird er auch beim besten Wind nicht fliegen. An den technischen Möglichkeiten für eine erneuerbare Stromversorgung liegt es nicht, diese stehen alle zur Verfügung. Allein die Politik kann die Umsetzung verhindern, oder eben ermöglichen.“

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Quelle   IG Windkraft | Martin Jaksch-Fliegenschnee 2019

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