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31.12.2016

Unabhängigkeit von Energieimporten sowie lokale Wertschöpfung dank Nahwärme aus Bioenergie

Das Pariser Klimaschutzabkommen und das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen „nahezu klimaneutralen Gebäudebestand“ zu erreichen, bedeuten die Abkehr von den fossilen Energieträgern Kohle, Gas und Öl in der Wärmeversorgung.

„Bei der Wärmewende kommt Kommunen eine Schlüsselrolle zu, können sie doch als planende Instanz ihrer Aufgabe zur Daseinsvorsorge gerecht werden und eine Vorbildfunktion übernehmen“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, heute zur Auszeichnung Lupburgs als Energie-Kommune des Monats.

Lupburg gehört mit seinen 2.400 Einwohnern eher zu den kleineren Gemeinden im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Die lokale Wärmewende wurde hier seit 2013 im Bürgermeisteramt vorbereitet. Aufgrund der frühzeitigen Einbindung der Bürger konnten die Pläne für eine regenerative Nahwärmeversorgung auf Basis von Holz sehr schnell umgesetzt werden. „Die Bürger hat überzeugt, dass Erneuerbare Wärme unabhängig von fossilen Rohstoffen macht und die lokale Wertschöpfung stärkt“, erinnert sich Manfred Hauser, Bürgermeister der Marktgemeinde Lupburg. Schnell gab es im Ort viele Befürworter für das Projekt, das dann ohne Verzögerung umgesetzt werden konnte.

Nach nur neun Monaten waren Heizzentrale und das über vier Kilometer lange Nahwärmenetz errichtet. Nach laufenden Erweiterungen dieses ersten Bauabschnittes werden nun schon 85 Privathaushalte und außerdem die Grundschule, die Mehrzweckhalle, das Feuerwehrgebäude und der Bauhof mit regenerativer Wärme versorgt. Neben einem Holzvergaser-Blockheizkraftwerk wurden noch drei Biomassekessel installiert, die entweder mit Pellets oder Hackschnitzeln betrieben werden können. Für die Spitzenlastabdeckung ist weiterhin eine Power-to-heat-Anlage vor Ort installiert. Die Erzeugungsanlagen sind mit zwei Pufferspeichern mit je 20.000 Litern kombiniert. Insgesamt liefert die Heizzentrale jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden Wärme aus regenerativen Quellen und ersetzt dadurch 220.000 Liter Heizöl. Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Region.

    Seit 2016 gibt es Pläne für einen zweiten Bauabschnitt, der zusätzlich bis zu 150 Haushalte versorgen könnte, u.a. in Neubaugebieten im Norden und Osten des Ortes. Bürgermeister Hauser ist zuversichtlich, dass sich genug Interessenten finden werden. Die bisherigen Nahwärmekunden sind jedenfalls sehr zufrieden. Um den weiteren Ausbau des Wärmenetzes anzustoßen, hat er die Bürger gemeinsam mit dem Betreiber der Heizanlagen wieder frühzeitig informiert mit einem Schreiben, Infoabenden und persönlichen Sprechstunden im Rathaus. „Interessierte und Skeptiker haben so schon frühzeitig die Möglichkeit, alle Informationen zu erhalten“, erklärt Bürgermeister Hauser. „Es ist wichtig, die Bürger von Anfang an einzubinden.“

 

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Quelle   Agentur für Erneuerbare Energien 2016

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