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20.11.2018

USA: Solarenergie schlägt Kohle

Solare Infrastruktur ist widerstandsfähiger, meint DOE, das Department of Energy.

US-Präsident Trump will eigentlich auf fossile Energien setzen. Er hat mehrfach versucht, den Ausbau von Kohle zu forcieren, aber die Wahrheit ist, dass sie einfach immer mehr unwirtschaftlich wird. Nicht nur der Klimawandel, sondern die Wirtschaftlichkeit ist für einen immer stärkeren Umstieg auf erneuerbare Energien entscheidend. Er hat Pech mit seinen alten Anschauungen, denn der Einsatz der Politik für erneuerbare Energien ist sowohl in Städten als auch in manchen Bundesstaaten nicht mehr aufzuhalten und auch nicht beim US-Militär, das schon länger erkannt hat, dass der Wandel einfach sinnvoll ist. Ein neues Beispiel, ist DOE, das "Department of Energy", das US-Energieministerium, das gerade 46 Millionen US-Dollar für Solarenergie ausgibt, um damit das Problem der Notstromversorgung wichtiger kommunaler Einrichtungen anzugehen. Nachdem die Strom-Infrastruktur in den USA generell schlechter ist als bei uns, kommt es öfter als in Europa zu Stromausfällen.

Der neue Topf von 46 Millionen US-Dollar soll "belastbare Lösungen für kritische Infrastruktur" ermöglichen und ergibt sich aus der Einsicht, dass eine Energieerzeugung vor Ort der effizienteste Weg ist, um sicherzustellen, dass Anlagen in kritischen Fällen noch Strom haben. Ziel des Programms ist, "die Integration von Solarstrom in das Stromnetz zu stärken, insbesondere an kritischen Infrastrukturstandorten, die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes des Landes zu verbessern und die Herausforderungen des Technologietransfers zu rationalisieren."

Die DOE definiert kritische Infrastruktur als "wesentliche Dienstleistungen, die für Wirtschaft, Sicherheit und Gesundheit der Nation von entscheidender Bedeutung sind", was zu einer Vertrauenserklärung in die Solarenergie führt: "Solarenergieerzeugung kann eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der Kontinuität des Dienstes an diesen Standorten spielen, wenn weit verbreitete Störungen, durch Menschen verursacht oder durch natürliche Bedrohungen, auftreten," so ist in den Unterlagen nachzulesen.

Der Hintergrund dazu ist leicht erklärt: Das US-Militär hat bereits jetzt überall vor Ort eine Grundausstattung mit erneuerbaren Energien, vor allem mit Solaranlagen und entsprechenden Speicherbatterien, die genau diesen Zweck bereits erfüllen.

Die neuen Finanzmittel werden in zwei Bereiche aufgeteilt, der erste geht in Forschung- und Entwicklung, die nach innovativen Lösungen sucht, die an strategischen Standorten die eingesetzten Solar-PV-Systeme "sensibilisieren" Es sollen auch weitreichendere Stromversorgung durch eine Kombination von Speichern und Sonnenstrom möglich sein. ? Der zweite Bereich betrifft Projekte, die bereits in der Forschungsphase umgesetzt sind und bei denen es nun darum geht, größere Feldtests mit Fokus auf eine hohe Durchdringung mit Solarenergie zu machen. Wer nun glaubt, dies ist der einzige Finanzierungstopf, dem sei gesagt, dies ist nur ein Topf in einer ganzen Reihe, in denen die Integration von Solarenergie in Stromnetze gefördert wird.
Außerdem wird weiterhin Geld in Forschung investiert, um die Kosten von Solarzellen zu senken, sogar regionale Einführung von Solarenergie durch Elektrizitätsgenossenschaften wird forciert.

Der letzte Versuch, die alternde Kohlenflotte des Landes mit obigem Programm aufrecht zu erhalten, weil dies nationale Sicherheit bringt, wurde vom Nationalen Sicherheitsrat praktisch mit Zahlen und Fakten der Vorteile von Solarenergie untermauert, und damit in kürzester Zeit aus dem Raum gewischt. Kohle konnte vielleicht früher, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts noch für lokale Wärmeversorgung von Krankenhäusern als "Notlösung" eingesetzt werden, aber aus Gesundheitsgründen ist es heute unvorstellbar, in solchen Fälle mit Kohle zu heizen und eine schnelle Stromlösung vor Ort bringt Kohle einfach nicht.

Der Versuch von einigen Leuten in der USA, die nicht gebrauchte US-Kohle irgendwo in Osteuropa zu verhökern, scheiterte an den C02-Vorgaben, die in Europa bereits beschlossen worden sind. Damit scheint ein Ausbau von Kohle in den USA wohl vollends unrealistisch. Mehr Arbeitsplätze gibt es im Bereich Solarenergie, weniger für die Kohlekumpel. Damit scheint mehr oder weniger offensichtlich, dass sich eine Welt, die sich bereits in Richtung erneuerbare Energie auf den Weg gemacht hat, auch in den USA nicht aufhalten lässt. Jüngste Katastrophen wie die Waldbrände in Kalifornien tun, so dramatisch und tragisch sie sind, das ihre dazu, denn damit sind die Auswirkungen des Klimawandels einmal nicht in armen Ländern angekommen, sondern dort, wo eher die reichen US-Amerikaner wohnen.  

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Quelle   oekonews.at | KN wabel 2018

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