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02.09.2017

50 mal mehr Tote durch Extremwetter?

Welche Folgen Extremwetter wie Überschwemmungen, Dürre, Stürme, Waldbrände und Hitzewellen durch den Klimawandel mit sich bringen können, hat soeben eine Studie aufgezeigt, die eine Forschergruppe der Europäischen Kommission erstellt hat. Ein Kommentar von Franz Alt

 Die Studie ist im Magazin „The Lancet Planetary Health“ veröffentlicht worden. Die texanische Stadt Houston liegt auf Meeresspiegel-Niveau. Wenn der Meeresspiegel steigt, sind Städte auf diesem Niveau mehr gefährdet als höher gelegene Städte. Aus dieser Erkenntnis hatte US-Präsident Obama neue Regeln unterschrieben. Demnach sollten beim Bau von Straßen und Brücken künftig der Klimawandel und seine Folgen miteinkalkuliert werden müssen. Vernünftige Vorsorge. Doch Präsident Trump hat diese Regeln gerade wieder gestrichen – wenige Tage bevor Hurrikan „Harvey“ Houston unter Wasser setzte.

Welche Folgen Extremwetter wie Überschwemmungen, Dürre, Stürme, Waldbrände und Hitzewellen durch den Klimawandel mit sich bringen können, hat soeben eine Studie aufgezeigt, die eine Forschergruppe der Europäischen Kommission erstellt hat. Die Studie ist im Magazin „The Lancet Planetary Health“ veröffentlicht worden.

Sie zeigt: Zwei von drei Menschen in Europa könnten bald von Extremwetter betroffen sein, falls es der Politik nicht gelingt, den Klimawandel einzudämmen. „Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen im 21. Jahrhundert“, sagte Giovanni Forzieri, der an der Studie mit beteiligt war. Extrem Wetterbedingungen könnten bis zum Ende des 21.Jahrhunderts 50 mal mehr Todesopfer fordern als heute – 152.000 Menschen jedes Jahr. Diese Zahlen stammen aus einer Studie des Research Center.

Die Forscher fanden heraus, dass sich Hitzewellen am massivsten auswirken könnten. Sie dürften für 99% aller künftigen Todesfälle durch Wetterextreme verantwortlich sein. Die Folgen seien in Europa unterschiedlich zu spüren. In Südeuropa werde künftig jeder einmal im Jahr Wetterextreme erleben, in Zentraleuropa (Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien) werden 64% davon betroffen, vermuten die Wissenschaftler.

Die Folgen von Extremwetter dürften in den USA nicht wesentlich anders zu erwarten sein. Das haben die letzten Jahrzehnte bereits bewiesen. Doch von wissenschaftlichen Studien hat sich Präsident Trump noch nie beeinflussen lassen. Da können nur die Wähler nachhelfen.

Die nächste Wahl in den USA ist am 3. November 2020. Nur einen Tag  danach, am 4. Novembert 2020,  wird der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen rechtskräftig. Selten hatten die Wähler eine so große Chance, das Schlimmste gerade noch zu verhindern. Es könnte gut sein, dass der Klimawandel und seine Gefahren das wahlentscheidende Thema bei den nächsten US-Wahlen sein wird.

Seit der Ankündigung des Austritts durch Trump haben die US-Staaten New York und Kalifornien ihre Klimaschutzziele schon mal erhöht. Zu diesem Thema meint der Klimaschützer Al Gore „Vergesst Trump – wir schaffen es ohne ihn“. Vielleicht mit Al Gore als nächstem Präsidenten.

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Quelle   FRANZ ALT 2017

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