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02.10.2015

Was Jesus wirklich gesagt hat

Auf der Suche nach dem aramäischen Jesus – eine Wiederentdeckung. Viele Jesus-Worte sind falsch übersetzt. Jesu Muttersprache Aramäisch ist die entscheidende Hilfe zum wirklichen Verständnis seiner einzigartigen, fundamentalen Botschaft. Das BUCH ist soeben erschienen.

Wie kam Ihnen die Idee zum neuen Buch?

Vieles im Neuen Testament schien mir schon immer widersprüchlich. Diese Widersprüche lösten sich erst auf als ich die Bücher des Theologen Günther Schwarz las. Er hat 40 Jahre lang jeden Tag Aramäisch, die Muttersprache Jesu, gelernt, um den einzigartigsten Menschen der Weltgeschichte besser verstehen zu können. Ein kleines Beispiel: Jesu Mutter Maria hatte vier Söhne und mehrere  Töchter, aber die Theologen spielten Ersatz-Gynäkologen und erklärten  sie 2.000 Jahre lang biologisch zur „Jungfrau“. Dieses Wort gibt es im Aramäischen gar nicht. Dort ist sie ganz einfach eine „junge Frau“.

Was ist die Hauptaussage Ihres Werks?

Über die Hälfte der Jesus-Worte sind aus dem Griechischen falsch übersetzt. Aber der Unterschied zwischen dem damaligen Griechischen und Aramäischen ist etwa so groß wie zwischen dem heutigen Deutschen und Arabischen. Wenn aber die Worte nicht stimmen, ist die ganze Botschaft falsch.

Sie selbst sind bekennender Christ: Beten Sie jetzt das „Vater Unser“ in der Kirche anders, da sie die Passage „und führe uns nicht in Versuchung“ falsch übersetzt sehen?

Der Gott Jesu ist ein Gott der Liebe und kein Zyniker oder Sadist, der uns „in Versuchung führen“ will. Welch ein gotteslästerlicher Unsinn! Im Aramäischen hat Jesus diese Vaterunser-Bitte so gebetet: „Lass retten uns in unserer Versuchung“. So macht es Sinn und so bete ich diese Bitte auch.

Wie passt es da zusammen, dass Sie behaupten, alle Menschen würden bei Gott enden, wenn auch erst nach vielen Leben und vielen Wiedergeburten, und sich gleichzeitig als Christ bezeichnen?

Das passt gut zu Jesus.  Er hat im aramäischen Neuen Testament achtmal von „Wiedergeburt“ gesprochen. Später haben ihn Theologen zensiert. Das zeige ich im Buch en Detail auf. Zu Jesu Zeit war „Wiedergeburt“ Volksglaube so wie heute im Buddhismus und Hinduismus. Auch in Deutschland glaubt heute jeder Vierte an Wiedergeburt.

Hat Ihre enge Freundschaft zum Dalai Lama auf Ihren Glauben abgefärbt?

Der Dalai Lama hat mich in vielen ethischen Fragen positiv beeinflusst. Seine Hauptthese in unserem jüngsten gemeinsamen Buch: „Ethik ist wichtiger als Religion“.

Ihre bisherigen Jesus-Bücher wurden über zwei Millionen Mal verkauft. Trotzdem hagelte es teilweise auch heftige Kritik für Ihre Ansichten. Nun schreiben Sie, dass das Papsttum von Jesus nicht gewollt sei, sondern eine spätere Fälschung. Das ist doch sehr gewagt.

Für Jesus war die Wahrheit wichtiger als die alten Irrlehren. Sonst hätte er nicht beseitigt werden müssen. Das berühmte Wort aus dem griechischen Neuen Testament: „Du bist der Fels und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“ ist nachweisbar kein Jesus-Wort an Petrus, sondern ein Gotteswort an Jesus auf dem Berg Tabor. Auf dieser Fälschung beruht das Papsttum seit dem vierten Jahrhundert. Petrus verstand sich nie als Papst. Auch Franziskus bezeichnet sich als „Bischof von Rom“. Jesus hat nie einen Menschen für unfehlbar erklärt.

Franz Alt "Was Jesus wirklich gesagt hat - Eine Auferweckung" Gütersloher Verlagshaus


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Quelle   Erstveröffentlichung: BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN | Interview: Christopher Töngi 2015

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